• 12.10.2011, 11:04:59
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ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposium: "Neue Straßen - Neue Fahrzeuge" als Herausforderung für den Menschen

Shared Space - gesellschaftlicher Konsens auch in Städten gegeben?

Wien (OTS) - "Neue Straßen - Neue Fahrzeuge. Eine Herausforderung
für den Menschen" - unter diesem Titel diskutieren heute Experten bei
einem Symposium von ÄKVÖ (Ärztliche Kraftfahrvereinigung Österreichs)
und ÖAMTC in Wien. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Mensch den
Neuerungen im Verkehr tatsächlich gewachsen ist. Deutlich wird das
Spannungsfeld beim Thema "Shared Space", einem neuen Ansatz in der
Verkehrsplanung. ÖAMTC-Experte Hans Peter Auer berichtet in seinem
Vortrag über die Erfahrungen mit Shared Space-Projekten in der
Steiermark. Einige Vorteile aus seiner Sicht: "Das Projekt Shared
Space in Gleinstätten zeigt eine deutliche Reduktion der gefahrenen
Geschwindigkeit. Positiv ist auch die Einbindung aller
Verkehrsteilnehmer und Anrainer in die Planung." Genau diesen Punkt,
den gesellschaftlichen Konsens der Bürger über die Gestaltung und
Nutzung einer Verkehrsfläche, sieht auch ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer
als entscheidenden Erfolgsfaktor. "Es ist eher zweifelhaft, ob das
ebenfalls in einer anonymen Großstadt möglich ist", sieht
ÖAMTC-Jurist Hoffer derzeit noch gewisse Grenzen für visionäre
Verkehrskonzepte. Eine Übergangslösung aus seiner Sicht:
"Rahmengesetze, die fehlende soziale Kontrolle ersetzen." Hoffer
schlägt vor, sich bei städtischen Projekten für geteilten
Verkehrsraum an bestehenden Regeln wie etwa für Wohnstraßen zu
orientieren und diese zu erweitern bzw. zu modifizieren.

Neben Verkehrsplanung sind auch elektronische
Fahrerassistenzsysteme Thema beim Symposium. ÖAMTC-Experte Friedrich
Eppel erklärt die Funktionsweise der wichtigsten aktuell erhältlichen
Fahrerassistenzsysteme. "Auch wenn es bei manchen Systemen schon in
Richtung autonomes Fahren geht, der Mensch wird auch in naher Zukunft
Herr über die Entscheidungen im Fahrzeug sein", bekräftigt Eppel.

Birgit Nadler von nast consulting skizziert, dass
Verkehrstelematik in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird: "Zu
den bestehenden intelligenten Verkehrssystemen, die die
Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen warnen, werden kooperative
Systeme (Car2X) integriert. Dies bedeutet, dass ein laufender Daten-
und Informationsaustausch aller Beteiligten (Fahrzeuge untereinander
als auch mit der Verkehrsinfrastruktur) stattfindet. Dadurch können
konkrete und aktuelle Informationen an die betroffenen Fahrzeuge
weitergeleitet und im Fahrzeug dargestellt werden." Mediziner Raimund
Saam berichtet, dass durch die flächendeckende Implementierung eines
Telematiksystems (Informationen über Straßenzustand, Verkehr etc.)
die Zahl der Schwerverletzten um 30 Prozent, die der Unfälle mit
Personenschaden um 31 Prozent und die Zahl der Verkehrsunfälle um 35
Prozent verringert werden könnte.

Wie relevant der Faktor Mensch bei allen technischen Neuerungen
bleibt, schildert Wolfgang Staffen, Facharzt f. Nuklearmedizin. So
stünden der technischen Weiterentwicklung sowie neuen und sicheren
Straßen ein höheres Verkehrsaufkommen und eine zunehmende
Schnelllebigkeit gegenüber. "Es stellt sich die Frage, wie wir in
Zukunft unser Gehirn direkter und effizienter für unsere Mobilität
nutzen können", so Staffen im Rahmen des ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposiums.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Kesche
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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