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OTS0097   5. Okt. 2011, 10:46

Wiener SPÖ-Frauen/Aids Hilfe Wien: Femidom - Sicherer und selbstbestimmter Sex!

Verhütungsmethode für Frauen fördern, umfassende Aufklärung bieten


"Das Credo der Wiener SPÖ Frauen lautet: Jede
Wienerin soll sicher, selbstbestimmt und unabhängig leben können.
Dafür werden in Wien eine Vielzahl an Maßnahmen gesetzt, um die
Wienerinnen in allen Lebenslagen zielgerichtet unterstützen zu
können. Sei es bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei einer
punktgenauen Förderung am Arbeitsmarkt oder eben auch bei umfassenden
Informationen zu allen Gesundheitsfragen. In diesem Sinne ist es uns
ein besonderes Anliegen, die Verhütungsmethode Femidom zu
unterstützen", betonte die Frauensekretärin der Wiener SPÖ, LAbg.
Nicole Berger-Krotsch am Mittwoch bei einem Pressegespräch zum Thema
"Femidom: Sicherer und selbstbestimmter Sex!" gemeinsam mit NAbg.
Petra Bayer, SPÖ Sprecherin für globale Entwicklung sowie Sabine Lex
und Winifred Eyoufe von der Aids Hilfe Wien.****

"In Wien werde die Selbstbestimmtheit und Selbstständigkeit der
Frauen ernst genommen, so auch bei Themen wie Verhütung oder Schutz
vor der Infizierung mit HIV/Aids. Dabei sei es besonders wichtig,
durch niederschwellige Informationsangebote für Mädchen und Frauen
weit verbreiteten Fehlinformationen und Unwissenheit
entgegenzuwirken", unterstrich Krotsch. Denn es gehe darum,
selbstbestimmt über seinen Körper zu verfügen. Die Wiener SPÖ Frauen
informieren daher regelmäßig im Rahmen von diversen Veranstaltungen
und Verteilaktionen über das Femidom, um die Öffentlichkeit über
diese Verhütungsmethode aufzuklären: "Nur aufgeklärte Frauen können
ihre Gesundheit selbstbestimmt schützen und das Femidom leistet
hierzu einen wichtigen Beitrag!"

Jedes Jahr sterben 350.000 Frauen durch Mängel in der reproduktiven Gesundheit

NAbg. Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung verwies in
diesem Zusammenhang auf die "reproduktive Gesundheit", über die
erstmals bei der Internationalen Konferenz für Bevölkerung und
Entwicklung im Jahr 1994 diskutiert wurde. Dabei wurde das Recht auf
Familienplanung und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung von 179
Staaten als oberste bevölkerungspolitische Priorität anerkannt.
"Jedes Jahr sterben 350.000 Frauen durch Mängel in der reproduktiven
Gesundheit. Die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen hat immer
noch gravierende Folgen für ihre sexuelle Gesundheit. Sexuell
übertragbare Krankheiten breiten sich aus - weil Kondome oder
Femidome als einzig möglicher, wirksamer Schutz in vielen
Weltregionen nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen", so
Bayr.

Laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) haben 215
Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Laut
neustem Bericht über die Millennium Development Goals der Vereinten
Nationen sind junge Frauen in Sub-Sahara-Afrika am meisten gefährdet,
da sie im Gegensatz zu den jungen Männern unterinformiert sind, was
den Gebrauch moderner Verhütungsmethoden und die Ansteckungsgefahren
mit HIV/AIDS betrifft.

In Österreich leben inklusive Dunkelziffer etwa 12.000-15.000
Menschen mit HIV/AIDS. Ein Drittel davon sind Frauen und etwa 30
Prozent davon haben eine andere als die österreichische
Staatsbürgerschaft. Die meisten HIV-positiven Frauen haben sich über
heterosexuellen Geschlechtsverkehr mit dem Immunschwächevirus
infiziert.

Aids Hilfe Wien - PARC-Projekt für Frauen aus Subsahara-Afrika

Im Jahr 2011 hat die Präventionsabteilung für MigrantInnen und
vulnerable Gruppen der Aids Hilfe Wien das PARC1-Projekt, ein
aufsuchendes Peer-Projekt von und für MigrantInnen aus
Subsahara-Afrika durchgeführt. Settings waren unter anderem Shops,
Restaurants, Bars, Parkanlagen, Kulturfeste und Events wie die Afrika
Tage Wien. Im Zuge von Touren durch Shops, im Rahmen von Workshops
und Diskussionen sowie durch Weitergabe von Informationsmaterial,
wurden Femidome an Frauen aus Subsahara-Afrika ausgehändigt.
"Zunächst waren die Frauen einerseits angenehm überrascht und
neugierig, andererseits aber auch skeptisch. Dennoch war das Feedback
durchaus positiv; es war, als ob den Frauen eine Stimme in einem
männlich dominierten Bereich gegeben worden wäre", stellte Winifred
Eyoufe, Peer-Edukatorin des Projekts fest.

In der Präventionsarbeit ist die Weitergabe von Kondomen ein
wichtiges Element; im PARC-Projekt zeigte sich zudem eine starke
Nachfrage nach und rasche Akzeptanz von Femidomen von Frauen aus
Subsahara-Afrika. Dies beweise, wie wichtig und notwendig solche
Awareness-Programme für bestimmte Bevölkerungsgruppen seien.

"Leider ist das Femidom in Österreich nur sehr schwer erhältlich",
bedauert Sabine Lex, bei der Aids Hilfe Wien zuständig für die
Prävention für MigrantInnen und vulnerable Gruppen, und berichtete
weiters, dass Femidome sehr teuer und damit für viele Frauen nicht
leistbar sind. Die Unterstützung dieser Frauen sei daher von
essentieller Bedeutung. (Schluss) nk

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0097 2011-10-05 10:46 051046 Okt 11 DSW0001 0669



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