AK fördert Peer Education Projekt gegen Diskriminierung
Wien (OTS) - "Mut zur Vielfalt": Unter diesem Titel sind im
vergangenen Schuljahr SchülerInnen der kaufmännischen Schulen des
bfi Wien aktiv geworden und haben sich im Rahmen eines Projektes von
ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit zu so genannten
peer-TrainerInnen im Bereich Anti-Diskriminierung ausbilden lassen.
Diese von der Arbeiterkammer Wien finanzierte Ausbildung vermittelt
SchülerInnen zum einen ein tiefgreifendes Verständnis für die Themen
Rassismus, Diskriminie-rung, gesellschaftliche Vielfalt und
Zivilcourage. Zum anderen gibt sie ihnen das nötige Handwerkszeug mit
auf den Weg, um selbst mit ihren SchulkollegInnen in Workshops zu
diesen Themen zu arbeiten.
"Es ist wichtig, dass sich junge Menschen schon früh damit
auseinandersetzen, was es heißt, ausgegrenzt zu werden - und wie sie
sich dagegen wehren oder für andere einsetzen können, denen das
passiert. Deshalb fördert die AK dieses Projekt, denn Rassismus und
Ausgrenzung dürfen nicht toleriert werden", sagt AK-Expertin Zohreh
Ali-Pahlavani.
Im Rahmen des Projekts wurden im vergangenen Schuljahr 13
Jugendliche zu peer-TrainerInnen ausgebildet und haben bereits selbst
Anti-Diskriminierungstrainings für SchulkollegInnen durchgeführt.
Jetzt wird das Projekt fortgesetzt: Ab Herbst 2011werden die bereits
ausgebildeten peer-TrainerInnen gemeinsam mit den ZARA-TrainerInnen
weitere Workshops leiten. "Wenn Jugendliche untereinander die
alltäglichen Diskriminierungen und rassistischen Angriffe
thematisieren, kann unglaublich viel erreicht werden. Peer Education
ist eine der nachgewiesen effektivsten Methoden, um eine Veränderung
der inneren Einstellung und des Verhaltens zu bewirken. Wir freuen
uns daher sehr, dass die Arbeiterkammer Wien dieses wichtige Projekt
auch in Zukunft finanziert", betont die Leiterin der ZARA-Trainings,
Gertraud Kücher. "Im Alltag ist es wichtig, Zivilcourage zeigen zu
können. Wenn mir was passiert, weiß ich jetzt, wie ich reagieren
soll", resümiert eine Schülerin.
SchülerInnen sind auf unterschiedlichste Art und Weise von
Diskriminierungen betroffen, sei es am Arbeitsplatz, in der Schule
oder in der Freizeit. Das peer-Education-Projekt des
Anti-Rassismus-Vereins ZARA hat zum Ziel, gemeinsam mit Jugendlichen
an den Themen Anti-Diskriminierung, Gleichbehandlung und Vielfalt zu
arbeiten.Ihnen wird dabei das Handwerkszeug vermittelt, um im
Klassenverband niederschwellig in Rassismus-basierte Konflikte
einzugreifen, gemeinsam mit den SchulkollegInnen deren Auslöser zu
hinterfragen und so diskriminierende Verhaltensmuster aufzubrechen.
Im vergangenen Schuljahr wurde das Projekt mit Förderung durch die AK
an Schulen des bfi Wien durch-geführt. Insgesamt haben 79
SchülerInnen an Anti-Diskriminierungs-Workshops teilge-nommen.
SchülerInnen aus 3 ersten Klassen haben an
Anti-Diskriminierungs-Workshops teilgenommen und wurden aufgerufen,
sich für die Peer-TrainerInnenausbildung zu bewerben. Im Anschluss an
die Workshops haben die ZARA-TrainerInnen gemeinsam mit den
Leh-rerInnen jene Jugendlichen ausgewählt, die dann an der
Peer-TrainerInnenausbildung teilgenommen haben. Im Rahmen der
Ausbildung haben sich die SchülerInnen mittels interaktiven Methoden
mit den Themen Rassismus und Zivilcourage auseinandergesetzt.
Außerdem erarbeiteten die Jugendlichen, wie sie dieses erworbene
Wissen an ihre Mit-schülerInnen weitergeben können. Im Anschluss an
die Ausbildung war es dann so weit: Die ausgebildeten
Peer-TrainerInnenhaben, unterstützt von zwei ZARA-TrainerInnen, für
SchulkollegInnen Workshops geleitet.
Methodisch basiert peer-Education auf der Annahme, dass
"VermittlerInnen", wenn sie derselben (sozialen) Gruppe angehören,
ihre "KameradInnen" besser erreichen als "Ver-mittlerInnen", die sich
durch ihre soziale Zugehörigkeit stark von der Zielgruppe
unter-scheiden. Peer-Education wird häufig auf der individuellen
Ebene eingesetzt, um das Wissen von Personen zu modifizieren, ihre
Einstellungen zu hinterfragen sowie um Ver-haltensänderungen zu
bewirken. Besonders bei Jugendlichen hat sich die peer-Education
Methode als besonders effektiv erwiesen. Jugendliche haben oft einen
erschwerten Zugang zu Informationen oder die vorhandenen
Informationen sind, weil sie für eine andere Zielgruppe erstellt
wurden, schwer verständlich - die Jugendlichen nehmen das Angebot
nicht wahr. In peer-Education-Projekten befinden sich alle
Beteiligten in einem informellen Kommunikationsprozess, in dem
niederschwellig Informationen und Meinungen ausgetauscht werden, der
Prozess ist partizipativ, wodurch sich der Lerneffekt noch verstärkt.
Thomas Angerer
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