- 07.10.2011, 12:18:25
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Das war die lange Nacht des Missbrauchs am Stephansplatz - SPÖ Jarolim und Grüne Musiol für die Kündigung des Konkordats
Wien (OTS) - "Seid nicht mehr länger dumme Schafe, erhebt euch
gegen die Vertuschung", dazu rief Schauspieler Hubsi Kramar, der im
Kardinalskostüm erschienen war, gestern auf. Sein Auftritt, der nicht
einmal vom Geläut der Bummerin zu übertönen war, stellte einen der
künstlerischen Höhepunkt der Langen Nacht des Missbrauchs dar, Aus
Schande über die Schuld, die die Kirche auf sich geladen hat, trat er
als Kardinal auf der Bühne schließlich zurück. Er hat gestern
gemeinsam mit mehr als 20 anderen Künstlerinnen und Künstlern seine
Solidarität mit den Betroffenen kirchlicher Gewalt demonstriert. Das
Multimedia Event, bei dem auch Diaprojektionen auf den Stephansdom
stattfanden, war ein voller Erfolg. Entlang des Abends gab es immer
wieder spontane Wortmeldungen von Betroffenen, die erstmals ihre
Geschichte öffentlich erzählten. Großer Andrang war bei den
Unterschriftenlisten zum Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu
verzeichnen: in Anwesenheit eines Notars gaben mehr als 250
BürgerInnen spontane Unterstützungserklärungen ab.
Podiumsdiskussion zum Konkordat
Den politischen Brennpunkt bildete die spätabendliche
Podiumsdiskussion, der zahlreiches Publikum beiwohnte. SPÖ
Justizsprecher Hannes Jarolim und die Grüne Verfassungssprecherin
Daniela Musiol sprachen sich klar für die Kündigung des Konkordates
aus. Dieser Vertrag aus der Zeit des Austrofaschismus gewährt der
Kirche Steuerbegüngstigungen und Subventionen auf Kosten der
österreichischen SteuerzahlerInnen, nach aktuellen Schätzungen rund
eine Milliarde EUR jährlich und höhlt aufgrund der ungerechtfertigten
Sonderbehandlung den Rechtsstaat aus.
Staatliche Kommission zur Aufklärung der Missbrauchsverbrechen
Tenor der Betroffenen sowie der anwesenden PolitikerInnen und
Kulturschaffenden: die Haltung von Staat und Kirche im Rahmen der
Missbrauchsskandale ist beschämend. Die Mitglieder der Klasnic
Kommission lassen sich für die Vertuschungsbestrebungen der Kirche
instrumentalisieren. Der gestrige Abend hat die Forderung bekräftigt,
dass dieses Kapitel der österreichischen Geschichte in würdiger Art
und Weise aufgearbeitet werden muss. So wie auch die staatlichen
Kommissionen Irlands, die über 10 Jahre an der politischen und
rechtlichen Aufarbeitung der Missbrauchsskandale mitwirkten, soll
auch in Österreich eine Aufklärungskommission installiert werden, die
diesen Namen verdient: die angemessene Entschädigungen auszahlt und
den Betroffenen mit Therapiemaßnahmen und Strafverfolgung der Täter
über die erlittenen Sexual- und Gewaltverbrechen hinweghilft.
Video: http://www.youtube.com/watch?v=-WaLElgfQio
www.kirchen-privilegien.at
www.betroffen.at
Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, [email protected]
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