• 13.10.2011, 10:12:01
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Bundesministerin Heinisch-Hosek: "Leistungen von Frauen müssen besser sichtbar gemacht werden"

Frauenministerin Heinisch-Hosek verleiht den Käthe Leichter-Staatspreis 2011 an Christa Schlager und den Frauen-Lebenswerk-Preis an Maria Schaumayer

Wien (OTS) - "Käthe Leichter hat in vielerlei Hinsicht
Pionierarbeit für uns Frauen geleistet. Der nach ihr benannte
Staatspreis für Frauen, Geschlechterforschung und Gleichstellung in
der Arbeitswelt soll an das Wirken dieser großen Ökonomin und
Sozialforscherin erinnern. Wir wollen damit jene Frauen vor den
Vorhang holen, die ebenfalls herausragende Leistungen in der
Frauenpolitik und für Gleichstellung erbracht haben und erbringen",
sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Rahmen der
feierlichen Preisverleihung. Die Ministerin hatte zur Verleihung des
Käthe Leichter-Staatspreises 2011 sowie fünf weiterer Käthe
Leichter-Preise gestern Abend ins Bundeskanzleramt geladen. Zum
zweiten Mal wurde außerdem der im Vorjahr ins Leben gerufene
Frauen-Lebenswerk-Preis vergeben.

"Ganz in der Tradition von Käthe Leichter zeichnen sich auch die
diesjährigen Preisträgerinnen durch ihren Willen zur Veränderung von
Lebensumständen aus. Sie engagieren sich in der feministischen
Ökonomie, für Gleichstellung im Bildungsbereich, für eine
gendersensible Jugendforschung und die Aufarbeitung der Geschichte
von Frauenschicksalen wie jene von weiblichen Häftlingen in
Konzentrationslagern. Mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit schaffen
sie eine wesentliche Basis für politische Entscheidungen", so
Heinisch-Hosek. Frauenpolitik erfordere einen langen Atem, "aber wir
engagieren uns dabei weniger für uns selbst, als vielmehr dafür, dass
sich die Gesellschaft insgesamt ein Stück weit gerechter darstellt.
Daher möchte ich den heute Geehrten ganz besonders für ihren Beitrag
auf diesem Weg danken".

Die Frauenministerin überreichte den von ihr gestifteten Käthe
Leichter-Staatspreis 2011 an Christa Schlager für ihre
wirtschaftswissenschaftliche Forschungsarbeit in den Bereichen
Budget- und Verteilungspolitik, Gender Budgeting und
Einkommensentwicklung. "So wie Käthe Leichter hat Christa Schlager
sich die ökonomischen Benachteiligungen von Frauen zum Thema gemacht
und hier Pionierarbeit geleistet", so Heinisch-Hosek. Die
Preisträgerin greife die blinden Flecken im Wirtschafts- und
Sozialsystem auf. So sei etwa das Sichtbarmachen und die Anerkennung
von Versorgungsarbeit eine notwendige Voraussetzung dafür, dass
Frauen in ihrer gesellschaftlichen Rolle nicht einem erhöhten
Armutsrisiko und sozialer Ungleichheit ausgesetzt bleiben.

Um das Sichtbarmachen weiblicher Leistungen gehe es auch beim
Frauen-Lebenswerk-Preis. "Wir wollen damit gesellschaftliche
Vorbilder zeigen, die uns Mut machen, den oft steinigen Weg zur
Gleichstellung weiter zu gehen", sagte die Frauenministerin. Die
ehemalige Präsidentin der Österreichischen Nationalbank, Maria
Schaumayer, sei für viele Frauen ein solches Vorbild. Sie habe sich
in ihrem beeindruckenden Werdegang im männerdominierten Bankenwesen
durchgesetzt. Mit der Dr. Maria Schaumayer-Stiftung unterstütze sie
nun die Karrieren von jungen Frauen in Wirtschaft und Wissenschaft.
"Ich wünsche mir, dass alle Frauen mit Selbstvertrauen und Zuversicht
in die Zukunft schreiten können. Jeder Frau soll es möglich sein, ein
selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu führen. Dafür braucht es
tägliches Engagement in allen Bereichen. Ich danke den
Preisträgerinnen für ihre wertvollen Beiträge. An uns Politikerinnen
liegt es, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen", so
Heinisch-Hosek abschließend.

Die fünf weiteren Käthe Leichter-Preise wurden von der
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Bundesminister
für Wirtschaft, Familie und Jugend, vom Bundesminister für Arbeit,
Soziales und Konsumentenschutz, von der Österreichischen Nationalbank
und der Arbeiterkammer Wien gestiftet. Sie gingen dieses Jahr an
Angelika Paseka, Beate Großegger, Silvia Ulrich, Petra Unger und
Helga Amesberger, gemeinsam mit Brigitte Halbmayr.

Die Preise werden für hervorragende Leistungen um die Frauen- und
Geschlechterforschung in den Bereichen Sozial-, Geistes- und
Kulturwissenschaften verliehen, wie auch für den Einsatz um die
Frauenbewegung und die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit. Sie
erinnern an das Leben und Wirken der Nationalökonomin Käthe Leichter
(1895-1942), die als erste Frauenreferentin der Arbeiterkammer
politisch und wissenschaftlich im Interesse der Frauen tätig war.
Ihre sozialpolitischen Erhebungen gehören zu den wichtigsten
frauenrelevanten Publikationen der Zwischenkriegszeit. 1942 wurde
Käthe Leichter, die sich auch als Widerstandskämpferin für
Gerechtigkeit und Menschwürde einsetzte, in der Euthanasieanstalt
Bernburg ermordet.

Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 2149, 0664/610 62 76
mailto:[email protected]

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