- 06.10.2011, 10:51:58
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Spitzensteuersätze auf Einkommen bleiben trotz Krise weltweit stabil
Wien/Linz (OTS) - Die G-20 Länder nehmen trotz Turbulenzen in
ihren Volkswirtschaften noch keine Veränderung der Spitzensteuersätze
auf Einkommen vor. Weltweit kommt es lediglich bei 15 Prozent der 96
untersuchten Länder zu einer Änderung der Einkommenssteuersätze.
Österreich liegt beim Spitzensteuersatz weiterhin im europäischen
Spitzenfeld. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Studie
"Individual Income Tax and Social Security Rate Survey" des
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
Die aktuelle Studie von KPMG zeigt: Es gibt kaum Veränderungen bei
der Besteuerung von Einkommen im Jahr 2011. Spanien ist die einzige
Volkswirtschaft innerhalb der größten zwanzig Volkswirtschaften der
Welt (definiert nach BIP), in der es 2011 eine Veränderung des
Spitzensteuersatzes auf Einkommen gab - der Spitzensteuersatz wurde
von 43 auf 45 Prozent erhöht. Hingegen verzeichnet kein einziges
Mitglied der G-20 eine Veränderung des Spitzensteuersatzes.
"Die Studie belegt, dass der österreichische Spitzensteuersatz im
internationalen Vergleich ausgesprochen hoch ist", kommentiert
Barbara Polster-Grüll, Partnerin bei KPMG in Wien, die Ergebnisse der
Studie. "Es zeigt sich auch, dass in anderen Staaten - trotz heftiger
Diskussionen - kaum Erhöhungen des Spitzensteuersatzes vorgenommen
wurden - vor allem nicht in den größeren Volkswirtschaften".
"Da Österreich bei der Besteuerung von Besserverdienern ohnehin im
Spitzenfeld liegt, muss man aus meiner Sicht die Forderung nach einer
Erhöhung des Spitzensteuersatzes und der Einführung einer
Reichensteuer ganz entschieden ablehnen", so Verena Trenkwalder,
Partnerin bei KPMG in Linz. "Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs im
Kampf um Talente würde sich durch solche Maßnahmen nur noch weiter
reduzieren."
Österreich: effektive Steuerbelastung geringer als in Deutschland
Österreich liegt mit dem Höchststeuersatz von 50 Prozent
international weiterhin im europäischen Spitzenfeld, lediglich
Schweden (56,6 Prozent), Dänemark (55,4 Prozent) und die Niederlande
(52 Prozent) haben höhere Spitzensteuersätze. Was die höchsten
Einkommensteuersätze der Welt betrifft, so gebührt diese Auszeichnung
der kleinen Karibikinsel Aruba mit einem Steuersatz von 59 Prozent.
Aussagekräftiger als der nominelle Höchststeuersatz eines Landes
ist jedoch die effektive Steuerbelastung, also die durchschnittliche
Einkommensteuerbelastung einschließlich Sozialversicherungsabgaben.
Hier liegt Österreich bei einem Jahreseinkommen von 100.000 USD mit
einer Gesamtbelastung von 38,4 Prozent an 16. Stelle von 96
untersuchten Ländern und somit weit hinter Deutschland mit 43
Prozent.
"Die Tatsache, dass das 13. und 14. Gehalt in Österreich zu
wesentlich günstigeren Sätzen versteuert wird, wirkt sich positiv auf
die effektive Steuerbelastung aus", erklärt Barbara Polster-Grüll.
"Der effektive Steuersatz ist jedoch weniger sichtbar und hat daher
weniger Auswirkungen auf den Standortwettbewerb als der
Spitzensteuersatz."
Spitzensteuersätze: Vereinzelte Veränderungen in Europa
Westeuropa führt mit einem durchschnittlichen Spitzensteuersatz
von über 45 Prozent das weltweite Ranking der Regionen an.
Spanien schuf neue Steuerklassen für Bezieher höherer Einkommen
und erhöhte die Spitzensteuersätze um 2 Prozent. Einkommen über EUR
175.000 werden nun mit einem Satz von 45 Prozent besteuert. Portugal
erhöhte die Steuersätze, wenngleich in geringerem Maße, das zweite
Jahr in Folge - von 45,9 auf 46,5 Prozent.
In Nordeuropa, wo der durchschnittliche Steuersatz annähernd 40
Prozent beträgt, gab es geringfügige Veränderungen in Lettland,
Finnland, Schweden, Island und Irland. Lettland etwa senkte seinen
Flat Rate Tax um 1 Prozent. Irland erhöhte die Steuern das dritte
Jahr in Folge: von 47 auf 48 Prozent.
Ungarn hingegen führt ein pauschales Besteuerungssystem ein, eine
sogenannte Flat Rate Tax, und senkt den Spitzensteuersatz auf
Einkommen somit von 32 auf 16 Prozent.
Die gesamte Studie sowie Grafiken finden Sie unter www.kpmg.at/presse
Rückfragehinweis:
Mariana Herrloss, 01/31332-730, [email protected]
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