Bundesarbeitskammer begeht 20 Jahre Interessenvertretung in Brüssel
Brüssel (OTS) - "Die internationale Arbeit und ganz besonders die
Arbeit auf Ebene der Europäi-schen Union sind für die Durchsetzung
der Interessen der österreichischen Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer unerlässlich", sagt AK Präsident Herbert Tumpel beim
heutigen Festakt anlässlich des 20 jährigen Bestehens des Büros der
Bundesarbeitskammer in Brüssel. "Wir waren bereits in Brüssel, als
Österreich noch gar nicht Mitglied der Europäischen Union war. Das
Büro der Bundesarbeitskammer hat in diesen Jahren gezeigt, wie
wichtig das Engagement direkt vor Ort in Brüssel ist", sagt Tumpel
und nennt als Beispiel den Einsatz für die Einführung der
Finanztransaktionssteuer. "In Zusammenarbeit mit dem ÖGB haben wir
mit Expertise, in vielen Gesprächen und mit Internet-Kampagnen einen
wesentlichen Beitrag zum Umdenken in Europa geleistet." Als ein
weiteres Beispiel erfolgreicher Interessenvertretung verweist Tumpel
auf den Einsatz im Zuge der Erstellung der Dienstleistungsrichtlinie.
Hier - so Tumpel - konnte erfolgreich verhindert werden, dass dem
Lohndumping in Europa Tür und Tore geöffnet wurden.
Seit 1991 betreibt die Bundesarbeitskammer eine Vertretung bei den
Einrichtungen der Europäischen Union in Brüssel. Derzeit 6
ExpertInnen sorgen für den Fluss an Informationen aus den
europäischen Institutionen nach Österreich und bringen gemeinsam mit
dem ÖGB die Interessen der österreichischen ArbeitnehmerInnen zu den
Brüsseler Gre-mien. Das Jubiläum begeht die Bundesarbeitskammer mit
einer Arbeitssitzung des Bundesvorstands und mit einer
Abendveranstaltung, an der Vertreter Österreichs in Brüssel mit
ArbeitnehmervertreterInnen und hochrangigen Experten das Thema
Finanzkrise und Regulierung der Finanzmärkte diskutieren.
Zur aktuellen Diskussion um die Ausgestaltung der
Finanztransaktionssteuer erklärt Tumpel, dass der Vorschlag der
Kommission noch unfertig ist. Es geht jetzt darum, eine vernünftige
und gerechte Regelung zu erarbeiten, die keine Schlupflöcher für
Spekulanten lässt und auch den Verursachern der Krise einen gerechten
Beitrag abverlangt. Die Krise, die durch eine maßlos aufgeblähten
Finanzsektor ausgelöst wurde, zwingt zu milliardenschweren
Rettungsprogrammen und Rettungsschirmen. Die Kosten dafür dürfen
jetzt nicht jenen aufgebürdet werden, die die Krise nicht verursacht
haben.
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at















