• 11.10.2011, 13:40:50
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Blecha: "Mit Sozialabbau ist die Krise nicht zu bewältigen"

Pensionistenverband verlangt strenge Preiskontrollen sowie Malus für Unternehmen, die ältere Dienstnehmer in Frühpension drängen

Wien (OTS) - "Mit Sozialabbau ist die Finanz-, Schulden-, und
Wirtschaftskrise nicht zu bewältigen", erklärte Pensionistenverbands-
und Seniorenrats-Präsident Karl Blecha heute im Rahmen der
Vorstandssitzung des Pensionistenverbandes Österreichs, der größten
Seniorenorganisation unseres Landes. "Die Leute sind aufgebracht,
dass bei den sogenannten Kleinen gespart werden soll, während den
Banken, die die Krise verursacht haben, wieder das Geld zugeschossen
werden muss", so Blecha.

Blecha betonte, "dass eine Pensionsanpassung 2012 mit 2,7 Prozent
ohne Deckel keineswegs sicher war, aber jetzt nicht mehr in Frage
gestellt wird". Blecha: "Das ist ein Verdienst unserer
kampfentschlossenen Organisation. Bei den Verhandlungen mit der
Regierung werden wir uns für die Bezieher kleiner Pensionen
einzusetzen. Diese sind nämlich von der Teuerung, die der
Miniwarenkorb besser abbildet als der Verbraucherpreisindex, stärker
betroffen. Auch in Österreich droht Altersarmut, der man rechtzeitig
entgegentreten muss." Der Pensionistenverband startet deshalb eine
Kampagne gegen die Preissteigerungen: "Wir fordern den
Wirtschaftsminister auf, strenge Preiskontrollen durchzuführen. Die
Wettbewerbsbehörde muss energischer die Energiepreise überwachen, auf
EU-Ebene muss Österreich ein Spekulationsverbot auf Rohstoffe und
Lebensmittel fordern", nannte Blecha seine Hauptforderungen.
Besonders kritisierte der Seniorenvertreter den
"Österreich-Aufschlag", mit erkennbar teureren Preisen im Vergleich
zu Deutschland, Italien und Schweiz. "Auch da sind der
Wirtschaftsminister und die Wettbewerbsbehörde gefordert, die
Preispolitik der Supermärkte, aber auch der Hersteller unter die Lupe
zu nehmen", so Blecha.

Pensionssystem: "Da kennt sich kein Mensch mehr aus!" -
Vereinfachungen gefordert

"Unser ganzes Pensionssystem ist durch die Schüssel-Reformen
völlig unübersichtlich und viel zu kompliziert geworden -
Parallelrechnung, Durchrechnungszeiten, Übergangsregelungen u.v.a.m.
Da kennt sich ja kein Mensch mehr aus!", sagte Blecha und forderte
Vereinfachungen, damit auch die Jungen wieder Vertrauen in das
sichere staatliche Pensionssystem gewinnen. "Wir brauchen sehr rasch
eine Reform der Schüssel'schen Reformen!", so Blecha.

Kein Geld aus der Pensionsversicherung für Betriebe - Malus muss
kommen

Als völlig "unausgegoren" bezeichnete Blecha den Vorschlag des -
"skandalöser Weise ohne Pensionistenvertreter geführten
Sozialpartner-Dialogs in Bad Ischl", wonach Unternehmer Geld aus der
Pensionsversicherung bekommen sollen, wenn sie "Hackler" von der
Frühpension abhalten wollen. Vielmehr fordert Blecha einen echten
"Malus" für Unternehmer, "die die Leute nach wie vor reihenweise in
die Pension abschieben und auch zu wenig dafür tun, dass ältere
Dienstnehmer altersgerecht beschäftigt werden. "Wir brauchen eine
altersgerechte Arbeitswelt!", so Blecha abschließend.

Rückfragehinweis:
Andy Wohlmuth / Mag. Daniel Auer
Pensionistenverband Österreichs
Tel. +43/1/313 72-31
[email protected]

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