• 23.09.2011, 12:09:03
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Digitalradio liefert Zündstoff für Österreichische Medientage 2011

Podiumsdiskussion beleuchtet Kontroverse um digitalen Hörfunk

Wien (OTS) - Nachdem in Deutschland seit dem 1. August 2011 ein
neuer Anlauf für die Einführung des digitalen Hörfunks unternommen
wird, bewegt dieses Thema auch die österreichische Radioszene mehr
denn je. Doch die hiesigen Radioveranstalter sind überwiegend
skeptisch. Die bisher nur von Teil- oder auch Misserfolgen geprägten
Versuche, digitalen Hörfunk in verschiedenen europäischen Ländern
einzuführen, lässt die hiesigen Marktteilnehmer vor größeren
Investitionen zurückschrecken.

Im Rahmen der "Österreichischen Medientage 2011" präsentiert die
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) am 27. September
eine Podiumsdiskussion mit namhaften Befürwortern und Gegnern des
digitalen Hörfunks. Die Veranstaltung mit dem Titel "Digitaler
Hörfunk - Wo ist der Mehrwert für Markt und Konsument" wird von Dr.
Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Fachbereich
Medien, moderiert.

"Es geht hier nicht um digitales Radio allgemein. Das ist per
Satellit oder Internet längst Teil unseres medialen Alltags",
präzisiert Grinschgl. "Es geht ganz gezielt um die Frage, ob es im
Internet-Zeitalter noch sinnvoll sein kann, auch das schlichte,
analoge UKW-Radio durch eine digitale Technologie zu ersetzen. Der
technische und finanzielle Aufwand dafür ist nicht gering und die
Konsumenten bräuchten neue Empfangsgeräte. Dem gegenüber steht die
Aussicht auf eine Vielfalt von neuen Programmen,
zielgruppenspezifischen Angeboten und attraktiven Zusatzdiensten, die
mit analogem Hörfunk nicht erreicht werden können."

Erst kürzlich haben sich einige der anwesenden Panelteilnehmer in
London über die aktuelle Entwicklung auf dem in Europa bisher
erfolgversprechendsten Markt für digitalen Hörfunk informiert. "Der
Enthusiasmus der britischen Radiomacher für die Möglichkeiten, die
digitaler Hörfunk bietet, hat schon etwas Ansteckendes", berichtet
Grinschgl. "Dennoch fällt das Fazit der Panelteilnehmer recht
unterschiedlich aus. Und aus österreichischer Sicht erscheint es
jetzt vor allem sinnvoll, auf die Entwicklung in Deutschland zu
schauen, wo seit August mit DAB+ die jüngste, digitale
Übertragungstechnologie für Hörfunk auf dem Prüfstand der Konsumenten
steht."

Deutschland und Großbritannien blicken inzwischen auf 15 Jahre
Erfahrung mit dem älteren Übertragungsstandard DAB zurück. Während
die Technologie in Deutschland scheiterte und dort nun ein Neuanfang
mit DAB+ versucht wird, hat sich bei den Briten erst vor rund vier
Jahren eine nennenswerte Konsumentenakzeptanz für DAB eingestellt.
Heute entfallen dort knapp 30 Prozent aller gehörten Radiominuten auf
digital übertragene Radioprogramme. Eine derart lange, parallele
Übertragung von analogem und digitalem Hörfunk wäre für den deutlich
kleineren, österreichischen Markt jedoch nur sehr schwer
finanzierbar. Aber hätte der Hörfunk als analoge Insel in einem bald
vollständig digitalisierten Medienumfeld überhaupt eine
Überlebenschance? Auf diese und zahlreiche weitere Fragestellungen
wird die Podiumsdiskussion "Digitaler Hörfunk - Wo ist der Mehrwert
für Markt und Konsument" am Eröffnungstag der Österreichischen
Medientage 2011 eingehen (27. September, 11.45 Uhr, Wiener
Stadthalle, Halle F, Saal 2).

Rückfragehinweis:
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH
Andreas Kunigk
Tel.: +43 (0)1 58058-168
mailto:[email protected]

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