• 13.10.2011, 10:36:05
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Österreich braucht Energiewende beim Heizen!

Verband Erneuerbare Energie Österreich fordert rasche Maßnahmen zur Unterstützung der Haushalte beim Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen

Wien (OTS) - "Wir brauchen eine Energiewende beim Heizen, denn ein
weiteres Pushen von Öl- und Gasheizungen wird uns schneller ein
enormes soziales Problem bescheren, als wir glauben!" so Josef Plank,
Präsident des Verbandes Erneuerbare Energie Österreich.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurde eine Energiewende bei
der Stromerzeugung eingeleitet. Doch damit ist nur ein Teil des
Problems gelöst worden. Rd. 52 Prozent des Gesamtenergieverbrauches
werden hierzulande für die Erzeugung von Wärme benötigt - mehr als
die Hälfte davon alleine für die Beheizung von Gebäuden. Der Anteil
der erneuerbaren Energie mit 33,6 Prozent im Vergleich zur
Stromerzeugung (rd. 70 Prozent) ist sehr gering.

Plank weiter: "Ein rascher Ausbau der erneuerbaren Energien im
Wärmebereich ist daher dringend erforderlich, denn nicht nur die
Ölknappheit wird uns in Kürze zu schaffen machen, auch die
Preisschübe bei Gas werden die Heizkosten für die heimischen
Haushalte in einigen Jahren enorm belasten. Und Entscheidungen für
Heizsysteme sind Entscheidungen für die nächsten 20 Jahre. Wer sich
jetzt falsch entscheidet sitzt in der Heizkostenfalle fest - daher
muss sofort etwas passieren!"

Fossile Energieträger belasten die CO2-Bilanz und damit das
österreichische Budget. Österreich drohen in Kürze Strafzahlungen
wegen des Verfehlens der Kyoto-Ziele. Vor allem die Umstellung der
alten Heizanlagen auf erneuerbare Energien ist zum Erreichen der
Klimaschutz-Ziele unbedingt nötig. Bereits heute zahlt die Republik
Österreich rund 80 Mio. Euro jährlich für den Zukauf von CO2
Zertifikaten. Ab 2013 werden weitere Zahlungen in Millionenhöhe
folgen, wenn Österreich sein CO2 Ziel verfehlt, was bereits jetzt
sicher ist.

4-Punkte-Programm zur Unterstützung der Haushalte

Eine Energiewende im Bereich der Wärmeversorgung hin zur Nutzung
erneuerbarer Energie lässt sich nicht mit Einzelmaßnahmen
herbeiführen. Sie erfordert vielmehr eine umfassende politische
Neuorientierung und einen langfristigen Aktionsplan.

Alexander Karner, Geschäftsführer des Verbandes Erneuerbare
Energie Österreich: "Mit einem 4-Punkte-Programm bestehend aus der
Einführung eines Heizungs-Schecks, der Zweckwidmung staatlicher
Förderzinseinnahmen für erneuerbare Wärme, Informationskampagnen und
einem Schwerpunkt "Erneuerbare Wärme" im Klima- und Energiefonds
haben wir einfache und rasch umsetzbare Maßnahmen erarbeitet, mit der
die Energiewende beim Heizen eingeleitet werden kann!"

Das bestehende Sanierungspaket der Bundesregierung und die
Förderprogramme der Länder reichen zur Energiewende beim Heizen nicht
aus. Mit der Einführung eines Heizungsschecks könnte rasch ein
Förderinstrument auf Bundesebene geschaffen werden, das Förderhöhe
und Förderbestimmungen für erneuerbare Wärmeanlagen deutlich
verbessert und einen finanziellen Rahmen von rund 150 Mio. Euro
jährlich zur Verfügung stellt.

Bei den Bürgern gibt es ein großes Informationsdefizit beim Thema
Heizen. Viele wissen nicht, welche großen Energieverluste und
Mehrkosten veraltete fossile Heizanlagen verursachen und welche
Vorteile erneuerbare Wärme bringt. Mit breit angelegten
Informationskampagnen müssen die Menschen über den Umstieg auf
erneuerbare Wärme informiert werden. Selbst über die bereits
bestehenden Fördermöglichkeiten gibt es viel zu wenig Information.

In Österreich werden nach wie vor beträchtliche Mengen an Erdöl
und Erdgas gefördert. Die Förderunternehmen müssen der Republik dafür
einen Förderzins bezahlen. Dieser ist ab einem Ölpreis von 400 Euro/t
mit 14 Prozent gedeckelt, was bei einem hohen Ölpreis zu sehr hohen
Gewinnen der Förderunternehmen führt. Von 2003 bis 2008 ist der
Produktionswert von in Österreich gefördertem Öl und Gas um 429 Mio.
Euro gestiegen. Der Förderzins aber nur um 86 Mio. Euro. Durch eine
Anhebung der Deckelung könnten bei aktuellem Ölpreis zusätzliche
Einnahmen von rund 150. Mio. Euro für den Staat lukriert werden, die
für die Energiewende beim Heizen eingesetzt werden sollten.

Nur 7,6 Prozent (rd. 11 Mio. Euro) der Fördermittel im Klimafonds
stehen derzeit für das Thema Raumwärme zur Verfügung. Durch eine
Umschichtung von Mitteln soll ein Schwerpunkt im Bereich "Erneuerbare
Wärme" geschaffen und der Startschuss für die Energiewende beim
Heizen gegeben werden. Der Verband Erneuerbare Energie Österreich
schlägt dafür einen Budgetrahmen von 37 Mio. Euro vor.

Über den Verband Erneuerbare Energie Österreich
Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) ist ein Dachverband der
Spartenverbände der erneuerbaren Energie (EE) in Österreich. Der EEÖ
hat das Ziel die Energieversorgung in Österreich mittelfristig auf
100 Prozent EE umzustellen. Als visionäres, innovatives und
schlagkräftiges Sprachrohr zum Thema der EE will sich der EEÖ in der
Politik und Wirtschaft verankern und für effizienteren und sparsamen
Umgang mit Energie eintreten. Im EEÖ ist das Wissen und die Kompetenz
der Spartenverbände gebündelt. Ein Fokus liegt dabei auf das
Hinweisen auf die Vorteile von weniger Importabhängigkeit in der
Energiewirtschaft, mehr Krisensicherheit und Autonomie in der
Energieversorgung durch EE.

Rückfragehinweis:

Verband Erneuerbare Energie Österreich
   Alexander Karner
   Tel: 01 522 076 660
   Mail: [email protected]
   bettertogether
   Harald Dirnbacher
   Tel: 0699/ 1999 7702
   Mail: [email protected]

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