• 13.10.2011, 11:35:35
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AK zum Welternährungstag: Lebensmittel auf den Teller statt in den Tank

Muhm: Biosprit heizt Spekulationen auf Nahrungsmittel an und treibt Preise hoch. E10 Beimischung geht auf Kosten der KonsumentInnen

Wien (OTS) - "Die Beimischung von Biosprit E10 heizt die
Lebensmittelspekulationen weiter an und treibt die Preise bei
Lebensmitteln weiter nach oben. Deshalb muss der
Land-wirtschaftsminister seine Pläne zur Beimischung von E10
aufgeben", fordert AK Direktor Werner Muhm. Mit einer E10-Einführung
kommt der Landwirtschaftsminister ausschließlich den Wünschen der
Agrarindustrie entgegen, allen voran der Agrana. Dieses Unternehmen
ist erst vor kurzem durch die massiven Preiserhöhungen bei Zucker in
die Negativschlagzeilen gekommen. Heute lässt es sich für satte
Gewinne feiern. Die AK setzt heute, am Welternährungstag, dagegen:
"Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank", so Muhm
weiter. Bei einer E10-Einführung würden die Konsumenten und
Konsumentinnen jedenfalls draufzahlen: Entweder die zusätzlichen
Kosten von 2,5 Cent pro Liter, die die Einführung von E10 verursachen
würde, werden auf den Benzinpreis aufgeschlagen. Oder noch
schlimmer: Sollte die vom Landwirtschaftsminister gewünschte
besondere steuerliche Entlastung von 160 Millionen für E10
beschlossen werden, dann tragen alle, also auch die, die kein Auto
haben, diese indirekte Agrarförderung mit.

"In wirtschaftlich angespannten Zeiten wie diesen auf Steuern in
dieser Höhe zu verzichten, nur um umweltpolitisch kontraproduktive
Projekte zu forcieren, ist unverantwortlich - das kann nicht im Sinne
einer Finanzministerin sein, die derzeit jeden Euro fürs Budget
umdreht", so Muhm. "Von der AK kommt daher ein klares Nein zur
Einführung von E10 in Österreich."

Denn auch der Umweltnutzen einer verstärkten Biosprit-Beimischung
ist höchst fraglich. Ein internes Dokument der EU-Kommission kommt
zum Beispiel zum Schluss, dass der verstärkte Einsatz von
Biokraftstoffen insgesamt zu höheren Belastungen für das Klima führt
als der Einsatz fossiler Kraftstoffe. In dieser Situation ist der
verstärkte Einsatz von E10 völlig unverantwortlich.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at

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