• 29.09.2011, 12:51:32
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Pangea IV - Internationale Internet-Aktionswoche gegen den illegalen Medikamentenverkauf im Internet

BMF, BMI und BMG beteiligten sich gemeinsam an der Operation "Pangea IV"

Wien (OTS) - Der Österreichischer Zoll, das Bundeskriminalamt und
das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen beteiligten sich
gemeinsam an der international organisierten Aktionswoche im Kampf
gegen den Verkauf illegaler Medikamente im Internet. 84 Länder
weltweit - darunter auch Österreich - schlossen sich der Operation
"Pangea IV" im Zeitraum von 20. bis 29. September 2011 an.

Die Betrugsbekämpfungseinheit des österreichischen Zolls legte den
Fokus in der Aktionswoche auf die Kontrolle von Postsendungen. Da die
meisten Käufe illegaler Medikamente über das Internet erfolgen,
gelangen sie via Postsendung nach Österreich. Die österreichischen
Zollbehörden konzentrierten sich bei ihren Kontrollen auf die
Zollstelle des Postverteilerzentrums Wien-Inzersdorf. Im
Aktionszeitraum gab es zwei Sicherstellungen von insgesamt 960
Tabletten und 240ml genehmigungspflichtiger Arzneien.

In die Aktion eingebunden war auch das Team Internet und Cybercrime
der Zollfahndung Graz, die bei den genannten und beschlagnahmten
Sendungen die Webseite identifizieren konnten, über die die beiden
Empfänger die Produkte bestellt hatten. In der Monitoringphase der
Operation konnten darüber hinaus weitere fünf Internetseiten
ermittelt werden, die an die Weltzollorganisation (WCO) und Interpol
zwecks Stillegung weitergeleitet wurden.

"Mit unseren Betrugsbekämpfungseinheiten gehen wir aktiv gegen
illegale Machenschaften organisierter Krimineller vor. Durch die
Aufgriffe von gefälschten Medikamenten und deren Vernichtung werden
die Gesundheit der Bevölkerung und auch die Wirtschaft geschützt",
untermauerte Finanzministerin Dr. Maria Fekter die Wichtigkeit
solcher gemeinsamen Aktionswochen.

Auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner betonte: "Das Medium
Internet wird immer mehr für kriminelle Machenschaften, unter anderem
auch für den illegalen Verkauf rechtswidriger Medikamente
missbraucht. Das Innenministerium setzt daher einen klaren
Schwerpunkt auf dessen Bekämpfung." Die vom Bundeskriminalamt im
Rahmen dieser Aktion durchgeführten Ermittlungen sind noch im Laufen.

Der Online-Handel mit gefälschten Medikamenten boomt und ist äußerst
lukrativ. Mit einem Kilogramm gefälschtem Viagra wird mehr Gewinn
gemacht als mit einem Kilogramm Heroin. Laut dem
Produktpiraterie-Bericht des Bundesministeriums für Finanzen wurden
im Jahr 2009 insgesamt 27.095 Arzneimittel aus 593 Sendungen
sichergestellt.

"Bereits durch das Arzneiwareneinfuhrgesetz 2010 habe ich den Bezug
von Arzneimitteln über das Internet verboten", betonte
Gesundheitsminister Alois Stöger. "Die Zusammenarbeit zwischen den
betroffenen Behörden und Institutionen wird dadurch verstärkt und zum
Wohle der Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin forciert. Diese
jährliche Aktionswoche ist dafür ein gutes Beispiel", hob der
Gesundheitsminister hervor.

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)
beschlagnahmte während der Aktionswoche 1.391 Packungen von illegalen
Arzneispezialitäten. "Diese Arzneimittel enthielten in einem harmlos
wirkenden 'Nahrungsergänzungsmittel' einen pharmazeutischen
Wirkstoff", bestätigt Univ.-Prof. Dr. Marcus Müllner, Leiter des
BASG. Durch die Beschlagnahmungen der Ware wurde auch der
Internetvertrieb gestoppt. "Ein Strafverfahren wurde bereits
eingeleitet. Nachdem viele Websites, die für den Internetverkauf als
Drehscheibe dienen, eine .at-Endung haben, wurde auch ein Verfahren
zum Entzug derartiger Kennungen für die jeweiligen Vertreiber
österreichweit angestoßen. Wir warnen Konsumentinnen und Konsumenten
dringend vor dem Kauf von Arzneimitteln über das Internet", so
Müllner.

Dieser Warnung schloss sich auch Finanzministerin Fekter an: "Die
Verbraucherinnen und Verbraucher können das gesundheitliche Risiko
durch Medikamente aus dem Internet nicht abschätzen. Fälschungen aus
dem Internet enthalten oft falsche oder falsch dosierte Wirkstoffe,
die nicht abschätzbare Auswirkungen auf die Gesundheit haben können",
schloss Fekter.

Insgesamt zeigten sich alle beteiligten Ressorts und Organisationen
mit dem Ergebnis der Aktionswoche, vor allem aber mit der guten
Zusammenarbeit untereinander zufrieden.

Rückfragehinweis:

Mag. Harald Waiglein
   Pressesprecher des BMF
   Mail: [email protected]
   Tel: +43 1 514 33 500023
   
   Oberst Helmut Greiner
   Pressesprecher des Bundeskriminalamts
   Mail: [email protected]
   Tel.: +43 664 813 21 28
   
   Mag. Fabian Fußeis
   Pressesprecher des BMG
   Mail: [email protected]
   Tel.: +43 1 71100 4505

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