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OTS0172   22. Sept. 2011, 13:07

"Wald und Holz" im Parlament - Am Plenartag verwandelte sich die Säulenhalle in einen Wald. - ANHÄNGE

Im Pressegespräch "Holzbauanteil in Österreich" wurde erstmals eine aktuelle Erhebung des Holzbauanteils, durchgeführt durch die BOKU, präsentiert.


Wald und Holz im Parlament - Am Plenartag verwandelte sich die Säulenhalle in einen Wald. vergrößern

Säulenhalle im Parlament

Grafiken zur Studie Holzbauanteil in Österreich

"Wald und Holz" im Parlament

Das von der UNO ausgerufene "Internationale Jahr des Waldes"
nahmen proHolz Austria und die Kooperationsplattform FHP (Forst Holz
Papier) zum Anlass, um den Wald ins Parlament zu bringen.
Ein 300 m2 großer Deckenscreen mit Baumkronen begrünte das Glasdach
der Säulenhalle. So verwandelten sich die Säulenreihen der imposanten
Halle zur "Baumallee".

Säulenhalle als Baumallee

Am Plenartag des Nationalrats (21. September) verwandelte sich die
Säulenhalle des Parlaments in einen Eichenwald. Damit sollte der
Rohstoff Holz und dessen wirtschaftliche Bedeutung stärker ins
Bewusstsein der Politik und Gesellschaft gerückt werden. Auf
Weißtannenbrettern wurden Kernargumente für eine vermehrte
Holzverwendung vermittelt.

Nationalratspräsidentin Prammer wünscht gute Kooperation zwischen
Holz- und Forstwirtschaft sowie der Politik

"Dass der Wald auf so eindrucksvolle Art und Weise ins Parlament
gebracht wurde, ist eine tolle Sache", unterstrich
Nationalratdpräsidentin Barbara Prammer in Ihren Eröffnungsworten.
"Für die Politik ist es wichtig, dass dem Wald entsprechende
Bedeutung beigemessen wird." Abschließend wünschte sich die
Nationalratspräsidentin eine gute Kooperation zwischen der Holz- und
Forstwirtschaft sowie der Politik.

Die Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt 292.000 Menschen
"Vom Holz profitieren in Österreich 292.000 Menschen in 172.000
Betrieben, die entlang der Wertschöpfungskette Forst- Holz-Papier
tätig sind", kommentierte Georg Adam Starhemberg, Vorsitzender Fort
Holz Papier, die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. "Sie
erwirtschaftet einen jährlichen Produktionswert von etwa 12 Mrd.
Euro. Im Vorjahr erbrachte die österreichische Holzwirtschaft einen
Exportüberschuss von 3,42 Mrd. Euro."

Nach der gemeinsamen Eröffnung durch Barbara Prammer und Georg
Adam Starhemberg wurde im anschließenden Pressegespräch "Ein zweiter
Wald aus Häusern - Holzbauanteil in Österreich" erstmals eine
aktuelle Erhebung des Holzbauanteils, durchgeführt durch die
Universität für Bodenkultur, präsentiert.

Ein zweiter Wald aus Häusern - Holzbauten als CO2-Speicher
In der Studie der BOKU Wien "Ein zweiter Wald aus Häusern -
Holzbauanteil in Österreich" wurde erstmals der Holzbauanteil in
Österreich erhoben.

Die Daten zeigen, dass der Holzbau im Vormarsch ist und
Marktanteile gewinnt. Für den Erhebungszeitraum von 1998 bis 2008
ergab es zum Beispiel folgende interessante Entwicklung: Der Anteil
des Holzbaus aller anzeige- bzw. bewilligungspflichtigen
Hochbau-Bauvorhaben in Österreich stieg von 25 auf 39 Prozent. Das
bedeutet, dass bereits mehr als ein Drittel aller Bauprojekte in Holz
geplant waren.

Der urbane Raum zeigt eine klare Zunahme der Holzbauaktivitäten,
hier konnten besonders hohe Holzbauanteile von bis zu 45 % bei
anzeige- und bewilligungspflichtigen Wohnbauvorhaben verzeichnet
werden. Der Holzbauanteil in den Ballungsräumen stieg österreichweit
von 23 % im Jahr 1998 auf 33 % (2008). In Wien wurde 2008 jedes
vierte Bauvorhaben im Wohnbau mithilfe einer Holzkonstruktion
umgesetzt.

Holzbauten sind CO2-Speicher

Jedes Holzbauwerk - ob Haus, Brücke oder Halle - speichert den
Kohlenstoff, den der ursprüngliche Baum, aus dem es gefertigt wurde,
der Atmosphäre entzogen hat. Und das ist eine ganze Menge: In rund 1
m3 Holz wird 1 Tonne CO2 gespeichert! Und dieser Kohlenstoff bleibt
solange gebunden und damit der Atmosphäre entzogen, solange das
jeweilige Holzprodukt in Verwendung bleibt - und oft auch darüber
hinaus. Gelingt es, den jährlichen Holzverbrauch bis etwa 2015 zu
verdoppeln, so steigt auch die Menge CO2, die der Atmosphäre erspart
wird, um 100 % auf 6,2 Millionen Tonnen. Das entspricht der
Jahresemission von 4,1 Millionen Kraftfahrzeugen). Und so könnte ein
zweiter Wald aus Häusern geschaffen werden.

Zukunftsperspektiven für den Holzbau

Das man Marktanteile des Holzbaus am Bauvolumen steigern könnte,
lag laut Erich Wiesner, Obmann der Österreichischen Holzindustrie, an
den Lösungsansätzen für wichtige Zukunftsfragen wie Energieeffizienz,
CO2-Reduktion oder Wirtschaftlichkeit.

"In Österreich jedoch stehen wir vor der Situation, dass die
Prestigeprojekte für Holz im mehrgeschossigen Bauwesen derzeit von
österreichischen Holzbauunternehmen leider im Ausland verwirklicht
werden (z.B. Berlin, London) da die Zulassung und Umsetzung in
Österreich die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit
beeinträchtigen", kritisiert Wiesner. "Daher fordern wir gerade jetzt
entsprechende Maßnahmen und Veränderungen der gesetzlichen
Rahmenbedingungen":

_Bauordnungen und Bautechnikverordnungen für neue Holzbauanwendungen
öffnen: Dadurch soll die Verwendung von Holz speziell im städtischen
Bereich und in den Ballungszentren zugelassen und gesteigert werden.

_Holz im Hochbau: Die Errichtung mehrgeschossiger Gebäude, etwa bis
zu 8 Stockwerken, sollte als Standard möglich sein.

_Beitrag des Holzbaus zur Energieeffizienz: Die Novelle der
EU-Gebäuderichtlinie von 2010 enthält die Vorgabe, dass alle
Neubauten ab 2020 und die öffentlichen Gebäude ab 2018 als
Niedrigst-Energiegebäude (Fast-Nullenergiehäuser) gebaut werden
müssen.

_In diesem Zusammenhang fordern wir auch eine Anerkennung bzw.
Anrechnung der CO2-Speicherung von Holz in langlebigen Bauprodukten
und Konstruktionen.

_Unsere Forderung an die Politik ist, dass Holz mit anderen
Materialien auf die gleiche Ebene gestellt wird.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0172 2011-09-22 13:07 221307 Sep 11 NEF0007 0765



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