• 04.10.2011, 11:36:01
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EVZ: Grenzüberschreitendes Onlineshopping - Besser als sein Ruf

Erhebung der Europäischen Verbraucherzentren (EVZ) zeigt deutliche Verbesserungen für Konsumenten - Mängel u.a. bei Informationen zu Gewährleistung und Rücktrittsrecht

Wien (OTS/VKI) - Onlineshopping erfreut sich aktuellen Zahlen der
Europäischen Kommission zufolge steigender Beliebtheit. Der Anteil
von Konsumenten, die EU-weit online einkaufen, lag im Jahr 2010 bei
40 Prozent (2009: 37 Prozent). Viele scheuen aber noch immer vor
grenzüberschreitendem Einkauf zurück: Der Prozentanteil jener, die im
Ausland kaufen, liegt bei lediglich neun Prozent. Die Gründe dafür:
Zwei Drittel der potenziellen Kunden fürchten Betrug oder
Übervorteilung, rund 60 Prozent der Bevölkerung sind unsicher, was
sie tun sollen, falls bei der Bestellung oder Lieferung Probleme
auftreten. 49 Prozent rechnen mit Lieferschwierigkeiten, 44 Prozent
verzichten auf grenzüberschreitenden Einkauf, da sie mit der
Rechtssituation nicht vertraut sind. Eine Erhebung des Netzwerkes der
Europäischen Verbraucherzentren "Online Cross-Border Mystery Shopping
- State of the e-Union" zeigt jedoch, dass grenzüberschreitender
Einkauf besser ist als sein Ruf. Bei Onlineanbietern in ganz Europa
wurden 305 Käufe (u.a. Bücher, Kleidung, CDs) getätigt. Dabei wurden
lediglich etwa 16 Prozent der grenzüberschreitend bestellten Waren
verspätet geliefert, in nur fünf Prozent erfolgte keine Lieferung.
Damit ergibt sich kein signifikanter Unterschied zu
Onlineshopping-Erfahrungen im nationalen Rahmen: Hier wurden 18
Prozent der bestellten Waren verspätet, sechs Prozent überhaupt nicht
geliefert. Zudem wurde lediglich ein Prozent der grenzüberschreitend
bestellten Ware beschädigt geliefert. Dennoch sind nach wie vor
Hürden zu überwinden: 40 Prozent der Onlinehändler informierten nur
in der jeweiligen Landessprache, 37 Prozent unterließen Informationen
zur Gewährleistung, bei 34 Prozent aller Käufe war nicht klar, ob der
Preis die Umsatzsteuer enthält und in 18 Prozent der Fälle fehlte der
Hinweis auf das Rücktrittsrecht. In nur sechs Prozent aller Fälle
wurde außerdem die Zahlung per Rechnung angeboten - die für den
Konsumenten sicherste Zahlungsweise. 95 Prozent aller Anbieter
akzeptierten immerhin die Zahlung per Kreditkarte. Die vollständige
Studie gibt es unter www.europakonsument.at/online-shopping.

"Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind grundsätzlich sehr
erfreulich. Im Vergleich zu einer im Jahr 2003 durchgeführten
Untersuchung verbesserte sich etwa der Lieferprozentsatz erheblich:
Damals wurden nur 66 Prozent der bestellten Waren geliefert, nunmehr
sind es bereits 94 Prozent. Darüber hinaus wurde in 90 Prozent der
Fälle der Kaufpreis rückerstattet, was ebenfalls eine deutliche
Verbesserung zur Situation im Jahr 2003 darstellt. Hier war dies nur
bei 69 Prozent der Fall", so Mag. Georg Mentschl, Leiter des
Europäischen Verbraucherzentrums Österreich. Dennoch gibt es nach wie
vor Verbesserungsbedarf: Fünfzig Prozent der Händler erstatteten die
Versandkosten nicht zurück, in zehn Prozent der Fälle war der Name
des Händlers nur schwer oder gar nicht auf der Website zu finden.
Mentschl: "Eine wichtige Grundregel beim Onlineshopping ist aber zu
wissen, von wem man die Ware kauft. Denn nur dann kann man
überprüfen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt bzw. sich
gegebenenfalls bei Reklamationen an diesen wenden."

Tipps für Onlineshopping:

- Informationen auf Website prüfen: Ist aufgrund der Angaben klar,
wer das Gegenüber ist? Mindestbedingungen sind eine Postanschrift,
eine Telefonnummer sowie die E-Mail-Adresse des Anbieters. Je mehr
Informationen man hat, desto besser.

- Rückgaberecht: Auch beim grenzüberschreitenden Onlinekauf haben
Käufer das Recht, vom Vertrag zurückzutreten und die Ware ohne Angabe
von Gründen innerhalb der vereinbarten Frist zu retournieren. In
Österreich sind dies sieben Werktage, 14 Werktage u.a. in Dänemark,
Deutschland und Großbritannien.

- Unterlagen ausdrucken und aufheben: Alle Angaben um den
Bestellvorgang ausdrucken und ablegen. Im Streitfall hat man dann die
besseren Karten.

Die vollständige Studie und weitere Tipps zum Thema Onlineshopping
gibt es unter www.europakonsument.at/online-shopping sowie unter
www.konsument.at.

Über das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich:

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich ist eine
gemeinsame Einrichtung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI)
und der Europäischen Kommission. Das EVZ stellt verbraucherrelevante
Information im gesamten EU-Raum bereit und berät Konsumenten bei
grenzüberschreitenden Verbraucherproblemen. Das EVZ Österreich gehört
dem Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren an. Dies ist ein
Zusammenschluss von insgesamt 29 Europäischen Verbraucherzentren (27
EU-Mitgliedsstaaten sowie Island und Norwegen).

Rückfragehinweis:

Verein für Konsumenteninformation/
   Europäisches Verbraucherzentrum
   Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: 01/588 77 - 256
   mailto:[email protected]
   www.europakonsument.at

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