• 11.10.2011, 13:14:14
  • /
  • OTS0196 OTW0196

Junge Industrie: Sozialpartnervorschläge bestenfalls erster Schritt

JI-Bundesvorsitzende Niss: Brauchen endlich echte Reformen, Abschaffung aller Schlupflöcher - Jeder Schritt nach Vorne begrüßenswert, aber Tempo muss erhöht werden

Wien (OTS) - Mehr Tempo forderte die Bundesvorsitzende der Jungen
Industrie, Dr. Therese Niss, im Bereich der Pensionen angesichts der
vorgestellten Vorschläge der Sozialpartner: "Natürlich ist jeder
Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen, aber in Summe passiert
zu wenig um unser Pensionssystem auf wirklich nachhaltige Beine zu
stellen." Es sei jedoch blauäugig zu glauben, dass man mit einigen
wenigen, eher kosmetischen Maßnahmen der in Österreich nach wie vor
grassierenden Frühpensionitis Einhalt bieten könne. "Dass die
"Hacklerregelung" immer wieder verlängert wurde war bereits ein
Affront gegen die jüngeren Generationen. Sie hätte abgeschafft werden
müssen, die sogenannten Verschärfungen bis 2014 waren auch immer zu
wenig ambitioniert." Es brauche, wie etwa auch in nordischen Ländern
üblich, spürbare Abschläge bei Frühpensionen, so Niss: "Wer auf
Kosten der Allgemeinheit ohne Not zu früh in Pension geht, sollte das
auch bei der Pensionshöhe deutlich spüren.""

Unpopuläre Maßnahmen seien unumgänglich, so die Bundesvorsitzende,
denn es liege leider in der Natur des Menschen, dass vorhandene
Schlupflöcher auch ausgenutzt würden. Die OECD habe berechnet, dass
Österreich derzeit eine der höchsten Strafen auf Arbeit für die
Alterskohorte der 55-64-Jährigen hat. Der sogenannte implizite
Steuersatz auf Weiterarbeit für Ältere betrage in Österreich bereits
58,6 % des Durchschnittslohns. Dieser Satz enthalte sowohl die Kosten
der Weiterarbeit als auch die zu erwartenden Pensionsleistungen. Bei
einem Steuersatz von fast 60 % fällt die Entscheidung zwischen Arbeit
und Frühpensionen wenig überraschend häufig für die Pension, so Niss.
Als grundsätzlich gute aber jedenfalls ausbaufähige Maßnahmen
bezeichnete Niss die Vorschläge der Sozialpartner zur Eindämmung des
Zugangs in die Invaliditätspension: "Die Forcierung der
Rehabilitation und Integration vor Pension ist angesichts der hohen
Rate an Invaliditätsfällen in Österreich dringend notwendig", betonte
die JI-Chefin. Daher spricht sich die Junge Industrie auch für
härtere Auflagen für angeblich psychisch kranke Antragsteller aus und
fordert die Meldung von relevanten Einschränkungen an die für Fahr-
und Jagderlaubnis und Waffenbesitz zuständige Behörde. Das Ziel, das
komplizierte System der Pensionsberechnung zu vereinfachen und
transparenter zu gestalten sei zu unterstützen.

Rückfragehinweis:

Junge Industrie
   Mag. Martin Amor
   Bundesgeschäftsführer
   Tel.: +43 1 71135-2309
   mailto:[email protected]
   www.jungeindustrie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel