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OTS0063   30. Sept. 2011, 09:48

AK Preismonitoring: Konsumenten zahlen Rekordpreise für Gas!


Die Hausdurchsuchungen der EU-Kartellwächter
bestätigen die AK Kritik: Die Gaspreise sind seit Jahren zu hoch. Das
zeigt das aktuelle AK Preismonitoring bei elf Gasversorgern in
Österreich. "Und trotzdem drehen einige Gasanbieter kurz vor Beginn
der Heizsaison an der Preisschraube weiter", kritisiert AK Präsident
Herbert Tumpel. "Die Anbieter geben die Senkungen der
Großhandelspreise nicht fair an die Konsumenten weiter."
Preiserhöhungen werden schnell weitergegeben, Senkungen nicht oder
nur zögerlich. Gründe für die Teuerungen werden immer gefunden - wie
steigender Rohölpreis oder die Langzeitverträge. "Das lassen wir so
nicht mehr gelten", sagt Tumpel. "Die Energieversorger müssen ihre
Einkaufspolitik ändern und die derzeitigen Preisvorteile der
Spotmärkte auch an die Konsumenten weitergeben, nicht nur an ihre
Industriekunden."

Schon im April 2011 erhöhten die Unternehmen der Energieallianz
(Wien Energie, EVN und BEGAS) die Gaspreise, ab 1. Oktober schon
wieder. Damit steigen allein heuer die Gaspreise (ohne Netzkosten und
Steuern) bei der Wien Energie um 28,7 Prozent, bei der EVN um 21,5
Prozent, bei der burgenländischen BEGAS um 24,4 Prozent. Auch andere
Anbieter drehen an der Preisschraube: Seit der letzten AK Erhebung im
Juli haben die Vorarlberger VEG ihre Gaspreise um 14,5 Prozent
erhöht. Die Erdgas Oberösterreich und Linz AG haben für Mitte Oktober
die zweite Preiserhöhung für heuer angekündigt. Seit Juli 2008 sind
die Großhandelspreise für Gas um zehn Prozent gesunken. Funktioniert
der Wettbewerb, sollten sich die reinen Energiepreisen ähnlich
entwickeln. "Das ist aber nicht der Fall", sagt Tumpel.

Der AK sind die Langzeitverträge ein Dorn im Auge. Die genauen
Vertragsklauseln, zum Beispiel die Bindung an den Rohölpreis, sind
nicht bekannt. Und immer mehr Gasversorger kaufen zu derzeit
günstigen Einkaufspreisen auf den Spotmärkten. Von den niedrigeren
Spotpreisen dürften aber nur Industriekunden etwas haben. Die hohen
Preise der intransparenten Langzeitverträge werden offenbar auf die
Konsumenten überwälzt. Die EU-Kartellwächter prüfen derzeit bei den
Gaskonzernen Preisabsprachen, Gebietsschutz und Markteintrittshürden.
Sie sollen rasch Licht in die Verträge bringen.

AK-Tipp: Preise mit dem Gaspreis-Rechner vergleichen und den
Anbieter wechseln, um den hohen Preisen auszuweichen. Sie können bis
zu 100 Euro im Jahr sparen. Überlegen Sie, Ihre Teilzahlungsbeträge
an Ihren tatsächlichen Verbrauch und die höheren Preise anzupassen,
um hohe Nachzahlungen bei der Jahresabrechnung zu vermeiden.
SERVICE: Preismonitoring und Energiepreis-Rechner unter
www.arbeiterkammer.at

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0063 2011-09-30 09:48 300948 Sep 11 AKW0001 0382



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