OTS0148   12. Okt. 2011, 11:59

Ludwig Boltzmann Gesellschaft: 5 Jahre LBI Health Technology Assessment

Wie wirksam sind bestimmte medizinische Verfahren? Für wen sind sie tatsächlich sinnvoll? Was kosten sie? Was sind die Alternativen?


Solche Fragen sind Gegenstand von "Health Technology
Assessment". Das ist eine international praktizierte Methode für
Entscheidungsträger im öffentlichen Gesundheitssystem, um sinnvolle
gesundheitspolitische Maßnahmen aufgrund von lobbyfreien und
umfassenden Informationen setzen zu können. Dabei geht es um eine
systematische Bewertung medizinischer Technologien. Untersucht werden
Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten unter Berücksichtigung von
sozialen, rechtlichen und ethischen Aspekten.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) gründete 2006 das Ludwig
Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (LBI HTA) für die
Dauer von sieben Jahren und schuf damit eine kritische und
unabhängige wissenschaftliche Institution im österreichischen
Gesundheitswesen. Priv.-Doz. Dr. Claudia Wild, Leiterin des LBI HTA:
"Unsere höchste Prämisse ist die Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen
und die Wahrung von Distanz zu Interessensgruppen. Unser Leitbild
entspricht der Arbeitsweise des Instituts und lautet: 'unabhängig -
objektiv - evidenzbasiert - patientenorientiert - transparent -
wissenschaftlich valide'. Um diesem Selbstverständnis gerecht zu
bleiben, unterziehen wir uns regelmäßigen Evaluationen".

Eine positive Zwischenbilanz

Im Mai 2009 erfolgte eine erste Zwischenevaluation des LBI HTA
durch eine unabhängige, internationale Expertengruppe. Die
wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des Instituts wurde in deren
Evaluationsbericht ebenso eindeutig bestätigt, wie die Bedeutung der
Unabhängigkeit des Instituts und die Umsetzung und Aufrechterhaltung
der auferlegten Qualitäts- und Methodenstandards. Parallel dazu
erarbeitet die LBG gerade eine Strategie, um erfolgreichen Instituten
die Option einer zweiten Laufzeit zu ermöglichen. Dabei geht es
darum, die Nachhaltigkeit des jeweiligen Forschungsthemas in der
österreichischen Forschungslandschaft zu gewährleisten. Daher sollen
Ludwig Boltzmann Institute als zeitlich befristete außeruniversitäre
Einrichtungen am Ende der zweiten Periode systematisch in
Partnerinstitutionen integriert werden. Diese Option wurde auch dem
LBI HTA in Aussicht gestellt, das sich in der Zwischenzeit zu einer
gefragten Institution im österreichischen Gesundheitswesen etablieren
konnte .

Produktivität auf hohem Niveau

Mediale Aufmerksamkeit gewann das LBI HTA in den letzten Jahren
etwa durch rasche, wissenschaftliche und unabhängige Politikberatung
bei zeitrelevanten Themen, wie der Schweinegrippe oder der
HPV-Impfung.

Rasche Reaktion und der Erstellung von wissenschaftlichen
Evidenzanalysen einerseits steht die Erstellung von mehrjährigen
Assessments gegenüber. Im Rahmen der jährlichen Gestaltung des
Arbeitsprogramms, das in einem Priorisierungsverfahren festgelegt
wird, können sowohl die beteiligten Partner des LBI HTA, als auch das
LBI-HTA selbst, Themen in die Priorisierung einbringen. Das
Arbeitsprogramm wird dementsprechend durch die finanzierenden
Partner, aber auch durch Drittmittel- und eigen initiierte Projekte
bestimmt.

Derzeit sind 13 WissenschafterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen
in den Bereichen Gesundheit, Medizin und Pharmazie am LBI-HTA
beschäftigt. Innerhalb der letzten 5 Jahre wurden mehr als 160
Arbeiten als wissenschaftliche Unterstützung für politische
Entscheidungen im Hinblick auf einen effizienten und angemessenen
Ressourceneinsatz im österreichischen Gesundheitswesen, publiziert.
12 weitere Projekte sind derzeit in Bearbeitung (2011/12).

Weiterführende Links

LBI-HTA Website:
http://hta.lbg.ac.at

HTA-Newsletter (online):
- September-Ausgabe (100.):
http://hta.lbg.ac.at/de/newsletter.php?iMenuID=63

HTA-Impact Berichte:

- "Auswirkungen der HTA-Forschung auf das Gesundheitswesen in
Österreich"
Teil 1, Methodenübersicht:
http://eprints.hta.lbg.ac.at/877
Teil 2, Ergebnisse der empirischen Erhebung:
http://eprints.hta.lbg.ac.at/907

- "Evidenzbasis für ein lernendes Gesundheitssystem - Anregungen aus
Good Practice für Capacity Building in Versorgungs- und Public Health
Forschung":
http://eprints.hta.lbg.ac.at/908/

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0148 2011-10-12 11:59 121159 Okt 11 LBG0001 0541



Ludwig Boltzmann Gesellschaft Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment
Garnisongasse 7/20,
1090 Wien
Dr. Claudia Wild,
Institutsleitung - DW 12
Mag. Gerda Hinterreiter,
Wissenschaftskommunikation - DW 13
Tel: +43 (0) 1236 8119-0
Fax: +43 (0) 1236 8119-99
http://hta.lbg.ac.at

Aussendungen von Ludwig Boltzmann Gesellschaft abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten:

Errechnete Tags:

Errechnete Personen: