• 30.09.2011, 12:44:09
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Experten: Social Recruiting wird unverzichtbares Personalisten-Werkzeug - BILD

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Wien (OTS) - Soziale Netzwerke gewinnen als zusätzlicher
Kommunikations- und Informationskanal bei der Personal- bzw. Jobsuche
an Bedeutung - Mehr Interessenten ansprechen, Stellen schneller
besetzen und Sympathiewerte erhöhen.

Weniger Aufwand und gleichzeitig die Anzahl der Bewerbungen
erhöhen? Dieser Personalisten-Traum ist auch mit Social (Media)
Recruiting - also der Suche nach neuen Mitarbeitern in sozialen
Netzwerken - nicht zu erfüllen. Sehr wohl können dadurch aber mehr
Interessenten angesprochen, Stellen schneller besetzt, die
Sympathiewerte erhöht und (noch) Wettbewerbsvorteile genützt werden.
Das strichen Expertinnen und Experten bei einer Podiumsdiskussion der
APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien hervor.

"Social Media zwingt Personalisten zu etwas, was sie nicht gut
können und manche nie gelernt haben: Dialog. Ein Verstecken hinter
anonymen Absageschreiben ist vorbei", verwies Unternehmensberater
Peter Rieder von "Arbeitswelten Consulting" auf die neuen
Herausforderungen. Derzeit würden viele Unternehmen noch Angst vor
einem Engagement in diesem Bereich haben. "Was ist, wenn mich
Bewerber öffentlich kritisieren? Habe ich die notwendigen Ressourcen,
diese Dialoge zu führen? Klar ist: Social Recruiting kostet Zeit und
Geld", so Rieder.

Allerdings erreiche man damit auch Menschen, die gar nicht auf
Job-Suche sind, aber dann vielleicht doch Interesse zeigen. "Dadurch
ergibt sich sehr viel Bewegung auf diesem Marktplatz", sagte der
Experte. Heimische Unternehmen würden laut Studien für Image-Werbung
hauptsächlich Facebook nutzen, für die Mitarbeitersuche vor allem
Xing und LinkedIn. Ob sich durch den Einsatz von Social Media die
Anzahl bzw. Qualität der Bewerbungen ändere, sei zu bezweifeln. "Als
zusätzlicher Kommunikations- und Informationskanal wird dieser Weg
aber zunehmend unverzichtbar", gab sich Rieder überzeugt.

Digital Natives sind Job-Nomaden

"Aus meiner Sicht ist Social Recruiting nicht mehr wegzudenken",
pflichtete auch Evelin Mayr, Personaldirektorin von Hewlett Packard
(HP) Österreich, bei. Ein Unternehmen, das die besten Köpfe
ansprechen wolle, tue gut daran, dafür unterschiedliche Medienkanäle
zu nutzen. Soziale Medien seien eine von mehreren Möglichkeiten, auf
die Zielgruppe zuzugehen. "Allerdings muss man authentisch sein.
Alles ist sehr, sehr transparent. Intern ist gleich extern", so Mayr.
Die jüngere Generation, die soziale Medien sehr stark nutzt, habe
außerdem ein anderes Verständnis von der Arbeitswelt und bleibe nicht
ein Leben lang im selben Unternehmen. "Für Arbeitgeber wird
essenziell, sich mit dem auseinanderzusetzen", sagte die
HP-Managerin.

"Es geht im Grunde um einen Kampf um Aufmerksamkeit. Interessant
ist also, wie man diese Aufmerksamkeit erzeugen und Interessenten
ansprechen kann", so Alf Netek, Chief Marketing Officer von Kapsch.
Social Recruiting werde - selbst bei kritischer Betrachtung - zu
einem relevanten und ernstzunehmenden Recruiting-Kanal und damit wohl
zum HR-Mainstream, auch wenn gegenwärtig noch vielerorts nur die
Claims abgesteckt würden. "Wichtig ist: Was man nach außen
kommuniziert, muss man nach innen leben", sagte Netek.

Passive Unternehmen werden zum Spielball

Personalrekrutierung sei inzwischen ein wichtiger
Wettbewerbsfaktor geworden, konstatierte Oliver Krizek, Vorstandschef
von Navax: "Betriebe, die bei Social Recruiting nicht mitmachen,
werden Federn lassen müssen. Denn sie können damit rechnen, dass
ihnen früher oder später Mitarbeiter abhanden kommen." Schließlich
sei es sehr einfach, beispielsweise auf Xing nachzuschauen, wer beim
Mitbewerb arbeitet. "Wenn man das nicht aktiv angeht, wird man zum
Spielball. Allerdings gehört eine gewisse Unternehmenskultur dazu,
das dann auch zu leben. Man sollte nicht vor Angst sterben.
Fehlschläge sind OK", so Krizek.

"Man muss Social Recruiting einfach probieren. Schließlich kommen
wir an dem Thema nicht mehr vorbei", ergänzte Brigitte Schögler, die
bei der Styria Media Group für "Digital Projects" zuständig ist.
Soziale Netzwerke könne man aber natürlich auch offline nutzen, indem
man in Interessengemeinschaften präsent sei oder mit Fachhochschulen
und Universitäten kooperiere und auf diese Weise mit potenziellen
Mitarbeitern in Kontakt trete.

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Rückfragehinweis:
APA-E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
[email protected]
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