- 05.10.2011, 10:38:03
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OeNB - Österreichs Außenwirtschaft wechselt vorerst auf Überholspur
Güter- und Dienstleistungsausfuhren im 1. Halbjahr 2011 fast auf Rekordniveau
Wien (OTS) - Österreichs Exporteure dürfen im 1. Halbjahr 2011
eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen: Güter- und
Dienstleistungsausfuhren gewannen weiter an Fahrt und verfehlten das
unmittelbar vor dem globalen Abschwung erzielte Rekordergebnis des 1.
Halbjahres 2008 nur geringfügig. Die heimische Außenwirtschaft konnte
sich demnach aus der Umklammerung der Krise lösen und ihre
Wettbewerbsfähigkeit erneut unter Beweis stellen. Da gleichzeitig mit
den Ausfuhren auch die Importe deutlich anstiegen, schloss die
österreichische Leistungsbilanz im Vergleich zum 1. Halbjahr 2010
nahezu unverändert mit einem Plus von 4,4 Mrd EUR. Gemäß jüngstem
OeNB-Exportindikator ist im 3. Quartal 2011 jedoch mit einer etwas
schwächeren Exportkonjunktur zu rechnen. Im Gegensatz zur
Realwirtschaft konnte Österreichs Kapitalverkehr mit dem Ausland
weiterhin nicht an jenes Niveau anschließen, das vor der Krise zu
beobachten war.
Österreichs Güter- und Dienstleistungsverkehr fand nach dem schweren
Einbruch im Umfeld der globalen Wirtschaftskrise vorerst wieder auf
den gewohnten Expansionspfad zurück. Der Güterhandel legte im ersten
Halbjahr 2011 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 aktiv- und
passivseitig um je rund 20% zu, Dienstleistungen stiegen immerhin um
10%. Mit 84 Mrd EUR lagen österreichische Güter- und
Dienstleistungsausfuhren nur geringfügig unter dem Volumen des ersten
Halbjahres 2008 (85 Mrd EUR), das unmittelbar vor dem globalen
Wirtschaftsabschwung ein Rekordergebnis verzeichnete. Österreichs
exportorientierte Wirtschaft trat damit endgültig aus dem Schatten
der Krise und nimmt seine Rolle im internationalen Handel derzeit
wieder in gewohntem Ausmaß wahr. Als Folge des globalen Abschwungs
waren heimische Güter- und Dienstleistungsexporte im ersten Halbjahr
2009 um mehr als 20% eingebrochen, wodurch auch in Österreich die
Rezession eingeleitet wurde.
Die zunehmende Exportaktivität Österreichs war im ersten Halbjahr
2011 erwartungsgemäß auch von steigenden Importen begleitet, die
teilweise als Vorleistungen in die heimische Wertschöpfung eingehen.
Deutlich höhere Einfuhren von Gütern (64 Mrd EUR, +18%) und
Dienstleistungen (14 Mrd EUR, +9%) zeichneten für das erste Halbjahr
2011 ein wesentlich freundlicheres Stimmungsbild als zuletzt und
unterstreichen den Expansionskurs im Güter- und
Dienstleistungshandel. Der jüngste OeNB-Exportindikator vom August
2011 lässt jedoch eine Abkühlung der Exportkonjunktur im 3. Quartal
und damit eine "sanfte Landung" nach über-durchschnittlichen
Exporterfolgen erwarten.
Österreichs Leistungsbilanzüberschuss wird weiterhin durch den
positiven Beitrag der Dienstleistungsbilanz bestimmt, der im ersten
Halbjahr 2011 mehr als 8 Mrd EUR erreichte (+7%). Wichtigste
Einnahmequelle bleibt hier der Reiseverkehr mit einem Plus von 4,8
Mrd EUR.
Im Gegensatz zum Güter- und Dienstleistungshandel haben Österreich
Finanzaktivitäten noch nicht an jenes Niveau anschließen können, das
vor der Finanzkrise zu beobachten war. Österreichische Investoren
bauten im ersten Halbjahr 2011 Finanzforderungen im Ausland in Höhe
von etwa 35 Mrd EUR auf. Vor dem Ausbruch der globalen Finanzkrise im
1. Halbjahr 2007 waren es noch 78 Mrd EUR gewesen. Insbesondere das
für hochentwickelte Volkswirtschaften wie Österreich traditionell
bedeutsame Segment der Portfolioinvestitionen stagniert seit 2008 auf
geringem Niveau. Ausländische verzinsliche Wertpapiere wurden im
ersten Halbjahr 2011 in den Portefeuilles österreichischer Investoren
per Saldo sogar um 2,7 Mrd EUR abgebaut. Im selben Zeitraum 2007 -
also vor dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers -
erreichten die Zukäufe noch 27 Mrd EUR. Seither finden Vorsicht und
Zurückhaltung der Wertpapierinvestoren deutlichen und anhaltenden
Niederschlag in der OeNB-Außenwirtschaftsstatistik. Anzeichen der
Erholung gehen dagegen vom Segment der "Sonstigen Investitionen" aus,
das vom klassischen Bankgeschäft mit Krediten und Einlagen bestimmt
wird und Kapitalveranlagungen von netto rund 25 Mrd EUR aufwies. Dies
entspricht einer durchaus üblichen Größenordnung jener Kapitalflüsse,
die vor der Finanzkrise zu beobachten waren. Im Einlagengeschäft
wurden ähnlich wie im Vergleichszeitraum 2010 - rund 17 Mrd EUR im
Ausland investiert, wovon etwa 11 Mrd EUR auf das
Zwischenbankgeschäft entfielen.
Spiegelbildlich zu Österreichs Auslandsveranlagungen zeigte sich auch
die Finanzierung an ausländischen Finanzmärkten mit 26 Mrd EUR
relativ verhalten (1. HJ 2007: 73 Mrd EUR).
Weitere statistische Informationen unter: statistik.oenb.at und
dieaktuellezahl.oenb.at.
Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (+43-1) 404 20-6666
http://www.oenb.at
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
Tel.: (+43-1) 404 20-6609
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Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Statistik Hotline
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