- 19.10.2011, 16:12:31
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Lange Schrecksekunde"
Bremste die Stadt Wien bei der Aufdeckung des Kinderheim-Skandals?
Wien (OTS) - Die Schrecksekunde der Stadt Wien beim
Kinderheim-Skandal dauert zu lang. Verdächtig lang. Ist es möglich,
dass der KURIER tatsächlich einen so großen Informationsvorsprung
über die Verbrechen im Heim Wilhelminenberg gegenüber den zuständigen
Beamten und Politikern hat, dass diese erst mühsam das Material
sichten müssen, bevor sie sich klar und deutlich äußern? Warum sind
die Akten von damals verschwunden? Wurden sie absichtlich vernichtet?
Hätte das Ganze vertuscht werden sollen?
Das Rathaus wirkt oft wie ein geschlossenes politisches System, in
dem man Skandale nur im äußersten Notfall zugibt. Hier vertraut man
nur den eigenen Parteikollegen: von der Magistratsabteilung über
Jugendanwaltschaft und Opferorganisation bis hin zur PR-Agentur.
Das Heim Wilhelminenberg wurde 1977 zugesperrt - wahrscheinlich, weil
man schon damals über die unfassbaren Zustände informiert war.
Trotzdem wurden die Opfer abgewiesen, nicht ernst genommen.
Eine Historikerkommission soll nun den Vorwürfen nachgehen. Hoffen
wir, dass sie unabhängig prüft.
Aber was wäre eigentlich passiert, wenn der KURIER das Thema nicht
aufgegriffen hätte?
Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
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