• 03.10.2011, 12:55:08
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Johanna Mikl-Leitner: Karenzzeiten anrechnen, um Gehalts- und Pensionsschere zu schließen

Equal Pay Day zeigt massive Lohn-Schieflage zwischen Frauen und Männern auf, so ÖAAB-Bundesobfrau BM Mag Johanna Mikl-Leitner.

Wien (OTS) - "Ab 4. Oktober arbeiten Frauen bis Ende dieses Jahres
wieder einmal gratis. Denn Männer verdienen in Österreich nach wie
vor zwischen 20 und 25 Prozent mehr als Frauen - bei gleicher
Leistung. Das ist inakzeptabel. Gleicher Lohn für gleichwertige
Arbeit darf nicht nur ein Slogan bleiben, jetzt muss endlich
gehandelt werden", betont BM Mag. Johanna Mikl-Leitner, Bundesobfrau
des Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerbundes ÖAAB in der ÖVP,
anlässlich des morgigen Equal Pay Days.****

"Die Gehaltsschere klafft in Österreich sogar noch deutlicher
auseinander als im europäischen Durchschnitt. Wir müssen die
strukturellen Probleme in den Gehaltsystemen, die eine dauerhafte
Benachteiligung der Frauen zur Folge haben, beseitigen", so die
Bundesobfrau, "ein Ansatzpunkt dabei ist die Anrechnung der
Karenzzeiten bei den Gehaltserhöhungen."

Viele Kollektivverträge enthalten automatische Gehaltsanpassungen.
Dadurch bekämen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer regelmäßig eine
Gehaltserhöhung. Urlaub, Krankengeld, Präsenzdienst oder
Pflegefreistellung würden angerechnet werden, jedoch nicht die
Abwesenheit bei Karenz, so Mikl-Leitner weiter.

"Das ist ungerecht, vor allem gegenüber Frauen, denn sie sind es, die
die Karenz überwiegend in Anspruch nehmen. Durch die Nichtanrechnung
werden Frauen oft ihr ganzes Berufsleben gehaltsmäßig schlechter
gestellt. Und das hat wiederrum auch Auswirkungen auf die
Pensionshöhe. Hier müssen die Kollektivvertragspartner tätig werden,
und diese Ungerechtigkeiten in den Kollektivverträgen beseitigen",
betont Mikl-Leitner.

"Auch die Arbeitsplatzbewertung muss überdacht werden. Tätigkeiten,
die körperliche Kraft erfordern, werden nach wie vor höher bewertet
als soziale Kompetenz bzw. der verantwortungsvolle Umgang mit
Menschen. Außerdem erfolgen Zusatzvergütungen meist nur in
männerdominierten Berufen, wie Schmutz-, Nacht- und Gefahrenzulagen.
Wir brauchen hier eine gleichwertige Honorierung der Arbeit. Diese
Art der Gleichstellungspolitik hilft nicht nur Frauen sondern auch
den Männern. Es geht hier um gleichen Lohn für gleichwertige
Leistung", so Mikl-Leitner.

"Um die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen, muss es
endlich auch zu einer Anerkennung von Elternkarenzen als
Vordienstzeiten in den Kollektivverträgen, wie es bereits bei
Präsenzdiensten der Fall ist, kommen", verlangt die Bundesobfrau
weiter.

"Es gilt das Bewusstsein zu schärfen, dass Frauen einen wesentlichen
Anteil an der Gesellschaft haben. Die Bekämpfung von
geschlechtsspezifischen Lohnungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt
ist ein Gebot der Stunde. Im 21. Jahrhundert sollte dieses eigentlich
nicht mehr von Nöten sein, dennoch muss auf Missstände aufmerksam
gemacht werden, die immer noch nicht aus dem Weg geräumt wurden. Das
Schließen der Gehaltsschere und damit der Pensionsschere ist
wesentlich für eine funktionierende Gleichstellungspolitik", betont
die ÖAAB-Bundesobfrau.

Rückfragehinweis:

ÖAAB-Generalsekretariat
   Mag. Nikola König
   PR & Kommunikation
   Tel.: Tel.: +43 (1) 40 141 216, Fax: +43 (1) 40 141 229
   mailto:[email protected]
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