- 11.10.2011, 14:31:39
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ÖAMTC fordert günstige Koppelung von Jahreskarten und Park&Ride
Clubexperte: "Wahlzuckerl werden Autofahrer nicht finanzieren"
Wien (OTS) - "Ein interessantes Angebot für alle Mobilitätsträger.
Jeder Autofahrer sollte für sich durchrechnen, ob sich ein Umstieg
auf öffentliche Verkehrsmittel lohnt", kommentiert Martin Hoffer, der
verkehrspolitische Referent des ÖAMTC, die aktuelle Öffi-Reform der
rotgrünen Wiener Stadtregierung. Mit der Tarifänderung gibt es ein
Jahresticket der Wiener Linien künftig um 365 Euro bei Einmalzahlung
- also fährt man künftig um einen Euro täglich. Auch die weiteren
Tarife wurden gesenkt.
Erhöhen werden sich definitiv die Ausgaben für die Stadt Wien.
"Die angekündigten Änderungen verursachen Mehrkosten in der Höhe von
rund 25 Millionen Euro", berichtet Hoffer. Schon jetzt zahlt die
Stadt Wien für die Wiener Linien mehr als 724 Millionen Euro pro
Jahr. Wie die Gemeinde Wien nun sicherstellen will, dass die
Parkgebühren nicht mit dem Öffi-Tarif querverrechnet werden, bleibt
kritisch zu beoabachten. Dass sie für die Kosten von Wahlzuckerln
herhalten müssen, hätten die Autofahrer sicher nicht akzeptiert.
Club fordert attraktive Angebote auch für Pendler
Ob diese Öffi-Reform den gewünschten Effekt einer Reduzierung des
Straßenverkehrs mit sich bringt, wurde von vielen Experten im Vorfeld
angezweifelt. "Einerseits muss sich zeigen, ob durch die günstigeren
Tarife mehr Menschen eine Jahreskarte kaufen und ob der öffentliche
Verkehr für den höheren Bedarf überhaupt gerüstet ist. Will man mehr
Pendler zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen, muss man
ihnen überdies ausreichende Park&Ride-Plätze zur Verfügung stellen
und noch kostengünstigere Angebote bei Kombination der ÖV-Jahreskarte
mit Park&Ride machen", sagt der ÖAMTC-Jurist.
Preiserhöhung bei Einzelfahrschein nur bei "Verbesserungen"
Bei der Erhöhung des Einzelfahrscheins plädiert Hoffer für einen
Wertausgleich in Form von Verbesserungen. "Erstens muss der Zuschlag
für einen Fahrscheinkauf in Straßenbahn oder Bus wegfallen. Es nicht
nachvollziehbar, dass ein Fahrschein im Automaten bei der Station
weniger kostet als im Automaten im Fahrzeug selbst. Dieser Zuschlag
stammt noch aus Schaffnerzeiten und ist heute völlig überholt",
erklärt der ÖAMTC-Jurist. Außerdem fordert Hoffer eine Überarbeitung
der Gültigkeit. "Derzeit gilt ein Einzelfahrschein für eine Fahrt -
eine Fahrtunterbrechung für Einkäufe oder Erledigungen ist nicht
möglich. Hier fordert der Clubjurist eine Änderung: "Die Gültigkeit
des Fahrscheins sollte wie in anderen europäischen Großstädten auf
eine bestimmte Zeit festgelegt sein." So kann man z. B. in Berlin mit
einem Einzelfahrschein zwei Stunden unterwegs sein, egal wie oft und
wie lange man die Fahrt unterbricht.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Dagmar Halwachs
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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