OTS0112   18. Okt. 2011, 11:25

LH Dörfler: Resolution zur flexibleren Verwendung der Finanzmittel aus 15a-Vereinbarung für Kinderbetreuung

Neben dem quantitativen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze zählt auch die Qualitätssteigerung


Als positiv bewertet Familienreferent
Landeshauptmann Gerhard Dörfler die Verlängerung der 15a-Vereinbarung
zum Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen, stellt aber gleichzeitig
fest, dass Kärnten aufgrund des bereits hohen Ausbaugrades nicht alle
Finanzmittel bedarfsgerecht einsetzen kann. Aus diesem Grund wäre
eine Änderung des Mitteleinsatzes für bereits bestehende Angebote und
zur flexiblen Abdeckung von Randzeiten erforderlich, weshalb die
Kärntner Landesregierung im Rahmen ihrer Regierungssitzung heute,
Dienstag, eine von Dörfler eingebrachte Resolution verabschiedet hat.
Sie fordert die Bundesregierung zu einer flexibleren Handhabung der
Finanzmittel aus der 15a-Vereinbarung auf.

Zudem sei es aufgrund der Veränderung des familiären und
gesellschaftlichen Umfeldes notwendig, nicht nur die
unterschiedlichen Betreuungsangebote flexibler zu gestalten, sondern
auch Vorkehrungen zu treffen und neue Konzepte zu entwickeln, die es
möglich machen, dass sich Wirtschafsbereiche wie der Handel,
Tourismus und Dienstleistungsberufe an den Bedürfnissen von Familien
orientieren.

"Mit der Resolution fordern wird die Bundesregierung und im
besonderen Minister Reinhold Mitterlehner auf, die Mittel aus der
15a-Vereinbarung bedarfsgerecht nicht nur für den quantitativen
Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten bereit zu stellen, sondern auch
für unterschiedlichste qualitätserhöhende Maßnahmen aufzuwenden.
Außerdem müssen neue Konzepte erarbeitet werden, die das
Wirtschaftleben mit dem Familienleben leichter arrangierbar machen",
so der Landeshauptmann.

Die Resolution im Wortlaut:

RESOLUTION
der Kärntner Landesregierung
Kinderbetreuung und familiengerechte Arbeitswelten

Kärnten ist seit 2001 Vorreiter in Sachen Familien- und Kinderpolitik
in Österreich. So ergab ein aktueller Rechnungshofbericht, dass
Kärnten im Jahr 2009 durchschnittlich dreimal so viel pro Familie
bzw. pro Kind ausgibt als Oberösterreich und rund sechsmal so viel
als Salzburg. Dies zeigt, dass Kärnten einen Schwerpunkt auf
Familienförderungen und familienbezogene Leistungen legt und sich
dies entsprechend im Budget niederschlägt.

In Kärnten gab es in den letzten Jahren eine massive Ausbauoffensive
in der Kinderbetreuung. So gibt es um 54 % mehr Einrichtungen als
noch vor 10 Jahren, die Steigerung der Kinder, die in Betreuung sind
beträgt 33 %. Kärnten ist im Jahr 1999 von einem niedrigen Niveau
ausgegangen und hat sich aufgrund der Landesoffensive die
Betreuungsquote der unter 3jährigen Kinder in den letzten 10 Jahren
verzehntfacht (von 1,5 % im Jahr 1999 auf 14,3 % im Jahr 2010)
(österreichweit: von 7,1 auf 17,1 %). Auch bei den VIF-Kriterien ist
Kärnten österreichweit an zweiter Stelle.

Auch wenn unzuständige und uninformierte Kreise ständig
anderslautende Behauptungen aufstellen, hat Kärnten eine
flächendeckend gut funktionierende Kinderbetreuung.

Die nun vom Bund verlängerte 15a-Vereinbarung zum Ausbau von
Kinderbetreuungsplätzen ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, jedoch
kann Kärnten aufgrund des bereits hohen Ausbaugrades nicht alle
Mittel bedarfsgerecht einsetzen. Aus diesem Grund wäre eine Änderung
des Mitteleinsatzes für bereits bestehende Angebote und zur flexiblen
Abdeckung von Randzeiten erforderlich.

Des Weiteren wurde in einer aktuellen Studie des IHS festgestellt,
dass Kinderbetreuungsangebote allein nicht ausschlaggebend für die
Berufstätigkeit der Frau und für geschlechtergerechte Einkommen
darstellen. Vielmehr sind die Arbeitswelten derzeit familienfeindlich
und müssen sich Familien nach den Bedürfnissen der Wirtschaft
(insbesondere Handel, Tourismus, Dienstleistungsberufe) orientieren.
Hier sind neue Handlungskonzepte für die Zukunft erforderlich.

Das Kollegium der Kärntner Landesregierung fordert daher
Bundesminister Dr. Reinhold Mitterlehner sowie die die
Bundesregierung auf

1. die Verwendung der Mittel im Rahmen der 15a-Vereinbarung zum
Ausbau der Kinderbetreuung flexibler zu gestalten sowie

2. geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um familiengerechte
Arbeitswelten zu schaffen und so Familien mit Kindern zu
unterstützen.

Klagenfurt, 18. Oktober 2011

(Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0112 2011-10-18 11:25 181125 Okt 11 NKL0002 0561



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