• 03.10.2011, 18:11:35
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DER STANDARD-Kommentar: "Große Töchter, ganz arm" von Bettina Pfluger

EQUAL PAY DAY // Ausgabe vom 04.10.2011

Wien (OTS) - Er kommt alle Jahre wieder, der Equal Pay Day. Also
jener Tag, der zeigt, wie groß der Einkommensunterschied zwischen
Männern und Frauen ist. In Österreich beträgt die Lücke für gleiche
Leistung 25 Prozent - und katapultiert uns im europäischen Vergleich
an die vorletzte Stelle. Der Equal Pay Day markiert auch jenen Tag im
Jahr, ab dem Frauen im Vergleich zu Männern bis zum Jahresende gratis
arbeiten: Gratis, aber nicht umsonst.
Jahr für Jahr wird rund um diesen Tag viel Wirbel veranstaltet. Mit
Aktionen wird auf die Einkommensschere aufmerksam gemacht. Die
Verteilung von Papierkrawatten etwa soll symbolisch die männlichen
Karriereverläufe hinterfragen und karikieren. Alte Vorhaben, wie die
40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten, werden wieder
hervorgeholt - ebenso die Forderung nach Mindestlöhnen.
Jahr für Jahr wird es nach diesem Aktionismus aber wieder ruhig. Von
einer gesetzlichen Gleichstellung ist dann keine Rede mehr. Auch von
Sanktionen bei Nichterfüllung der Aufsichtsratsquote ist unterjährig
nichts zu hören. Es wäre also höchst an der Zeit, dass die Politik
auch nach diesem Stichtag beweist, wie ernst es ihr mit der
Gleichbehandlung ist und sich die Einkommensschere verkleinert.
Eines ist heuer wenigstens anders. Vizekanzler Michael Spindelegger
hat sich dazu bekannt, die Leistungen der Frauen anzuerkennen: In der
Bundeshymne. Dort werden wir Frauen ja nun alle große Töchter.

Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445

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