- 26.09.2011, 10:53:58
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ORF-Forderung nach Ausweitung der Werbezeit ist ein Frontalangriff auf die Privatsender
Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) stellt sich entschieden gegen die Forderung der "ORF-Enterprise", wonach die tägliche Werbezeit im ORF-TV ausgeweitet werden soll.
Wien (OTS) - Für Klaus Schweighofer, VÖP-Vorsitzender und Vorstand
der Styria Media Group, zeugt dies von völliger Weltfremdheit. "In
fast allen europäischen Ländern werden die Werbemöglichkeiten des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks reduziert, in manchen Ländern wird
Werbung hier sogar gänzlich verboten. Die Werbefinanzierung des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist in Europa ganz klar ein
Auslaufmodell!", stellt Schweighofer klar. "Ich kann mir nicht
vorstellen, dass die österreichische Regierung hier isoliert gegen
den klaren europäischen Trend agiert und damit eine veritable Blamage
riskiert."
Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführerin, ergänzt: "Wenn der ORF ein
neues öffentlich-rechtliches Angebot machen möchte, so hat er dies
aus den 600 Millionen Euro Rundfunkgebühren zu finanzieren, die ihm
hierfür zur Verfügung stehen. Zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten
für den ORF sind den anderen Marktteilnehmern nicht mehr zumutbar.
Denn noch mehr Werbezeit für den ORF würde den österreichischen
Rundfunkmarkt massiv gefährden und eine noch stärkere
Wettbewerbsverzerrung nach sich ziehen. Das ist ein Frontalangriff
auf die privaten TV-Sender und damit ein aggressiver Akt gegen das
duale Rundfunksystem. Wir können und werden dies nicht akzeptieren."
so Drumm. "Außerdem würde die Werbetoleranzschwelle bei den Zusehern
überschritten werden: Ob die Politik das wirklich will?"
Der VÖP tritt mit Nachdruck für einen klar öffentlich-rechtlich
positionierten ORF mit einer sauberen Finanzierungsstruktur ein, die
den Wettbewerb nicht belastet. Jedwede zusätzliche
Vermarktungsmöglichkeit, etwa durch die nun geforderte
Werbezeitausweitung, oder auch durch den bereits einmal
kommunizierten Wunsch nach Werbemöglichkeiten im Rahmen der ORF
TV-Thek, sind daher absolut undenkbar. Es müssen im Gegenteil die
Werbemöglichkeiten des ORF schrittweise reduziert werden, um die
Fokussierung des ORF auf seinen Kernauftrag zu fördern. "Sollte die
Politik diesen völlig utopischen Wünschen des ORF Folge leisten
wollen, so muss sie mit heftigem Widerstand von unserer Seite
rechnen", so Drumm abschließend.
Rückfragehinweis:
Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführung, Tel. 01 / 51633-3166, [email protected]
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