- 07.10.2011, 10:06:34
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FVMI: Tankstellenmarkt erfüllt höchste Preistransparenz-Standards
Tankstellen werden zunehmend als Nahversorger wegfallen
Wien (OTS) - Die heimischen Tankstellenbetreiber haben in den
vergangenen Monaten zusätzliche Transparenzmaßnahmen wie die s.g.
Spritpreis-Verordnung und den Spritpreisrechner rechtskonform
umgesetzt. Jede Implementierung neuer Informationssysteme bedeutet
für die Unternehmen jedoch hohe zusätzliche Belastungen. Die
Tankstellenpreise dürften aber im Vergleich zu anderen Branchen
mittlerweile an Transparenz kaum mehr zu überbieten sein. Im Internet
ist die in der Umgebung aktuell billigste Tankstelle zu finden, die
Preise können über die Preisankünder schon im Vorbeifahren abgelesen
werden, Preisänderungen sind innerhalb von 24 Stunden nur nach unten
erlaubt und über die internationalen Marktentwicklungen bei Rohöl und
Mineralölprodukten wird tagtäglich weltweit berichtet.
Auf Grund dieser Umstände ist es nicht weiter verwunderlich, dass
die Margen beim Kraftstoffverkauf seit Jahresbeginn noch weiter
gesunken sind. Die Mineralölunternehmen geraten dadurch zunehmend
unter Druck. "Maßnahmen, die ein Ankurbeln des ohnehin bereits harten
Wettbewerbs zum Ziel haben, entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als
Totengräber eines flächendeckenden Tankstellennetzes in Österreich"
sagt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbands der
Mineralölindustrie. Die Folge dieser "wettbewerbsfördernden"
Transparenzbestimmungen sind weitere Schließungen von unrentablen
Standorten vor allem im ländlichen Raum. Das bedeutet für zahlreiche
Gemeinden oftmals das Wegbrechen des einzig verbliebenen Nah- und
Kraftstoffversorgers. Besonders hart trifft es Gemeinden in
wirtschaftlich schwachen Regionen und sogenannten "Randlagen", die
ohnehin schon unter Strukturschwäche und Abwanderung leiden.
Tankstellen könnte Greißlerschicksal ereilen
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der für alle
AutofahrerInnen öffentlich zugänglichen Tankstellen in Österreich um
mehr als 200 auf knapp 2.660 reduziert, auch 2010 ging die
Abwärtsentwicklung weiter. Im Vergleich zum Vorjahr gab es Ende 2010
laut FVMI-Erhebung unter Vermeidung von Doppelzählungen um nahezu 60
Tankstellen weniger als noch zum 31.12.2009, was einem Rückgang von 2
% entspricht. "Aufgrund der geringen Verdienstmöglichkeiten wird es
in Österreich immer schwieriger, Tankstellen wirtschaftlich
erfolgreich zu führen. Die Anzeichen sind mit dem Greißlersterben
vergleichbar. Maßnahmen der Politik wie die Spritpreisverordnung oder
die Spritpreisdatenbank erhöhen weniger den Wettbewerb, sondern
werden vielmehr zu einem Tankstellensterben führen", so Capek.
Zahlreiche Tankstellenbetreiber können dem wirtschaftlichen Druck
nicht mehr standhalten und sehen sich gezwungen, unrentable Standorte
zu schließen.
Tankstelle als Nahversorger fällt weg
"In strukturschwachen Gegenden Österreichs gibt es oft auf viele
Kilometer gesehen nur eine einzige Tankstelle. Wenn diese dann aus
betriebswirtschaftlichen Gründen auch geschlossen werden muss, wird
es für die betroffene Bevölkerung schwierig", so Capek. "Das
Tankstellensterben zeigt bereits deutliche Folgen: In manchen
Landesteilen müssen die Menschen schon jetzt oft sehr weit bis zur
nächsten Tankstelle fahren. Das kann weder im Sinne eines
umweltbewussten Fahrens noch einer sicheren Energieversorgung sein."
Zusätzlich nehmen viele Tankstellenshops gerade in dünn besiedelten
Gegenden die Rolle des Nahversorgers wahr - mit dem Schließen von
Tankstellen fällt dann endgültig auch dieser im Ort weg.
Interventionen von Bürgermeistern gegen diese Schließungsabsichten
lassen dann rasch erkennen, dass der öffentliche Druck auf das
Kraftstoffgeschäft durch laufend neue Forderungen und Polemik im
krassen Widerspruch zu den örtlichen Anliegen steht.
Brutto-Tankstellenmargen in Österreich am unteren Ende
Fakt ist, dass sich in kaum einem anderen europäischen Land so
wenig mit dem Verkauf von Kraftstoffen verdienen lässt wie in
Österreich. Eine neuerlich überprüfte Studie der Beratungsfirma Wood
Mackkenzie hat unter Berücksichtigung der jüngsten
Mineralölsteuererhöhung ergeben, dass Österreich zu den wenigen
Staaten Europas gehört, in denen die Brutto-Tankstellenmargen bei
Benzin und Diesel im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr
wieder gesunken sind. So bleiben im Durchschnitt weniger als 8
Cent/Liter für den Transport, Vertrieb und das Marketing über. Nach
Abzug aller dieser Kosten liegt der Gewinn der Mineralölunternehmen
pro Liter verkauften Kraftstoffes über das Jahr gesehen mittlerweile
bei nicht mehr als einem Cent.
Über den FVMI
Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite
Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als
gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und
Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die
Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren
(midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien
verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).
Rückfragehinweis:
ikp Wien GmbH
Daniel Pinka
Liechtensteinstraße 12/10, 1090 Wien
Tel.: +43 1 5247790-20
Email: [email protected]
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