Auslandseinsätze - Darabos plädiert für Neuausrichtung der EU-Bosnien-Mission
Gemeinsames Positionspapier mit Ungarn, Bulgarien, Slowenien und Slowakei - Reserveeinheiten für rasches Eingreifen, statt Truppen vor Ort
Wien (OTS/SK) - "Es muss endlich auf EU-Ebene eine Entscheidung
geben, wie es mit der Bosnien-Mission weitergeht", sagte
Verteidigungsminister Norbert Darabos heute, Donnerstag, bei einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Direktor für Sicherheitspolitik
im Verteidigungsministerium, Generalmajor Johann Pucher. Um der
Diskussion neuen Schwung zu verleihen, hat Österreich gemeinsam mit
Ungarn, Bulgarien, Slowenien und der Slowakei ein Positionspapier für
die Weiterentwicklung der EU-Bosnien-Mission "EUFOR ALTHEA"
erarbeitet, so der Minister. Kernpunkt des Papiers ist es, das
Exekutivmandat aufrecht zu erhalten, jedoch auf eine stärkere
Abstützung auf Reserven in den Heimatländern zu setzen, die bei
Bedarf rasch eingreifen können. "Wir dürfen die bisherigen Erfolge
der Mission nicht gefährden, darum haben wir unsere Positionen
offensiv eingebracht", sagte Darabos. ****
Die Reserven könnten, so der Vorschlag von Minister Darabos, auch die
schnelle Eingreiftruppe der EU, die sogenannten Battle Groups, mit
einbeziehen. "Ich sehe nicht ein, dass ein derartiges Potenzial an
bestens ausgebildeten Soldatinnen und Soldaten nicht zum Einsatz
kommt", so der Minister. Eine Reduktion der Kräfte kommt für Darabos
nur dann in Frage, wenn der Erhalt der Mission und die
Einsatzfähigkeit durch ausreichend Reserven gesichert sind.
Stabilität in der Region liege im ureigensten Interesse Österreichs,
sowohl aufgrund der geographischen Nähe, als auch wegen der
sicherheitspolitischen Betroffenheit, so Darabos. "Österreich trägt
eine besondere Verantwortung für diese Region - und nimmt diese auch
wahr", sagte der Minister.
Derzeit befinden sich lediglich 1.300 Soldatinnen und Soldaten in
Bosnien. Damit sind die Anforderungen an EUFOR ALTHEA nur zu etwa 60
Prozent erfüllt. Österreich zeigt jedoch Flagge: Mit rund 400
Soldatinnen und Soldaten ist Österreich derzeit der größte
Truppensteller in Bosnien. Mit General Bernhard Bair stellt
Österreich auch den EUFOR-Kommandanten. (Schluss) sa/mb
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