- 16.10.2011, 09:00:31
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Internationaler Armutstag: Armut und Ausgrenzung offensiv bekämpfen!
Linz (OTS) - Rund eine Million Menschen - zwölf Prozent der
Bevölkerung - waren österreichweit im Jahr 2009 armutsgefährdet, rund
141.000 in Oberösterreich. Viele davon trotz Arbeit. AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer fordert anlässlich des morgigen Internationalen Tags
für die Beseitigung der Armut höhere Löhne, den Mindestlohn von 1300
Euro brutto bei Vollzeit sowie den Ausbau der Sozialleistungen.
"Es ist nicht einzusehen, dass Menschen, die sogar Vollzeit
arbeiten, nicht einmal ein existenzsicherndes Einkommen erzielen und
trotz Arbeit in Armut leben müssen", kritisiert AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer. Laut dem Österreichischen Arbeitsklima Index der
AKOÖ kamen im Zeitraum 2009 bis 2010 etwa 51 Prozent mit ihrem
Einkommen gerade noch oder nicht aus. Besonders gravierend ist das
Problem bei Teilzeitbeschäftigten (60 Prozent), Menschen mit maximal
Pflichtschulabschluss (69 Prozent) und bei Arbeitslosen (92 Prozent).
2009 waren 241.000 Menschen bundesweit arm trotz Arbeit. In
Oberösterreich waren es rund 35.000 (in den Jahren 2004 bis 2006).
Darunter auch viele Vollzeitbeschäftigte - bundesweit 117.360.
Auch Menschen in "atypischer Beschäftigung" wie Teilzeitarbeit,
Leiharbeit, freien Dienstverträgen, neuer Selbständigkeit und
sogenannter Schein-Selbständigkeit sind zumeist mit einem erhöhten
Armutsrisiko konfrontiert. Laut Statistik Austria gab es 2009 rund
eine Million "atypisch" Beschäftigte.
Stark von Armut betroffen sind auch jene, die auf Sozialleistungen
angewiesen sind, Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende,
Pensionisten/-innen, Migranten/-innen und Großfamilien.
2010 lag die Armutsgefährdungsschwelle in Österreich bei 1031 Euro
(12 mal pro Jahr, netto) für einen Einpersonenhaushalt. Im Schnitt
leben jedoch diese Menschen von einem Einkommen, das um rund 17
Prozent darunter liegt.
"Zugleich haben wir in Österreich im Verhältnis zur Bevölkerung
die EU-weit meisten Superreichen mit einem Reichtum von mehr als 100
Millionen Dollar", sagt Kalliauer. Er fordert ein modernes
Arbeitsrecht zur stärkeren Absicherung von "atypisch Beschäftigten"
sowie eine bessere soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit und im
Alter.
Für die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und in
Pflegefällen braucht es mehr soziale Dienstleistungen. Die
Mindestsicherung muss über die Armutsschwelle angehoben werden! Um
Armut von vornherein zu vermeiden, fordert Kalliauer verstärkte
Aktivitäten bei Bildung und Qualifizierung der Menschen: "Das
steigert die Jobchancen jedes Einzelnen."
Im Kampf gegen Armut trotz Arbeit bleibt Kalliauer dabei: "Wir
brauchen schleunigst einen Mindestlohn von monatlich 1300 Euro brutto
bei Vollzeit und allgemein kräftige Lohnerhöhungen. Die Menschen
müssen von ihrer Arbeit wieder leben können."
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Ulrike Etlinger
Tel.: 0664/85 00 510
mailto: [email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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