- 27.09.2011, 09:15:31
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Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA): Perspektiven und Prävention anstelle "englischer Verhältnisse"
bOJA ruft am 30. September den "Tag der Offenen Jugendarbeit" aus
Wien (OTS) - Das Bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA)
stellt fest: "Viele junge Menschen sehen für sich keine
Zukunftsperspektive und fühlen sich ausgegrenzt, obwohl es in
Österreich bereits eine Vielzahl von fachlichen Angeboten und
Projekten für junge Menschen gibt", sagt die Geschäftsführerin vom
Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA), Mag.a Sabine
Liebentritt und weist in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit von
Vernetzung und Kooperation hin: "Konkurrenz-Dynamiken und mangelnde
Vernetzung sind in allen Belangen, wo es um junge Menschen geht,
definitiv fehl am Platz."
Stark vernetzt zu arbeiten und Synergien zu nutzen, darum geht es
bei bOJA und in der Offenen Jugendarbeit. Denn obwohl in manchen
Fällen nur sehr begrenzte Ressourcen für Vernetzung in den
Einrichtungen zur Verfügung stehen, hat in den letzten Jahren ein
Umdenken stattgefunden: "Die Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit
arbeiten vernetzt mit allen relevanten PartnerInnen zusammen und
bündeln auf diese Art die Chancen der jungen Menschen vor Ort. Sie
verstehen sich als Drehscheibe für das Wohl des jungen Menschen",
erklärt Liebentritt die Rolle der Offenen Jugendarbeit. "Junge
Menschen wünschen sich einen klaren Rahmen innerhalb dessen sie sich
frei bewegen und entfalten können und sie brauchen realistische
Perspektiven, die sie ansteuern und auf welche sie hinarbeiten
können" so Liebentritt weiter und verweist als Lösungsansatz auf die
Relevanz von Offener Jugendarbeit, insbesondere wenn es um Prävention
geht.
"Als Prävention gegen soziale Konflikte und daraus möglichweise
resultierende Gewaltbereitschaft, Jugendarbeitslosigkeit und
Bildungsferne sind niederschwellige Angebote an benachteiligte
Jugendliche entscheidend", sagt Liebentritt. Unter diesem Fokus
fordert die Offene Jugendarbeit mehr Offenheit seitens relevanter
Institutionen im Spannungsfeld "Schule -Ausbildung - Beschäftigung",
"denn da besteht definitiv noch Handlungsbedarf für die Nutzung von
Synergien", so Liebentritt über die Chancen intensiverer Vernetzung.
Anlässlich der Ereignisse in England und anderen europäischen
Ländern plädiert Liebentritt für die Verstärkung bestehender
Präventionsformen und die Nutzung der Erfahrungen und Kompetenzen der
Offenen Jugendarbeit. Sie verweist auf erfolgreiche Projekte der
Offenen Jugendarbeit wie beispielsweise von "back bone 20": Bei der
Partizipation von Jugendlichen in Parkbudgets des Wiener
Gemeindebezirks Brigittenau sind Schulen, Bezirksvorstehung,
Magistratsabteilungen, Polizei und diversen Jugendeinrichtungen, also
alle wichtigen Akteure, eingebunden. Ebenso erwähnenswert ist das
Projekt "V3" als gemeindeübergreifendes Vandalismusprojekt aus
Vorarlberg, welches bereits seit mehreren Jahren erfolgreich in Hard
und Lauterach umgesetzt wird. Diese 2 Beispiele sind nur ein winzig
kleiner Auszug aus dem Potential der Offenen Jugendarbeit in
Österreich.
Dass niederschwellige und vernetzte Angebote für junge Menschen
wesentlich sind, belegen aktuelle Daten: Etwa einem Fünftel aller in
Österreich Heranwachsenden stehen in ihrem Umfeld geringere soziale
Ressourcen zur Verfügung. Dies äußert sich v.a. in Bildungsabbrüchen
und akuten Qualifikationsbedarf: Viele dieser Jugendlichen können
über herkömmliche Institutionen wie Schule, das AMS oder die
Berufsberatungsstellen oft nicht mehr erreicht werden.
"Für diese Heranwachsenden bieten die niederschwelligen Freizeit-
und Beratungsangebote der Offenen Jugendarbeit die einzige Chance,
Unterstützung zu erfahren, ohne stigmatisiert, diskriminiert oder
kriminalisiert zu werden", so Liebentritt. Jugendtreffs,
Jugendzentren wie auch mobile Jugendarbeit würden jungen Menschen
individuelle Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten sowie Beratung
bieten und verhindern, dass diese in die Perspektivenlosigkeit
abtauchen. "Es gilt, das Frustrationspotential der benachteiligten
Jugendlichen aufgrund von schlechteren Bildungsmöglichkeiten und
verminderten Chancen aufzufangen und konstruktiv mit ihnen zu
arbeiten".
Um die Vielfalt, die Originalität, die Bandbreite an Themen sowie
die Professionalität und das Potential von Offener Jugendarbeit
sichtbarer zu machen ruft das Bundesweite Netzwerk Offene
Jugendarbeit (bOJA) am 30. September 2011 erstmalig österreichweit
den Tag der Offenen Jugendarbeit aus. Sämtliche Aktivitäten, die an
diesem Tag in der Offenen Jugendarbeit in ganz Österreich
stattfinden, sind unter www.boja.at abrufbar.
Über bOJA
bOJA ist das Bundesweite Netzwerk für Offene Jugendarbeit, dient
als Plattform für Wissens- und Informationsaustausch und vernetzt
Menschen, Ideen, Projekte, Einrichtungen - national und
international. bOJA unterstützt das Erwachsen werden für Jugendliche
in Österreich, indem es mit seinen Partnern im Handlungsfeld der
Offenen Jugendarbeit (soziale Einrichtungen, Wirtschaft, Verwaltung,
Bildungswesen, etc.) zusammenarbeitet und als Sprachrohr und
Interessensvertreter für die Bedürfnisse von Jugendlichen aus der
Offenen Jugendarbeit agiert. bOJA hat sich zur Aufgabe gesetzt, die
Qualitätsstandards in der Offenen Jugendarbeit voranzutreiben und das
Bewusstsein für die Bedeutung von Offener Jugendarbeit zu heben.
Geschäftsführerin von bOJA ist Mag.a Sabine Liebentritt. bOJA wird
gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend.
Rückfragehinweis:
Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit Mag.a Sabine Liebentritt, GF c/o Lilienbrunngasse 18/2/47 1020 Wien, Österreich Mail: [email protected] Tel: 0660 7315 237
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