• 17.10.2011, 11:01:51
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Jüdisches Museum Wien erstrahlt in neuem Glanz

Start mit erster großer Ausstellung "BIGGER THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood"

Wien (OTS) - Ende Jänner 2011 wurde mit der Funktionssanierung des
Jüdischen Museums Wien am Standort Dorotheergasse im Palais Eskeles
begonnen. In neun Monaten Umbauzeit wurde nicht nur die Infrastruktur
im Haus hochgerüstet - vom Einbau neuer Aufzüge bis zur kompletten
Erneuerung der Klima- und Haustechnik - sondern es wurden auch für
das Publikum deutlich sichtbare Zeichen gesetzt: Nicht nur die
Präsentationen der Schausammlung, der Dauerausstellung und das
Kinderatelier wurden komplett neu erarbeitet, auch die Außenfassade
wurde vollständig restauriert und der Eingangsbereich des Museums
historisch weitgehend originalgetreu wiederhergestellt, es entstand
ein großzügiger Empfangsbereich mit zentraler Kassa und einem
Informationscounter. Der Bookshop ist am alten Platz, wurde aber
modernisiert und bietet dem Publikum noch mehr Auswahl. Das
Museumscafé Felber ist im früheren Kassenbereich untergebracht und
der neue, größere Veranstaltungssaal wurde in den zweiten Stock des
Hauses verlegt.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zeigt sich vom neu gestalteten
Museum überzeugt: "Zum Amtsantritt von Danielle Spera war von Anfang
an klar, dass das Museum einer Adaptierung und Sanierung bedarf.
Dieses Versprechen wurde nun eingelöst und ich freue mich, dieses für
Wien so wichtige Museum nun im neuen Gewand eröffnen zu können. Stadt
Wien und Wien Holding haben dafür beträchtliche Zusatzmittel zur
Verfügung gestellt - keine Selbstverständlichkeit, in Zeiten wo Etats
eng sind. Mit einem Betrag von rund 2,6 Mio. Euro ist eine wichtige
Kulturinstitution nun auf dem letzten Stand moderner Museumsführung:
Eine zukunftsträchtige Neuerung ist der Ansatz, das Publikum die
Erarbeitung der ständigen Ausstellung miterleben zu lassen. Auch das
neue Atelier für Kinder im Museum ist ein sichtbarer Ausdruck für die
Öffnung des Museums, die Einbindung der Besucherinnen und markieren
ein verstärktes Zugehen auf die Menschen, die sich für jüdische
Religion, Geschichte und Kultur interessieren."

Ein komplett neues Museum

"Wir präsentieren ein in jeder Hinsicht neu gestaltetes Haus",
erläutert Museumsdirektorin Danielle Spera. "Wir haben im Schaudepot
des Museums eine Neuinterpretation unserer Sammlungen vorgenommen und
haben die Schätze des Jüdischen Museums kontextualisiert, das heißt
wir stellen sie in einen Zusammenhang - mit den Orten, aus denen die
Objekte stammen, den Synagogen oder den Sammlern. Erstmals stellen
wir auch jene Persönlichkeiten vor, denen wir unsere Sammlungen
verdanken, etwa Max Berger oder Martin Schlaff. Das Atelier des
Jüdischen Museums ist nicht mehr nur Werkstatt, wir haben den
pädagogischen Bereich zum Ausstellungsraum gemacht, in dem die
Rituale in einem jüdischen Leben anhand von Museums-, aber auch
Alltagsobjekten dargestellt werden. Im Audioguide führen zwei
Jugendliche dazu einen Dialog und bringen jungen und erwachsenen
BesucherInnen den jüdischen Alltag näher."

Das neue Schaudepot ist wie das Atelier als fixer Teil der neuen
Dauerausstellung des Museums neu konzipiert. Es präsentiert sich als
"Sammlungslandschaft", in der alle großen Sammlungen des Jüdischen
Museums sichtbar werden: Die Sammlung der Israelitischen
Kultusgemeinde, die Neuerwerbungen des Jüdischen Museums Wien seit
den frühen 1990er Jahren, die erworbenen und gestifteten
Privatsammlungen Berger, Schlaff und Stern. Erstmals werden auch die
Sammlerpersönlichkeiten selbst vorgestellt. Eine 3D-Animation macht
die zerstörten Synagogen Wiens virtuell zugänglich. Im Erdgeschoß des
Museums wird mit "Wien. Jüdisches Museum. 21. Jahrhundert" eine
Ausstellung gezeigt, die als erste Etappe auf dem Weg zur neuen
Dauerausstellung konzipiert ist, die Ende 2012 zu sehen sein wird.
"Eine neue Dauerausstellung erfordert umfangreiche wissenschaftliche
und museologische Vorbereitungen. Diesen Prozess nehmen wir sehr
ernst und wollen uns dafür die nötige Zeit nehmen. Daher haben wir
dieses Projekt entworfen. Wir präsentieren im Rahmen einer
Ausstellung Themenbereiche, die uns für eine neue Dauerausstellung
wichtig erscheinen und wollen sie mit unseren BesucherInnen, aber
auch mit ExpertInnen diskutieren", sagt Museumsdirektorin Spera. Sie
verwies auch auf das markante neue Ankündigungsschild auf der Fassade
des Museums: "Wir konnten die international renommierte Künstlerin
Brigitte Kowanz für die Gestaltung der Leuchtschrift an der Fassade
gewinnen, die auf Hebräisch den Schriftzug Museum darstellt."

Haus erstrahlt in neuem Glanz

Voraussetzung für die vollkommene inhaltliche und gestalterische
Neupräsentation des Museums ist natürlich die Sanierung des Hauses
gewesen, die mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien, der Wien
Holding und zahlreicher Sponsoren, allen voran Raiffeisen,
bewerkstelligt werden konnte. "Insgesamt haben Stadt Wien und Wien
Holding in die Funktionssanierung und den neuen Ausstellungsbereich
des Jüdischen Museums im Palais Eskeles rund 2,6 Millionen Euro
investiert. Abgewickelt und gemanagt wurden die Umbauarbeiten von der
Immobilienabteilung der Wien Holding. Gemeinsam mit den Architekten
hat das Team im Jüdischen Museum nicht nur die Infrastruktur im Haus
auf den letzten Stand gebracht - vom Einbau neuer Aufzüge bis zur
kompletten Erneuerung der Klima- und Haustechnik, wir haben mit der
architektonischen Umgestaltung des Eingangsbereichs und der
Renovierung der Fassade, die beide in enger Zusammenarbeit mit dem
Bundesdenkmalamt erfolgten, auch für das Publikum deutlich
wahrnehmbare Zeichen gesetzt", so Wien Holding-Geschäftsführer
Komm.-Rat Peter Hanke.

100 Jahre Hollywood als erste große Wechselausstellung

Als erste große Wechselausstellung im neu gestalteten Standort
Dorotheergasse ist von 19. Oktober 2011 bis 15. April 2012 "BIGGER
THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung" zu sehen.
"Unsere erste Wechselausstellung ist ein Glanzpunkt und passt
punktgenau zu unserer Eröffnung des Hauses, denn die Traumfabrik
wurde im Oktober 1911 mit der Eröffnung der ersten Studios in
Hollywood von jüdischen Emigranten aus Ost- und Mitteleuropa
gegründet, daran knüpfen wir an und gehen dieser Erfolgsstory bis
heute nach", so Danielle Spera zu der vom Chefkurator des Hauses,
Werner Hanak-Lettner, konzipierten Ausstellung.

"Die Ausstellung begibt sich auf die Spurensuche in eine der
spannendsten globalen Kulturgeschichten des 20. Jahrhunderts. Wir
haben Meilensteine der Filmgeschichte mit der europäisch-jüdischen
Erfahrung in Beziehung gesetzt", erläutert Werner Hanak-Lettner. "Wir
wollen den BesucherInnen einen Blick hinter die Kulissen des 20.
Jahrhunderts geben und haben dafür zahlreiche interessante Objekte
als Leihgaben nach Wien geholt. Zu sehen sind wesentliche Filme,
riesige, bisher noch nie gezeigte Filmplakate aus der Stummfilmzeit
und überraschende Exponate: Von einer silbernen Zigarrenbox des
Kettenrauchers und Paramount-Gründers Adolph Zukor über einen Sessel
aus Rick's Cafe Americain aus dem Film "Casablanca" bis hin zu
Kostüm- und Architekturentwürfen für den ersten Blockbuster der
Geschichte "Vom Winde verweht". Der große, in Wien geborene Produzent
Eric Pleskow, Präsident der Viennale, leiht dem Museum die drei
wichtigsten seiner insgesamt vierzehn Oscars, die er für so
unterschiedliche Filme wie "Einer flog über das Kuckucknest" (1975),
"Rocky" (1976), und "Der Stadtneurotiker"(1977) gewonnen hat." Zur
von Christian Prasser (cp-architektur) gestalteten Ausstellung
erscheint bei Bertz + Fischer ein reich illustrierter Katalog:
"Bigger Than Life. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung" zum
Preis von 29,90 Euro (ISBN 978-3-86505-210-0).

In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Wien findet von 20. Jänner bis
8. Februar 2012 die Retrospektive "Hall of Mirrors. Hollywood über
Hollywood, 1950 -1962" im Filmmuseum statt. Weitere Information
unter: www.filmmuseum.at.

Öffnungszeiten und Tickets

Das Jüdische Museum Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, ist ab
19. Oktober 2011 für die Öffentlichkeit zugänglich. Die
Öffnungszeiten sind für den Standort Dorotheergasse 11 unverändert
geblieben: Sonntag bis Freitag 10.00-18.00 Uhr. Am Standort
Judenplatz sind die Öffnungszeiten Sonntag bis Donnerstag 10.00-18.00
Uhr, Freitag 10.00-14.00 Uhr. Für beide Museen gibt es ein
gemeinsames Ticket zum Preis von 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Gruppen 7
Euro, Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr frei, SchülerInnen
(ab 15 Jahren), Lehrlinge, StudentInnen (bis 27 Jahre), Zivil- und
Präsenzdiener 5 Euro, Schulklassen haben nach wie vor freien
Eintritt, für die Schülerführung ist ein Kostenbeitrag von 20 Euro zu
leisten. Weitere Informationen unter www.jmw.at. Am Mittwoch den
19.10.2011, dem ersten Publikumstag, ist das Museum von 15.00-18.00
Uhr bei freiem Eintritt zugänglich.

Kurzer Überblick über das Ausstellungsprogramm 2011/12

Zeitgenössische Kunst aus der Pomeranz Collection
Im Anschluss an die Hollywood-Schau präsentiert das Museum von 22.
Mai bis 7. Oktober 2012 mit "Fremde überall / Foreigners everywhere"
eine Ausstellung von Werken zeitgenössischer Kunst aus der Pomeranz
Collection. Die Sammlung Pomeranz zählt zu den bedeutendsten privaten
Sammlungen Wiens. Herausragende Arbeiten von Miroslaw Balka, Claire
Fontaine, Valie Export, Douglas Gordon, Jenny Holzer, Thomas
Hirschhorn, Martin Kippenberger, Leigh Leidare, Bruce Nauman, Hermann
Nitsch, Robin Rhode, Franz West und vielen mehr werden im Rahmen der
Ausstellung zu sehen sein.

Schau über die Werke Jüdischer Fotografinnen

Das Ausstellungsprogramm 2012 im Haupthaus geht mit einer Schau über
jüdische Fotografinnen in Wien ab 1860 weiter. Sie wird ab 17.
Oktober 2012 gezeigt. Speziell in Wien haben außergewöhnlich viele
jüdische Frauen aus meist wohlhabenden Familien diesen Beruf gewählt.
Das Jüdische Museum geht den Gründen dafür nach und macht mit der
Rückführung dieser Tatsachen in das kollektive Gedächtnis ein Stück
jüdischer Wiener Frauengeschichte wieder zugänglich. Die Ausstellung
folgt dem Weg der Fotografinnen ins Exil und somit an das
willkürliche Ende dieser Geschichte für Wien, erinnert aber auch an
die Fortführung in anderen Ländern und Kontinenten. Gezeigt werden
Arbeiten von Madame d'Ora oder Trude Fleischmann, aber auch weniger
prominenten Fotografinnen wie Edith Tudor Hart, Hilde Zipper-Strnad
oder Claire Beck, die es wieder zu entdecken gilt.

Andy Warhol im Museum Judenplatz

Im Museum Judenplatz ist als nächste Ausstellung eine
Kunstinstallation von Zenita Komad mit dem Titel "Spirituality is not
shopping" (9. November 2011 bis 4. März 2012) geplant, danach wird
von 13. März bis 2. September 2012 "Jüdische Genies - So entstanden
Warhols Juden" zu sehen sein. Andy Warhol schuf 1980 eine Serie von
Porträts wichtiger jüdischer Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Die Idee dazu stammte von Warhols Freund, dem Anwalt und Kunsthändler
Ronald Feldman. Feldman hatte Warhols Porträt von Golda Meir gesehen
und inspirierte ihn zu einer Auseinandersetzung mit der jüdischen
Geisteswelt. Das Jüdische Museum Wien betrachtet die Porträts aus
einem ganz neuen Blickwinkel. Neben den Porträts steht vor allem ein
Interview, das Danielle Spera mit Ron Feldman geführt hat, im
Mittelpunkt der Ausstellung.

Ab 12. September 2012 wird schließlich mit "Wien Heute 2012" eine
Fotoausstellung von Josef Polleross präsentiert. Ausgehend von Harry
Webers 1996 gleichzeitig mit der Ausstellung im Jüdischen Museum Wien
publizierten Fotoband "Heute in Wien", dessen beeindruckende
Schwarz-Weiß-Bilder Fotogeschichte geschrieben haben, folgt 15 Jahre
später der Wiener Fotograf Josef Polleross den Spuren Harry Webers
und erfasst das heutige Leben der jüdischen Gemeinde - vor allem in
der Leopoldstadt - fotografisch.

Foto- und Pressematerial zu den aktuellen Ausstellungen finden Sie
auf der Homepage des Medienbüros unter: www.stalzerundpartner.com,
Benutzername: [email protected], Passwort: presse
(Schluss)

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   www.wien.gv.at/rk/
   Mag. Daniel Benyes
   Mediensprecher StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny
   Telefon: 01 4000-81192
   E-Mail: [email protected] 
   www.facebook.com/andi.mailath
   www.mailath.at
   
   Dr. Alfred Stalzer
   Mediensprecher Jüdisches Museum Wien
   Tel.: +43-1-505 31 00, Mobil: +43 664 506 49 00
   E-Mail: [email protected] 
   
   Wolfgang Gatschnegg
   Wien Holding - Konzernsprecher
   Telefon: 01 408 25 69-21
   Mobil: 0664 82 68 216
   E-Mail: [email protected]
   www.wienholding.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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