"Stabile Kriminalitätsentwicklung und steigende Aufklärungsquoten in Österreich" - ANHANG
Bekämpfung der Internet- und der Einbruchskriminalität als auch der Gewaltdelikte im Mittelpunkt
ANHANG zu OTS - Kriminalitätsstatistik
Wien (OTS) - Ein Vergleich der letzten neun Jahre zeigt deutlich,
dass sich die Gesamtkriminalität in Österreich weiterhin stabil
sinkend entwickelt. Wurden im Vergleichszeitraum 2003 noch über
480.900 Fälle und im Vergleichszeitraum 2007 noch über 441.000
angezeigt, so waren es in der ersten drei Quartalen des heurigen
Jahres 398.724. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2010 ist eine
Steigerung um weniger als ein Prozent zu beobachten - dies bewegt
sich im statistischen Schwankungsbereich - siehe ANHANG.
Mehr geklärte Fälle
In Österreich wurden in den ersten drei Quartalen im Jahre 2011
mehr Fälle geklärt: die Zahl konnte gegenüber dem Vorjahresvergleich
von 161.273 auf 171.851 Fälle und somit um über sieben Prozent
gesteigert werden - siehe ANHANG.
Aufklärungsquote steigt auf 43,1 Prozent
Ein Vergleich der Quartalszahlen zeigt, dass die Aufklärungsquote
in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 im Vergleich zum Vorjahr
von 40,5 Prozent auf 43,1 Prozent gestiegen ist.
Schwerpunkte der kriminalpolizeilichen Arbeit
IT-Kriminalität - kontinuierlicher Anstieg der Anzeigen
In den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 wurden in Österreich
im Bereich der IT-Kriminalität 3.433 Delikte zur Anzeige gebracht, im
Vergleichszeitraum 2010 waren es noch 3.081 angezeigte Vergehen. Eine
starke Zunahme hat es im Bereich "Phishing" gegeben. Die
Kriminalitätsform "Phishing" bezeichnet den Versuch,
Internetnutzerinnen und Internetnutzer Geheimdaten (zum Beispiel für
Online-Banking, Auktionsplattformen oder Onlineshops) zu entlocken.
So scheint in den ersten drei Quartalen 2009 keine Anzeige, im
Vergleichszeitraum Jahre 2010 41 und im Vergleichszeitraum 2011
bereits 93 Anzeigen in der Statistik auf. Einen weiteren Anstieg hat
es im Bereich des Hackings gegeben: wurden im Vergleichszeitraum 2010
noch 86 Hackingangriffe angezeigt, so waren es in den ersten neun
Monaten des heurigen Jahres bereits 162 Anzeigen, was einem Anstieg
von 88,4 Prozent entspricht.
Das Bundesministerium für Inneres hat daher auf die Bekämpfung der
Internetkriminalität einen Schwerpunkt gelegt und eine umfassende
Cyber-Sicherheitsstrategie erarbeitet, die in allen Strukturen und
auf mehreren Ebenen umgesetzt wird. Das Bundeskriminalamt nimmt durch
die Errichtung des Cybercrime-Competencecenters, kurz C4, eine
bedeutende Rolle ein und versteht sich als die strategische und
operative Spitze einer umfassenden Neuausrichtung. Im
Bundeskriminalamt erfolgen - immer in Zusammenarbeit mit
internationalen Partnern wie Europol, aber auch auf nationaler Ebene
mit anderen Akteuren - die forensische Auswertung von Datenträgern,
technische Analysen, aktive Recherche nach kriminellen Phänomenen und
Delikten im Netz als auch die Konzeptionierung von Schutzmaßnahmen in
enger Kooperation mit Wissenschaft und Wirtschaft.
Geringer Zuwachs bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern
Bei Einbrüchen in Wohnungen, bewohnten und unbewohnten
Einfamilienhäusern ist langfristig ein Rückgang (Jänner bis September
2005: 15.368 Anzeigen, Jänner bis September 2009: 15.821 Anzeigen),
jedoch im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2010 ein geringer
Anstieg von 11.334 auf 11.668 Anzeigen im Vergleichzeitraum 2011
festzustellen.
Im Jahr 2009 wurde aufgrund des Anstiegs bei diesem Delikt
insbesondere in den so genannten Hot-Spot-Bereichen im Osten
Österreichs (Wien, südliches Niederösterreich und Burgenland) unter
Federführung des Bundeskriminalamts ein so genannter Masterplan zur
Bekämpfung und Eindämmung der Einbruchskriminalität entwickelt.
Mithilfe dieses Masterplans konnten die Fallzahlen im Bereich der
Einbruchskriminalität im Osten Österreichs deutlich gesenkt, mehr
Straftäter auf frischer Tat betreten und entsprechende Struktur- und
Intensivtäterermittlungen durchgeführt werden. (Burgenland: Rückgang
um 9,5 Prozentpunkte, Niederösterreich: Rückgang um 7,9 Prozentpunkte
und Wien ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte). "Diese Zahlen zeigen,
dass unsere Maßnahmen im Osten greifen", so General Franz Lang,
Direktor des Bundeskriminalamts. "Unsere neue Herausforderung liegt
jetzt hingegen im Westen Österreichs, wo wir einen Anstieg zu
verzeichnen haben." Bei den Einbruchstätern handelt es sich verstärkt
um ausländische Tätergruppen aus Georgien, Rumänien und dem Gebiet
des ehemaligen Jugoslawiens. "Der Kampf gegen diese organisierten
Banden ist oft einer gegen Windmühlen, da die Täter für uns oft schon
'amtsbekannt' sind und nach Abschiebung immer wieder nach Österreich
kommen und der Polizei in die Hände geraten", so der Direktor. "Ich
kann daher die Ankündigung von Innenministerin Mag. Johanna
Mikl-Leitner die Strafandrohungen für Mehrfachtäter zu erhöhen, nur
unterstützen."
Gewaltkriminalität - leicht steigende Anzeigen, hohe Aufklärungsquote
Die Anzahl der Gewaltdelikte - sowohl bei den Morden und
Mordversuchen als auch bei Körperverletzungen - ist in Österreich
leicht steigend. In den ersten drei Quartalen 2011 wurden insgesamt
125 Morde bzw. Mordversuche zur Anzeige gebracht, davon wurden 45
Taten vollendet, 80 Taten blieben versucht. 98 Mal gab es eine
Beziehung zwischen Täter und Opfer. Die Aufklärungsquote liegt bei 92
Prozent - siehe ANHANG.
Bei den Gewaltdelikten (Körperverletzung, schwere
Körperverletzung, Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen,
Körperverletzung mit tödlichem Ausgang und absichtliche schwere
Körperverletzung) ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg
um 6,1 Prozent zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt derzeit bei
80,5 Prozent. Das Bundeskriminalamt setzt zur nachhaltigen Bekämpfung
auf Forschung, Aufklärung und Prävention im Vorfeld der Eskalation
und damit des polizeilichen Einschreitens. "Gewalt hat meist viele
Ursachen, tritt in allen Gesellschaftsschichten, in allen
Altersgruppen in den verschiedensten Ausprägungen auf", so General
Lang. "Und genau so komplex wie die Ursachenforschung müssen auch
unsere Maßnahmen und Antworten darauf sein." Das Projekt "Bündnis
gegen Gewalt" und dessen Koordinierungsstelle im Bundeskriminalamt
wird daher in enger Zusammenarbeit mit allen betroffenen
Einrichtungen konkrete Maßnahmen erarbeiten. Noch im Dezember dieses
Jahres wird das Bundesministerium für Inneres gemeinsam mit dem
Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) unter Einbindung aller
betroffenen Organisationen einen Kongress in Wien abhalten.
Detaillierte Informationen über das Projekt "Bündnis gegen Gewalt"
erhalten Sie direkt bei der Koordinierungsstelle oder im Internet
unter www.bundeskriminalamt.at
Kontakt der Koordinierungsstelle "Bündnis gegen Gewalt":
Bundeskriminalamt
Josef Holaubek Platz 1
A-1090 Wien
buendnisgegengewalt@bmi.gv.at
www.bundeskriminalamt.at
Bundeskriminalamt
Mag. Silvia Strasser
Tel: +43 (0) 1/24836-85004
Mobil: +43 (0) 664/264 07 13
silvia.strasser@bmi.gv.at
Oberst Helmut Greiner
Tel: +43 (0) 1/24836-85146
Mobil: +43 (0) 664/813 21 28
helmut.greiner@bmi.gv.at
www.bundeskriminalamt.at














