OTS0054   7. Okt. 2011, 10:00

KIV/UG Oberösterreich: "Landtagsbeschluss - automatisch 1 % weniger Lohnerhöhung für öffentlich Bedienstete - ist beschämend!"

KIV/UG fordert alle Gebietskörperschaften auf Verhandlungsergebnisse im öffentlichen Dienst anzuerkennen und umzusetzen!


Der oberösterreichische Landtag hat am 29.
September 2011 u.a. beschlossen, dass ab 2012 bei allen Landes- und
Gemeindebediensteten (und private Einrichtungen, die die
Gehaltsabschlüsse des Landes übernehmen), die Gehalts- und
Lohnerhöhungen automatisch 1 Prozent unter den Verhandlungsergebnis
zwischen Öffentlichen Dienstgebern und Gewerkschaften liegen.

Am 1. Gewerkschaftstag der GdG-KMSfB, der zeitgleich stattfand,
wurde bereits eine Resolution als Protest mit dem Kernsatz
"Gesetzlich verordneter Lohnverzicht ist inakzeptabel!" beschlossen,
die die Konsequente Interessenvertretung/ Unabhängige
GewerkschafterInnen (KIV/UG) als Bundesfraktion in der GdG-KMSfB voll
und ganz unterstützt!

Zwt: Eingriff in Gehaltssystem ist keineswegs sozial ausgewogen!

"In einer Zeit, in der Errungenschaften wie die
Sozialpartnerschaft und auch Werte wie Solidarität nur mehr
Schlagworte sind, verwundert es leider auch nicht mehr, dass der
Oberösterreichische Landtag diese Maßnahme gesetzlich verankert hat.
Es ist beschämend, dass derartige Maßnahmen und Eingriffe in unser
Gehaltssystem als sozial ausgewogen bezeichnet werden. Die
KIV/UG-Oberösterreich verwehrt sich vehement gegen diesen Beschluss
des Landtages!", sagt Personalvertreter an der Dienststelle Soziales
und Soziale Hilfen im Welser Magistrat und Landessprecher der
KIV/UG-OÖ, Clemens Schiehauer, über die "automatisierte" Lohnkürzung.

Zwt: Kürzung trifft besonders Fraueneinkommen!

Waltraut Greutter-Greunz, ebenfalls Personalvertreterin der KIV/UG
im Bereich Kindergarten und Horte, Mobile Beratung im Magistrat Wels,
kritisiert insbesondere die Vorgangsweise: "Verhandelt wurde
ausschließlich mit der Personalvertretung der Landesbediensteten,
obwohl die Gemeindebediensteten ebenfalls betroffen sind. Und wieder
einmal verhandeln mehrheitlich Männer eine Maßnahme, welche vor allem
viele Frauen betreffen wird, da diese mehrheitlich in den Bereichen
Kindergärten, Horte und in Gesundheitsberufen tätig sind. Kein
Wunder, dass die Einkommensschere nicht nur zwischen Arm und Reich
sondern auch zwischen Männern und Frauen nach wie vor auseinander
driftet!"

"Es ist endlich an der Zeit, ein ernsthaftes Signal zu setzten und
einen fairen Finanzierungsbeitrag von Vermögenden und Konzernen zu
verlangen. es ist unzumutbar, dass die politischen
Verantwortungsträger die Finanzierungsprobleme auf dem Rücken der
Bediensteten und Beschäftigten austragen", schließt Greutter-Greunz.

"Vom Vorsitzenden der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten -
Kunst, Medien, Sport und Freie Berufe sind noch Gespräche mit dem
Städte- und Gemeindebund vorgesehen - dies befürworten wir als KIV/UG
natürlich. Wir möchten allerdings festhalten, dass bei erfolglosen
Verhandlungen weitere gewerkschaftliche Maßnahmen unabdingbar sind",
fordert der Landessprecher der KIV/UG-OÖ von der
GdG-KMSfB-Gewerkschaftsführung ein!

Öffentlich Bedienstete verdienen Respekt und Wertschätzung - keine verordneten Minusrunden!

"Bereits letztes Jahr hat der Salzburger und der Kärntner Landtag
den Gehaltsabschluss der Öffentlich Bediensteten, verhandelt von den
Gewerkschaften GdG-KMSfB und GÖD nicht umgesetzt. Die KIV/UG schickt
allen Verantwortlichen der Parteien, egal ob SPÖ, ÖVP, Grüne oder
FPÖ/BZÖ, eine klare Botschaft: Die Öffentlich Bediensteten,
insbesondere die Bediensteten der Kommunen und Städte verdienen
Respekt und Wertschätzung. Gesetzlich verordnete Minus-Lohnrunden
zeigen nur die politische Verantwortungslosigkeit der
Landesregierungen. Wir fordern von allen Gebietskörperschaften, dass
ohne Wenn und Aber das Verhandlungsergebnis für die Löhne bzw.
Gehälter der öffentlich Bediensteten umgesetzt wird", betont Thomas
Kerschbaum, Bundessprecher der KIV/UG und Mitglied des
Bundespräsidiums der GdG-KMSfB.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0054 2011-10-07 10:00 071000 Okt 11 AGG0001 0519



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Rückfragehinweis: Thomas Kerschbaum
Bundessprecher der KIV/UG
Mobil: (0664) 215 54 23
E-Mail: thomas.kerschbaum@kiv.at

Clemens Schiehauer
Landessprecher der KIV/UG Oberösterreich
Mobil: (0680) 209 02 86
E-Mail: clemens.schiehauer@wels.gv.at

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