AK: Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern braucht wirksame Sanktionen
Wien (OTS) - Die Unternehmen kommen ihren rechtlichen
Verpflichtungen zur Unterstützung der Chancengleichheit von Frauen
und Männern nicht nach, wenn diese nicht mit Sanktionen verknüpft
sind, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich des morgigen
Equal Pay Days und nennt zwei Beispiele: Der unverändert geringe
Anteil von Frauen in Führungspositionen und die Nichtangabe des
Einkommens in Stelleninseraten. "Ohne wirksame Sanktionen werden die
gesetzlichen Regelungen nicht eingehalten", sagt Tumpel.
Seit Jahren ist der Anteil von Frauen in Vorständen und in
Aufsichtsräten unverändert gering und in zwei Drittel der
österreichischen börsenotierten Unternehmen ist weder im Vorstand
noch im Aufsichtsrat eine Frau vertreten ist. Dass die Unternehmen
seit 2010 nunmehr gesetzlich verpflichtet sind, darüber zu berichten,
welche Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Vorstand, Aufsichtsrat
und in leitenden Stellungen der Gesellschaft gesetzt werden, wird für
einen höhere Frauenanteil in Toppositionen nicht ausreichen. Die AK
fordert die Einführung einer Geschlechterquote von 40 Prozent im
Aufsichtsrat verbunden mit spürbaren Sanktionen bei Nichteinhaltung
der Quote.
Mehr Transparenz beim Einkommen
Eine weitere rechtliche Neuerung betrifft Jobausschreibungen. Da
Einkommensunterschiede oft schon beim Jobeinstieg zustande kommen,
soll mehr Transparenz geschaffen werden und bereits im Stelleninserat
das zu erwartende Einkommen angegeben werden. Seit 1. März dieses
Jahres sind die Betriebe dazu verpflichtet. Die Praxis zeigt jedoch,
nur wenige Unternehmen kommen dieser gesetzlichen Vorgabe nach. Die
Unternehmen können dies derzeit ungestraft tun, denn erst ab dem
kommenden Jahr gibt es Sanktionen, wenn Unternehmen bei
Jobausschreibungen das Einkommen nicht bekanntgeben. Die AK wird
alles daran setzen, dass die Einkommenstransparenz eingehalten wird
und Verstöße zur Anzeige gebracht werden.
Die Initiative der Frauenministerin für einen Gehaltsrechner wird
von der AK begrüßt. Der Rechner trägt dazu bei, die
Einkommensperspektiven in den verschiedenen Berufen und Tätigkeiten
sichtbar zu machen und kann für viele Beschäftigte und Jobsuchende
eine wichtige Orientierung sein.
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at














