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OTS0227   6. Okt. 2011, 13:09

Grüne Wien/Hebein: Eigene Wohnung und kompetente Betreuung für Obdachlose

Housing First wichtige Neupositionierung in der Wohnversorgung in Wien


Die Sozialsprecherin der Grünen Wien, Birgit Hebein,
begrüßt den Start des rot-grünen Koalitionsprojektes "Housing First".
"Mit dem Housing First-Konzept beschreitet Wien einen neuen Weg in
der Wohnversorgung und Betreuung wohnungsloser und von
Wohnungslosigkeit betreuter Menschen. In den nächsten Jahren soll
Schritt für Schritt das bestehende Stufensystem der Wiener
Wohnungslosenhilfe zu einem System geändert werden, wo am Anfang die
eigene Wohnung steht und begleitend dazu die für den Betroffenen
passende Betreuung vor Ort gewährleistet wird," erläutert Hebein.

Das Modell Housing First wurde ursprünglich in New York entwickelt
und in den letzten Jahren von verschiedenen europäischen Ländern und
Städten aufgegriffen. "Gerade in Großstädten sind hohe Wohnungskosten
ein für viele unüberwindbares Hindernis. Eine Delogierung stellt für
viele Menschen den Tiefpunkt in einer Reihe von Problemen dar," so
Hebein. Kernidee des Housing First Konzepts ist es, Menschen so rasch
wie möglich wieder in eine eigene und leistbare Wohnung zu
vermitteln. Dazu wird - je nach Bedarf - mittels ambulanter Betreuung
für eine gute Integration im neuen Wohnumfeld gesorgt. Je nach Bedarf
kann dies Sozialberatung oder auch intensive psychologische,
mediznische oder andere Betreuung sein. "Denn wer einen Jobverlust
hinter sich hat und dadurch die Wohnung verloren hat, benötigt andere
Unterstützung als jemand mit einer Suchterkrankung oder etwa eine
Familie", so Hebein.

Hebein: "Dort wo sich bisher obdachlose Menschen sich im Stufenplan
von Nachtquartier zum Übergangswohnheim bis hin zum betreuten Wohnen
räumlich verändern mussten und damit die Betreuung in den
Einrichtungen immer wieder neu aufgebaut werden musste, gibt Housing
First den betroffenen Menschen von Anfang an Sicherheit und
punktgenaue Unterstützung und Beratung." Das Vermeiden von Wohnungs-
und Heimwechsel durch Housing First ist vor allem für delogierte
Familien mit Kleinkindern als auch für Menschen mit psychischen
Problemen ein großer Vorteil.

Hebein begrüßt, dass nun der Fonds Soziales Wien gemeinsam mit dem
Verein neunerHAUS eine Perspektivengruppe leitet, wo mit Vertretern
der Wohnungslosenhilfe und des Magistrats über Standards und erste
Umsetzungsmaßnahmen bis Jahresende festgelegt werden.

"Der Housing First Ansatz ist Teil eines umfassenden Konzepts,
welches auch den Ausbau der Delogierungsprävention und den sozialen
Wohnbau umfasst", so Hebein abschließend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0227 2011-10-06 13:09 061309 Okt 11 GKR0003 0370



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