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OTS0156   10. Okt. 2011, 13:07

LH Dörfler: Zusammenarbeit und Zukunftschancen sind Sieger der Ortstafellösung

10.Oktober-Feiern des Landes - Deutschsprache Minderheit in Slowenien unterstützen - Vermächtnis immer hochhalten


Kärnten gedachte heute, Montag, der 91.
Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung. Traditionell
feierten Bevölkerung und offizielles Kärnten am Soldatenfriedhof
Klagenfurt-Annabichl und anschließend bei der Stätte der Kärntner
Einheit im Landhaushof.

Tradition, Respekt und Dankbarkeit für die Kärntnerinnen und
Kärntner, die sich mit Abwehrkampf und Volksabstimmung in den Dienst
der Heimat gestellt haben, seien auch emotional festgeschrieben,
sagte Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Kärnten zeige schon seit
Jahren, wie Gemeinsamkeit gepflegt werde. Er ging auf die
Ortstafellösung näher ein, mit ihr sei ein Beitrag für die Zukunft
geleistet worden. Der Sieger sei der Frieden im Land, sagte Dörfler.
Ebenso seien die Chancen unserer Jugend sowie die Geschichte des
Landes Sieger, denn viel Historisches sei aufgearbeitet worden. Es
gehe nicht um Abrechnung, sondern darum, alle Facetten der Kärntner
Geschichte auszuleuchten. Vor allem sei die Zusammenarbeit Sieger im
Land, wies der Landeshauptmann auf Südkärnten und seine starke
wirtschaftliche Entwicklung, etwa durch Bosch-Mahle, hin.

Eine weitere positive Folge sei die neue Qualität mit den
Nachbarn. Nachdem es mit Friaul-Julisch Venetien, dem Veneto und nun
auch mit Slowenien eine gute Nachbarschaft gebe, hoffe er, dass sich
daraus eine Freundschaft entwickeln werde, so Dörfler. Er dankte
allen Beteiligten am Zustandekommen der Ortstafellösung, insbesondere
den anwesenden Volksgruppenvertretern Bernard Sadovnik und Marjan
Sturm sowie Alt-Landeshauptmannstellvertreter Rudolf Gallob. Dank
zollte Dörfler auch den Mitarbeitern der Straßenmeistereien, die die
Ortstafelaufstellungen gut ausgeführt haben.

Sieger werde nun auch die deutsche Volksgruppe in Slowenien sein,
erhofft sich der Landeshauptmann. Nach der Ortstafellösung gleichsam
als Siegestor sei nun der Ausgleich insofern fällig, dass es auch
eine Anerkennung und Unterstützung der deutschsprachigen Minderheit
in Slowenien und damit eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe geben
soll.

Der Landeshauptmann wies auf das vorjährige Motto "Gestern -
Heute - Morgen" hin und unterstrich den Zukunftsumbau, den Kärnten 91
Jahre nach der Volksabstimmung und 56 Jahre nach dem Staatsvertrag
gemacht habe. Die großen Verwundungen durch den Abwehrkampf und die
Weltkriege hätten es schwierig gemacht, das Miteinander auch
politisch zu erreichen, erklärte Dörfler. Durch viele Partnerschaften
sei es aber gelungen, das Morgen zu erreichen. Unsere Zusammenarbeit
gebe Kraft für Frieden und Zukunft, appellierte der Landeshauptmann.
Marie aus Himmelberg erhielt vom Landeshauptmann einen Kärntner Löwen
als Geschenk. Sie kam an ihrem heutigen zweiten Geburtstag zur
Landesfeier.

Landtagspräsident Josef Lobnig betonte ebenfalls die
Notwendigkeit, die deutschsprachige Minderheit in Slowenien rechtlich
anzuerkennen. Er ging auf die stolze Kärntner Geschichte ein. Ohne
Abwehrkampf hätte es keine Volksabstimmung gegeben, so Lobnig. Die
große Teilnahme sei auch Ausdruck der starken Heimatverbundenheit der
Kärntnerinnen und Kärntner.

Auch der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider wies auf
das Vermächtnis von Abwehrkampf und Volksabstimmung hin. Nun gelte
es, der Verantwortung für die Zukunft gerecht zu werden. Klagenfurt
pflege habe unter anderem 16 Partnerstädte, so Scheider.

Alt-LHStv. Rudolf Gallob, Ehrenpräsident des Österreichischen
Kameradschaftsbundes, dankte der Landes- und Bundespolitik herzlich
für die erzielte Ortstafellösung. Hier habe man in einer sehr heiklen
Angelegenheit eine sehr gute Lösung erzielt. Der 10. Oktober sei der
größte Kärntner Festtag, so Gallob.

Gefeiert wurde zuvor auch beim Ehrenmal am Soldatenfriedhof in
Klagenfurt-Annabichl. Hier wurde der Gefallenen gedacht, Politik,
Bundesheer, Einsatzorganisationen und Traditionsverbände legten
Kränze nieder. "Es ist unsere dauerhafte Verpflichtung, das Gestern
nicht aus den Augen zu lassen", betonte der Landeshauptmann in seiner
Ansprache. Es gelte, Respekt und Dankbarkeit für die Abwehrkämpfer
immer jung zu halten. Dafür solle vor allem der Kärntner Jugend die
Geschichte näher gebracht werden. Das Motto der vorjährigen
10.-Oktober-Feier "Gestern - Heute - Morgen" solle als Staffelholz
eines selbstbewussten Kärnten weitergereicht werden.

Dörfler dankte allen Sicherheits- und Blaulichtorganisationen,
die in Kärnten verlässliche Partner seien. Er wiederholte auch sein
klares Ja zum Bundesheer und zur allgemeinen Wehrpflicht. Man solle
sich dagegen zur Wehr setzen, dass das Bundesheer scheibchenweise
abmontiert wird. Es gehe nicht an, dass Österreich den
Euro-Rettungsschirm für Griechenland unterstütze - das gerade 400
neue Panzer geordert habe - und dann das Sicherheitsbedürfnis der
eigenen Bevölkerung missachte.

Bei den Gedenkfeiern wurden u. a. die Landtagspräsidenten Rudolf
Schober und Johann Gallo, Nationalratsabgeordneter Heinz-Christian
Strache, LHStv. Uwe Scheuch, die Landesräte Josef Martinz, Harald
Dobernig und Christian Ragger, Landesrätin Beate Prettner,
Superintendent Manfred Sauer, Dompfarrer Peter Allmaier,
Militärkommandant Brigadier Gunther Spath, Sicherheitsdirektor Albert
Slamanig, Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik,
Landesgerichtspräsident Bernd Lutschounig sowie Landesamtsdirektor
Dieter Platzer gesehen. Für die musikalische Umrahmung sorgten die
Militärmusik Kärnten und der MGV Annabichl. Den Festakt im
Landhaushof gestalteten die Kärntner Fahnenschwinger sowie die
Kleinen aus der Volksschule Pörtschach und aus dem Klagenfurter
Kindergarten "Du und Ich" mit.
(Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0156 2011-10-10 13:07 101307 Okt 11 NKL0001 0760



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