• 21.10.2011, 14:34:46
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Kardinal Schönborn und Bischof Gabriel fordern Schutz und Gleichberechtigung für die Kopten

Gemeinsame Erklärung bei der Wiener Solidaritätsdemonstration für die ägyptischen Christen

Wien (OTS) - 21.10.11 (PEW) Kardinal Christoph Schönborn und der
koptisch-orthodoxe Bischof Anba Gabriel haben am Freitag in Wien bei
der Solidaritätsdemonstration für die koptischen Christen das
"Massaker von Maspero" vom 9. Oktober scharf verurteilt. Die
Geschehnisse von Maspero müssten lückenlos aufgeklärt werden,
betonten die beiden Bischöfe: Notwendig sei die Freilassung der
festgenommenen schuldlosen Kopten, die Verurteilung der wahren
Schuldigen und eine Entschuldigung des Militärrates bei den Kopten
wegen des brutalen Vorgehens der Armee am 9. Oktober und der
nachfolgenden Desinformationskampagne, deren Ziel die Verschleierung
der Verantwortung gewesen sei. "Wir verlangen den Schutz von Kirchen
und Christen, volle Gleichberechtigung von Christen und Muslimen im
neuen Ägypten und die lang ersehnte Gerechtigkeit für alle",
erklärten Kardinal Schönborn und Bischof Gabriel übereinstimmend.
Alle Menschen, die sich dem Grundprinzip der Religionsfreiheit
verpflichtet fühlen, sollten sich mit den koptischen Christen
solidarisch zeigen.

Am Sonntag, 9.Oktober 2011, war ein friedlicher Demonstrationszug
koptisch-orthodoxer Christen in Kairo brutal vom Militär angegriffen
worden. Die Kopten, die durch diese Demonstration auf ihre missliche
Lage im neuen Ägypten aufmerksam machen wollten, zogen friedlich und
unbewaffnet vom Bezirk Shobra zum Maspero-Platz. An diesem Platz
steht auch das Gebäude der staatlichen Medienagentur "Mena". Die
friedliche Menge wurde auf ihrem Weg von einer Gruppe vermutlich
angeheuerter Schläger mit Steinen und anderen Utensilien attackiert.
In Maspero selbst wurde die friedliche Menge, darunter auch Kinder,
Frauen und Gebrechliche, von Soldaten brutalst angegriffen. Insgesamt
kamen 27 Kopten ums Leben. Die Zahl der Verletzten bewegt sich im
dreistelligen Bereich. Kopten nicht nur von Soldaten erschossen,
sondern auch von gepanzerten Mannschaftsfahrzeugen überfahren. Das
ägyptische Militär, das seit der Jännerrevolution die Geschicke des
Landes lenkt, hat es bis jetzt verabsäumt sich für das brutale
Vorgehen gegen eigene Staatsangehörige zu entschuldigen bzw. eigene
Fehler einzugestehen. In der Folge wurden willkürlich 21 Personen
festgenommen, unter ihnen 19 Kopten, was angesichts der Geschehnisse
von den ägyptischen Christen als Verhöhnung empfunden wird.

Das "Massaker von Maspero" stellt leider keinen Einzelfall dar. So
wurden allein im heurigen Jahr fünf Kirchen niedergebrannt und

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