- 21.09.2011, 14:52:00
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Ambros über Fendrich im Ö3-"Frühstück bei mir": Das Interview im Wortlaut
Wien (OTS) - Bezugnehmend auf die APA-Meldung 0537 vom 20.
September 2011 mit dem Titel "Attacke auf Fendrich: Laut Ambros
relativierende Passagen geschnitten" sieht sich das Hitradio Ö3 zu
folgender Richtigstellung veranlasst: Ö3 wehrt sich entschieden gegen
den Vorwurf von Wolfgang Ambros, dass Aussagen "geflissentlich
weggeschnitten" wurden. Die folgende Abschrift dient der Verteidigung
der journalistischen Integrität des Senders, keinesfalls bezweckt
Hitradio Ö3 damit eine weitere Verschärfung einer Debatte, die so nie
von Ö3 beabsichtigt gewesen ist. Im Folgenden das Interviews zwischen
Wolfgang Ambros und Claudia Stöckl zum Thema Rainhard Fendrich im
Wortlaut.
Claudia Stöckl: Nochmal kurz zu den Drogenerfahrungen. Hast du zum
Beispiel auch mit deinem Freund Rainhard Fendrich jemals als er noch,
sozusagen er hat ja mal erzählt und bekannt, dass er diese Droge
genommen hat, darüber diskutiert, weil du es eben auch kennst, diese
Erfahrungen.
Wolfgang Ambros: Mein Gott ja, noch einmal, es ist gelegentlich ist
immer vorgekommen, aber es war halt der Rainhard, i mein, so, wie des
jetzt geschildert war ist es nicht oder vielleicht war es dann im
Ende, es war dann halt schon zu Austria 3 Zeiten, wo also, also weder
der Georg, der war ja nur ganz kurz und auch nur um zu wissen was es
is, aber sonst in keiner Weise involviert. Und ich ja eigentlich auch
nicht und der Rainhard, der hat sich des halt immer, hat sich nicht
nehmen lassen vorn Auftritt und mir ham gsagt... du, du kannst ja
nimmer singen .. des, des kummt ja no dazu, du konnst ja nimmer
gscheid singen. Es schnürt dir die Kehle zu.
Claudia Stöckl: Eben, dass schreibst du auch, dass du...
Wolfgang Ambros: Und des is, des is ja existenzgefährdend. Da fängst
dann schon zum nachdenken an, ned. Und dann ham ma scho geredet mit
ihm und und der Georg war überhaupt scho, der war außer sich und hat
gesagt: Hörst du jetzt endlich auf mit dem Dreck, ja? Weil's immer
wieder erwischt haben mit irgendwem, um's Eck bogen und dann
rausgekommen, verstehst, mit den Knopferlaugen. Na des hat uns, hat
uns entdreit, kann man sagen.
Claudia Stöckl: Aber es war wahrscheinlich ein Grund auch dafür,
oder, dass Austria 3 auseinander gegangen ist?
Wolfgang Ambros: Des war der eigentliche Grund, ja. Es ist ja schon
vorher, es war nur danach noch eine Tournee, die war scho fest
geplant und ausverkauft seit Monaten, des konnten wir einfach ned
absagen. Und dann hob i gsagt, so und jetzt reden wir mal klare
Worte, du kannst tun was du willst, aber nicht mehr vor dem Auftritt.
Er hat es dann trotzdem getan, aber des war ja dann auch schon
wurscht. Mir haben eh die meiste Arbeit gmacht. Des warn immer der
Georg und i, wir haben die meisten Sachen gesungen und die ganzen
Chöre und ham halt kaschiert, so gut des ging.
Claudia Stöckl: Aber ich nehm an, dein Fazit aus dieser Erfahrung
auch aus deinen eigenen, ist, dass einfach diese Form von Drogen eine
Karriere zerstören letztendlich?
Wolfgang Ambros: Ja, wann's so weiter gegangen wär, um ehrlich zu
sein, da weiß i nix genaues. Aber sehr bald danach, als die Tournee
zu Ende war und wir alle in alle Richtungen uns zerstreut ham. Und
der Georg draufgekommen ist, dass er Krebs hat und dann eben im
darauffolgenden April, mein ich oder so, dann gab's die große
"Hopsnahme" vom Rainhard und da is dann natürlich was los gewesen.
Das kannst dir ja vorstellen.
Claudia Stöckl: Das stimmt, das haben wir ja alle in den Medien...
Wolfgang Ambros: I war natürlich scho wieder auf Tournee und war scho
irgendwo wieder ... oder na... wart... wo war i, irgendwo war i....
Jaaa... kann des sein, Kroatien? I glaub, i glaub irgendwo hab i a
Telefon gekriegt und des weiß ich gar nimmer, wer des war, und hat
mich angerufen, ob ich des alles schon gehört hab.. sag ich na, wos?
Ja wegen dem Rainhard, sag ich was denn, naja, also, einvernommen
haben's ihn und angeblich hat er geplaudert. Ja, da wird's wieder ein
paar, da wird's wieder ein paar Einver- und Festnahmen geben und hab
mir weiter aber ned viel gedacht dabei. Und dann bin ich zurück
gegangen nach Wien und da hab ich erst das ganze Ausmaß dieser
Geschichte mitkriegst, weil diese Einvernahme war ja schon lang
vorher und dann äh, hat er noch a Konzert gespielt in der Stadthalle
und alles mögliche und hat die Leute umarmt, die er vorher schon
verpfiffen hat. Ja, das hat ihm bis heute so mancher nicht vergessen.
Claudia Stöckl: Mh, also es ist, dass sind viele Freunde die
wahrscheinlich auch nie Freunde waren, aber auf jeden Fall haben sie
sich verabschiedet?
Wolfgang Ambors: Ja ja, ja ja..die haben sich dann bei mir ausgeweint
und da hab ich gesagt, ihr seid ja alle selber schuld. Man muss
wissen, wann es genug ist und wenn man es nicht weiß, dann hat man
halt auch die Konsequenz zu tragen und soll sich ned beschweren. Die
haben ihn das Messer aufs Aug gesetzt und gesagt, gib uns allen Namen
und du gehst da raus und spielst dein Konzert und wenn ned, dann
bleibst du da.
Claudia Stöckl: Mh, also er hat seine Lieferanten verraten?
Wolfgang Ambros: Ja ned nur die, praktisch die ganze so genannte
Szene. Es war jedenfalls a riesen Aufruhr und i denk mal, dass die
Sache dann für ihn selbst gereicht hat. Ich glaub nicht, dass er sich
jetzt irgendwas angerührt hat.
Der Inhalt des folgenden Gesprächsverlaufs wurde im Hitradio Ö3 nicht
gesendet:
Claudia Stöckl: Hast du ihn jetzt mit den Entzug irgendwie begleitet,
weil ich glaub das ist ja schwierig, oder, davon loszukommen?
Wolfgang Ambros: Na, des is überhaupt ned, des is ja reine
Willenssache. Du hast ja keine, du hast ja kein körperlichen Entzug,
das ist nicht wie bei Opiaten, dass du irgendwelche Krämpfe kriegst
und Schmerzen und Schüttelfrost und so dass du glaubst es.. du
stirbst. Es ist ned so wie a Malaria. A Malaria is ähnlich wie a
Heroinentzug, glaub i.
Claudia Stöckl: Naja, du schreibst ja, dass du Malaria hattest und
wie es dir da gegangen ist, ja?
Wolfgang Ambros: So stell i mir das vor. Nur länger und und und ohne
Gegenmittel also, eben wenn's mit Metadon anfangst, sind dann die
Symptome weg, aber die Sucht is ned geheilt. Des ist... des ist mir
Gott sei Dank immer weit entgangen... bin nicht einmal in die Nähe
gekommen, wollt ich auch nicht. Auch nie in ganz jungen Jahren, wo
alle... scho leiwand und so... nö nö.
Claudia Stöckl: Also du hast dann schon gewusst ... wo wann genug
ist?
Wolfgang Ambros: Na äh na i hab des ja gesehen, die ganzen, wie's
dann gesessen sind und nur mehr wirklich blöd vor sich hingestarrt
haben und weiß ned... in ihrem.... in ihrer Welt verwoben waren und
sich vielleicht total wohl gefühlt haben... aber i kann mir des gar
ned vorstellen, wie man völlig wegtritt, da kann man sich doch ned so
wohl fühlen. Aber des sind Leute, in aller Regel auch bis heute, die
des machen, die kommen einfach mit ihrem ganzen Leben nicht zurecht.
Die sind durch diese Welt in der wir leben einfach überfordert.
Claudia Stöckl: Also nicht nur Künstler meinst du, sondern egal
welcher Beruf, viele Menschen, die das Leben einfach nicht bewältigen
können?
Wolfgang Ambros: Die glaub... ja. ich weiß es gar nicht, kann ich
ned beurteilen, wie des in der Rapperszene oder wa, da kenn i mi ned
aus, aber grundsätzlich bist du chancenlos in dem Job, auf dem, in
dem Zustand sicher. Na, du kannst gar nimmer stehen, geschweige denn
dir irgendeinen Text zu merken oder sowas.
Wieder On Air:
Claudia Stöckl: Wir sitzen an einem runden Holztisch zu Hause bei
Wolfgang Ambros in Tirol.
Einmal wurde Rainhard Fendrich im Zusammenhang mit der Ambros-Bühne
in seinem Haus noch auf Sendung erwähnt:
Wolfgang Ambros: (...) Ich hab Zusagen von Herrn Prokopetz, vom Herrn
Fälbl, vom Herrn Eberhartinger natürlich, die alle... den Rainhard
werd ich noch fragen, aber der kummt mir sicher auch.. es gibt ned
all zu viel zum verdienen, aber man kann zwei schöne Tage in den
Bergen verbringen in meiner und meiner Familie Gesellschaft.
Der in der APA angeführten Wolfgang Ambros Satz, "dass das alles
viele Jahre her ist, Schnee von gestern sozusagen - und dass Rainhard
und ich wieder ein sehr gutes Verhältnis haben" ist im Interview
nicht gefallen.
Rückfragehinweis:
Hitradio Ö3 Öffentlichkeitsarbeit
Petra Kulis-Jesenko
Tel.: 01/36069/19120
mailto:[email protected]
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