Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK, 1. bis 3. Quartal 2011: 43 Insolvenzen pro Werktag - ANHANG
Über 8.000 insolvente Privatpersonen
ANHANG zu OTS - INSOLVENZSTATISTIK, 1. bis 3. Quartal 2011
Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform
Privatinsolvenzstatistik für das 1. bis 3. Quartal 2011 zeigen einen
weiteren Anstieg der Insolvenzen von Privatpersonen um fast 6% auf
über 8.200 Betroffene. Die Anzahl der eröffneten
Schuldenregulierungsverfahren ist hierbei um 7,4% auf 7.271 Verfahren
gestiegen, während die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge
um 4,2% auf 941 Verfahren gesunken sind - ein Resultat der guten
Arbeit der bevorrechteten Schuldnerberatungen. Die Insolvenzursachen
liegen hauptsächlich im falschen Umgang mit Geld, in
Einkommensverschlechterungen sowie im familiären Bereich. Die
durchschnittliche Verschuldung bleibt stabil auf ca. 80.000 Euro.
Bundesländervergleich: 12 von 10.000 Erwachsenen sind
zahlungsunfähig/überschuldet
Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass entgegen dem
bundesweiten Trend im Burgenland (-16,0%) und in Tirol (-6,1%) die
Insolvenzen zurückgegangen sind. In Niederösterreich (+19,5%), der
Steiermark (+11,4%) und in Vorarlberg (+9,1%) sind sie hingegen am
stärksten gestiegen. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an
Insol-venzen ist die Bundeshauptstadt mit über 3.000 Fällen wie auch
in der relativen Insolvenzbetroffenheit: Mehr als 22 von 10.000
erwachsenen Wienern wurden insolvent. Mehr als ein Drittel aller
Insolvenzen finden somit in Wien statt. Österreichweit wurden
hingegen 12 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.
Conclusio 1. bis 3. Quartal 2011
Wie auch so manche Unternehmen oder gar der Staat haben auch viele
Private die (vergangene) Wirtschaftskrise mittels Schulden
durchtaucht bzw. zur Erhaltung des Lebensstandards neue gemacht. Dazu
kommt die seit Jahresbeginn steigende Inflation, die durch teuere
Produkte des täglichen Bedarfs die Einkommensschwachen am stärksten
trifft.
Ein Grundübel bleibt aber immer dasselbe: Schuldenmachen ist
längst nicht mehr mit einem sozialen Stigma versehen - schon gar
nicht in den städtischen Ballungszentren. Oft hat man schon den
Eindruck, dass die kreditgebende Wirtschaft und die Gläubiger
Alleinverursacher der persönlichen Misere der Schuldner seien sollen.
Eigenverantwortung und Mündigkeit auch in finanziellen Belangen
scheinen nicht mehr common sense zu sein. Hier ist die Gesellschaft
als Ganzes gefragt, zu einer neuen Bewusstseinsbildung beizutragen.
Die aktuellen Diskussionen über verfassungsrechtliche Schuldenbremsen
und ausgeglichene, nachhaltige Budgeterstellungen, die auch auf die
kommenden Generationen Rücksicht nehmen (siehe Generationen-Check von
Staatssekretär Sebastian Kurz), sollten erweitert werden um das Thema
"financial education". Das Wissen um das Einmaleins der Finanz- und
Kreditwirtschaft gehört genauso zur Ausstattung des homo oeconomicus
im 21. Jahrhundert wie Rechnen, Schreiben und Lesen - gerade in
Zeiten wie diesen.
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
Tel.: +43-1-218 62 20-551
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