- 13.10.2011, 08:30:17
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Creditreform FIRMENINSOLVENZSTATISTIK, 1. bis 3. Quartal 2011: 24 Insolvenzen pro Werktag
Firmeninsolvenzverfahren sinken um über 6%, über 70.000 Gläubiger betroffen
Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform
Firmeninsolvenzstatistik für das 1. bis 3. Quartal 2011 zeigen die
Fortsetzung der im 1. Quartal begonnenen Entwicklung. Die
Unternehmensinsolvenzen sind um über 6% auf 4.645 Verfahren
zurückgegangen. Die Anzahl an eröffneten Verfahren ist um 5,9% auf
2.453 Unternehmen gesunken. In 2.192 Fällen (-7,2%) wurden die
Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens zurückgewiesen.
Die Hauptursachen für das Scheitern der Unternehmen liegen in
Managementfehlern und in der allgemeinen Wirtschaftslage. Dazu Rainer
Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform: "Österreichs Unternehmen
ist zu gratulieren. Sie haben bisher den Sturm gut überstanden. Nun
gilt es vor allem liquiditätssteigende Maßnahmen zu setzen.
Finanzielles Risikomanagement ist der beste Schutz vor
Forderungsverlusten und der eigenen Insolvenz."
Bundesländervergleich
Der Blick auf die Bundesländer zeigt ein sehr unterschiedliches
Bild: Die stärksten Rückgänge verzeichneten Vorarlberg (-36,9%) und
Salzburg (-16,8%). Als einziges Bundesland mit steigenden Insolvenzen
ist die Steiermark mit einem Plus von 4,7% zu nennen. Die höchste
Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit über 17 Insolvenzen pro
1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt nicht ganz
13 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt.
Branchenvergleich
Die am stärksten betroffenen Branchen sind die Branche "Bauwesen"
mit 31 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen sowie die Branche
"Verkehr- und Nachrichtenübermittlung" mit über 25 Insolvenzen je
1.000 Branchenunternehmen. Den stärksten Rückgang verzeichnete die
Branche "Kredit- und Versicherungswesen" (-33,5%). Für das Exportland
Österreich besonders erfreulich ist auch die Entwicklung in der
Sachgütererzeugung (-10%).
Conclusio 1. bis 3. Quartal 2011
Das Aufzerren der Eigenkapitalpolster und das umsichtige Verhalten
der kreditgebenden Wirtschaft sowie die rechtzeitigen
Infrastrukturmaßnahmen der Politik haben zu einem Rückgang der
Firmeninsolvenzen auf das Niveau von 2004 geführt. Österreichs
kleinstrukturierte Unternehmenslandschaft hat sich als
krisenresistent und wettbewerbsfähig dargestellt. Dazu ist eine
erfolgreiche Reform des Insolvenzrechts im richtigen Augenblick
gekommen. Schon jedes 10. Verfahren wird als Sanierungsverfahren
eröffnet. Des weiteren ist es gelungen, die für die Gläubiger
besonders schädlichen Abweisungen mangels Vermögen zurückzudrängen.
Ein Abklingen dieser positiven Entwicklung an der "Pleitenfront" ist
somit zumindest kurzfristig nicht in Sicht.
Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung (Stichwort
Schuldenkrise) ist aber jeder Unternehmer zur Vorsicht aufgerufen.
Dazu Rainer Kubicki: "Das Schaffen von Liquidität ist nun das Gebot
der Stunde und die beste Insolvenzprophylaxe. Dazu gehört die
Überprüfung der Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner, das
rechtzeitige Mahnen und Betreiben offener Forderungen. Je höher die
Liquidität, desto besser die Bonität, desto günstiger die
Finanzierungsbedingungen, desto fester die eigene Krisenresistenz."
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard M. Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
Tel.: +43-1-218 62 20-551
mailto: [email protected]
www.creditreform.at
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