• 18.10.2011, 10:31:52
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Nach der Revolution ist vor der Revolution: Ägyptens Bürger decken Gewaltverbrechen im Netz auf

Bürgerplattform "Zabatak.com" erhält internationalen UN-Jugendpreis

Salzburg (OTS) - Die ägyptische Onlineplattform "Zabatak" erhält
für ihr gesellschaftliches Engagement den UN-Jugendpreis "World
Summit Youth Award". Auf "Zabatak" können Bürgerinnen und Bürger
Gewaltverbrechen und Korruption anzeigen. Die gemeinnützige
Initiative ist als Reaktion auf die Zunahme von Überfällen und
Plünderungen im Zuge des ägyptischen Volksaufstandes entstanden. Am
12. November werden die "Zabatak"-Gründer (arabisch: geschnappt) vor
Vertretern der Vereinten Nationen, Regierungen und der
Privatwirtschaft in Graz ausgezeichnet.

"Zabatak" nutzt Crowdsourcing, um Hinweise auf Verbrechen wie
Betrug, Autodiebstahl und Bestechung in Ägypten sammeln. Die
schlechte Sicherheitslage im Januar 2011, als die Polizei während der
Unruhen von der Regierung abgezogen wurde, war Anlass für die
Gründung des Portals. "Zabatak" warnt die BürgerInnen vor
gefährlichen Straßenzügen und ermutigt sie, sich für ein
korruptionsfreies und sicheres Ägypten einzusetzen. Denn für Ägyptens
Jugend ist die Revolution nicht vorbei.

"Die ägyptische Volksbewegung hat uns motiviert, Verantwortung für
die demokratische Entwicklung unseres Landes zu übernehmen", sagt
Mitgründer Abbas Ibrahim (26). "Wenn Menschen die Fälle von
Kriminalität und Korruption melden können, die sie täglich erleben,
fühlen sie sich sicherer. Korrupte Beamte haben keine Chance, wenn
ihr Fehlverhalten Folgen hat". Seit dem Start von "Zabatak" im
Februar 2011 haben über 60.000 NutzerInnen die Seite besucht. 600
Fälle von Diebstahl und Bestechung wurden bislang angezeigt und auf
einer interaktiven Karte markiert.

Für ihr Engagement erhalten die jungen Ägypter am 12. November in
Graz den internationalen Jugendpreis World Summit Youth Award (WSYA),
den die steirische Landesrätin Elisabeth Grossmann übergibt. Der WSYA
geht 2011 neben Zabatak an 17 weitere Projekte junger Entwickler und
Produzenten. Unter den Gewinnern, die sich für die Erreichung der
UN-Millennium Entwicklungsziele engagieren, ist auch das Jugendportal
"The Viewspaper" aus Indien und die Plattform "Write3" aus
Bangladesch. "Write3" macht aus einfachen Nutzern Bürgerjournalisten,
die ihre Beiträge per Handy online stellen können. So gelangen Fälle
von Menschenrechtsverletzungen und Amtsmissbrauch aus Bangladesch,
das im unteren Drittel des "Press Freedom Index" gelistet ist, an die
Öffentlichkeit.

Mit Websites, Handy-Apps und neuen Medienformaten haben sich
weltweit über 700 junge Entwickler, Designer und Produzenten in sechs
Kategorien für den WSYA 2011 beworben. Der internationale World
Summit Youth Award ist aus dem UN-Weltgipfel zur
Informationsgesellschaft (WSIS) hervorgegangen. Er möchte unter
Dreißigjährige dafür gewinnen, die Millennium-Entwicklungsziele aktiv
umzusetzen. Die Zabatak-Gründer kommen zwischen 10. und 13. November
gemeinsam mit 17 weiteren Gewinnern und 15 Zweitplatzierten zum WSYA
Gewinner-Event nach Graz. Dort präsentieren sie ihre digitalen
Projekte vor internationaler Prominenz. Das WSYA Multimedia Festival
findet erstmals in Österreich statt und bietet vier Tage Workshops,
Diskussionsrunden und Festivitäten.

Alle Informationen und Anmeldungen zum Event auf www.youthaward.org
JournalistInnen können sich direkt bei Dr. Andrea Thuma
[email protected] anmelden

Über den World Summit Youth Award (WSYA)

Der WSYA zeichnet best-practice Beispiele in e-Content und Neuen
Medien von jungen Menschen bis zu 30 Jahren aus. Er bietet Menschen
aus allen UN-Mitgliedstaaten eine Plattform, um Armut und Hunger,
Krankheiten sowie die Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen,
Bildung und kulturelle Vielfalt zu fördern und die Umwelt zu
schützen. Der WSYA findet in diesem Jahr nach 2005, 2009 und 2010 zum
vierten Mal und erstmals in Österreich statt. Er ist offizieller
Beitrag zum UN World Summit on the Information Society (WSIS) und
seinem Aktionsplan zur Erreichung der Entwicklungsziele bis zum Jahr
2015. Der WSYA wird organisiert vom International Center for New
Media (ICNM) mit Sitz in Salzburg. Unterstützt wird der WSYA durch
die UN Global Alliance for ICT & Development (UN GAID), die John S.
and James L. Knight Foundation, die Internet Society (ISOC), INTEL,
die telfree Group, die Fundacao para as Comunicacoes Móveis (FCM) und
die Layla Fakhro Foundation.

Weitere Informationen unter:
www.youthaward.org | www.facebook.com/youthaward |
twitter.com/youthaward

Rückfragehinweis:
Dr. Andrea Thuma, International Center for New Media (ICNM)
Tel: +43 662 630408 40, E-Mail: [email protected]

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