- 21.09.2011, 11:34:03
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Frechheit bei Pensionsauszahlung: Offener Brief der Grünen an die PVA
PensionistInnen müssen heuer länger auf ihr Weihnachtsgeld warten. Grund: Die Pensionsversicherungsanstalt hat Rechenprobleme
St. Pölten (OTS) - Sehr geehrte Obleute und DirektorInnen der
Pensionsversicherungsanstalt!
Sie haben den rund 1,8 Millionen PensionistInnen in Österreich erst
kürzlich über ausgewählte Medien (und nicht, wie es zumindest der
Anstand verlangt hätte, über ein persönliches Schreiben an die
Betroffenen!) ausrichten lassen, dass die für September übliche
Pensions-Sonderzahlung heuer erst Ende Oktober überwiesen wird.
Als Grund geben sie an, dass die aliquote Berechnung der
Neu-Pensionen nicht fristgerecht durchgeführt werden kann und daher
alle Pensionisten erst im Oktober den 14. Pensionsbezug erhalten.
Mit Verlaub - das ist himmelschreiend!
Sie haben nicht nur Ihre Informationspflicht verletzt, sondern mit
dieser Aktion tausende PensionistInnen in Schwierigkeiten gebracht:
Den Herren und Damen in ihren schicken Limousinen mag es vielleicht
nicht bewusst sein, aber dieser 14. Bezug ist für viele Menschen
schon längst nicht mehr für Schmuck und schöne Kleider, sondern zur
Abdeckung von fixen Ausgaben wie z.B. Versicherungsprämien,
Energiekosten, Einkauf von Heizmaterial usw. Bezahlungen, die nur mit
der Sonderzahlung beglichen werden können, weil die monatlichen
Einkünfte dafür nicht reichen. Mit diesem Geld kalkulieren also
Pensionisten Jahr für Jahr - und die Pensionsversicherungsanstalt
findet es nicht einmal der Mühe wert, dass sie die Betroffenen
zumindest rechtzeitig darüber informiert?!
Mehr noch: Sie glauben doch nicht wirklich, dass eine
Mindestpensionistin mit Ihnen Mitleid hat, weil die PVA
Berechnungsprobleme mit Neu-PensionistInnen hat!? Als Grüne und
gewählte Volksvertreterin setze ich sogar noch nach: Die PVA hat mit
der Verschiebung der Auszahlung einen Monat Zinsen kassiert bzw. mehr
Geld in den Fonds zum Spekulieren gehabt!
Da kostet uns die Hypo Alpe Adria vermutlich Milliarden, der schwarz
blaue Korruptionssumpf blubbert vieles an die Oberfläche, in
Niederösterreich wird mit den Wohnbauförderungsmitteln spekuliert,
für Werbeanzeigen gibt die Bundesregierung Millionen Euro aus und
dann das!
Es braucht niemanden wundern, dass die Menschen von diesem Versagen
"angefressen" sind. Mit diesen "Schwachmatiker-Aktionen" im Bund ist
unser sozialer Zusammenhalt in Gefahr! Die fixen Lebenskosten sind
wie für alle Menschen auch für PensionistInnen gestiegen.
Ich bin empört, wie mit dem Vertrauen von Menschen umgegangen wird.
Gibt es denn niemanden mehr in dieser Republik, der Anstand hat?
Auf eines kann sich die Bevölkerung aber verlassen: Die Grünen
schweigen dazu nicht! PensionistInnen, die Ihre Bezüge aus einer
Versicherungsleistung erhalten, dürfen nicht als
AlmosenempfängerInnen behandelt werden!
Sicherheit und Anstand rund um den Generationenvertrag fordert
Helga Krismer
Stv. Klubobfrau Grüne NÖ, Vizebürgermeisterin Baden
Rückfragehinweis:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Mag. Kerstin Schäfer
Tel.: Mobil: +43/664/8317500
mailto:[email protected]
http://noe.gruene.at
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