MONTECUCCOLI: VERANTWORTUNGSVOLLE UND TREFFSICHERE STEUERLOGIK IN DER LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT
Wien (OTS) - Die aktuelle Debatte um die Besteuerung von Betrieben
der Land- und Forstwirtschaft steht in krassem Gegensatz zur
realwirtschaftlichen Richtigkeit eines vernünftigen und sinnvollen
Steuersystems. "In der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist es
dringend notwendig, Wege zu einem stabilen Staatshaushalt zu
erarbeiten", findet Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst
Betriebe Österreich, klare Worte zum strukturellen Defizit des
Staatsbudgets. "Solange staatseigene Unternehmen Verluste bauen
anstatt Gewinne an den Staat abzuführen, die Verwaltung aufgebläht
anstatt gestrafft und ein krankes und ineffizientes Gesundheitssystem
erhalten wird, gibt es keine Notwendigkeit für neue Steuern!" zeigt
sich Montecuccoli verärgert über die aktuelle Debatte.
Der eingeschlagene Weg, singulär oder über eine Einzelbesteuerung in
der Land- und Forstwirtschaft einen Lösungsansatz zu suchen, ist
grundlegend falsch. Ein volkswirtschaftlich vernünftiger
Sanierungsweg kann nur ganzheitlich funktionieren und muss bei
profunden Reformen zur Verbesserungen von Verwaltung,
Gesundheitssystem und staatseigene Betrieben ansetzen. Darüber hinaus
notwendige Steuerreformansätze dürfen nicht die Besteuerung von
Vermögenssubstanz sondern müssen Erträge und Konsum betreffen. "Ein
differenzierender Blick auf die Begriffe Einkommenssteuer,
Vermögenssteuer, Abgaben und Beiträge ist dabei unbedingt notwendig",
fordert Montecuccoli.
Besondere Regelungen sind richtig
Im Gegensatz zu allen anderen Gewerbebereichen haben viele Produkte
und Leistungen der Forstwirtschaft in Österreich keinen Markt sondern
nutzen der gesamten Gesellschaft. Die 290.000 heimischen Betriebe der
Land- und Forstwirtschaft produzieren damit als einzige
Wirtschaftsbranche nicht marktfähige Produkte und unbezahlte
Mehrleistungen: Schutz menschlicher Lebensräume, Luft- und
Wassergüte, Wasserversorgungssicherheit, CO2-Speicherung, Natur- und
Umweltschutz, Landschaftspflege, Tourismus und Freizeitnutzung wären
ohne bewirtschafteten Wald undenkbar. Die Land- und Forstwirtschaft
arbeitet zudem in und mit der Natur und ist daher nur bedingt
planbar, die Bestände sind oft nicht bewertbar und die Branche
unterliegt stark schwankenden Ergebnissen. Auch aus
verwaltungsökonomischer Perspektive ist eine pauschale Bewertung der
Steuern für eine Branche mit mehr als 290.000 Klein- und
Kleinstbetrieben sinnvoll und notwendig.
Darüber hinaus ermöglichen die land- und forstwirtschaftlichen
Betriebe die Einhaltung einer Vielzahl von international
ratifizierten Abkommen und Konventionen der Republik Österreich
innerhalb der Staatengemeinschaft, unter anderem die
rechtsverbindliche Konvention zur Erhaltung der Biodiversität, die
Alpenkonvention oder die Klimarahmenkonvention. "Verantwortungsvoll
bewirtschafteter Grundbesitz ist gelebter Natur- und Umweltschutz und
kommt bereits heute für den Großteil der naturschutzpolitischen
Verpflichtungen des Staates alleine auf", betont Montecuccoli die
Besonderheiten des Sektors.
Es ist nicht nur angemessen sondern entspricht auch einer
verantwortungsvollen und treffsicheren Steuerlogik,
branchenspezifische Eigenheiten auch im Regelsystem der Besteuerung
zu beachten und umzusetzen. "Als Waldbewirtschafter leben wir das
Prinzip der Nachhaltigkeit: Zuwachs nutzen, Bestand erhalten", führt
Montecuccoli aus, "es ist daher richtig, für besondere
Verantwortlichkeiten besondere Regelungen und Individuallösungen
anzuwenden". In Bezug auf die Debatte um den Einheitswert ist es
deshalb angebracht, auch künftig von einem Ertragswert zu sprechen.
"Richtig ist es, den Ertragswert auch regelmäßig neu zu bewerten und
die Einheitswerte an die wirtschaftliche Entwicklung der
Landwirtschaft anzupassen", zeigt sich Montecuccoli reformbereit.
Mag. Katharina Brandner
Kommunikation und Public Affairs
Tel.: +43-1-533 02 27-21
brandner@landforstbetriebe.at















