• 20.09.2011, 12:51:50
  • /
  • OTS0164 OTW0164

AK-Kalliauer: Privatpensionen sind keine Lösung - nur die staatliche Pension bietet Sicherheit

Linz (OTS) - Der Chef der Raiffeisen Versicherung, Klaus Pekarek,
lässt keine Gelegenheit aus, das öffentliche Pensionssystem schlecht
zu reden und private Pensionsversicherungen als Lösung für dessen
angebliche Finanzierungsprobleme anzupreisen. "Dabei hat die
Finanzkrise die Schwächen privater und betrieblicher
Pensionsversicherungen schonungslos offengelegt. Nur die staatliche
Pension nach dem Umlageverfahren bietet Sicherheit", sagt
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Finanzkrise 2008/2009 war für betriebliche und private
Pensionen verheerend. In den Industrieländern fiel der Marktwert
privater Pensionssparpläne um gigantische fünf Billionen Dollar. Zum
Glück hatte in Österreich der Widerstand von AK, Gewerkschaften und
anderen einen noch radikaleren Umbau des Systems, wie er in anderen
Ländern erfolgt war, verhindert. In den Niederlanden sind 158 Prozent
des Bruttoinlandsprodukts(BIP) in Pensionsfonds veranlagt, in
Großbritannien 110, in Österreich nur 5,7 Prozent.

Der Schaden ist groß genug: Mehrmals wurden seither die
betrieblichen Pensionen vieler Leistungsberechtigter gekürzt, und
zwar um bis zu 45 Prozent! Und für jene, die weiter in das System
einzahlen, ergeben sich unaufholbare Lücken. Ihre zukünftigen
Pensionen werden von Beginn an um mindestens ähnliche Prozentsätze
reduziert werden.

Und die Bedingungen für Privatpensionen will Pekarek
verschlechtern, indem die Höhe der garantierten Mindestpension nicht
bei Vertragsabschluss, sondern erst bei Pensionsantritt festgelegt
werden soll. Der AK-Präsident weist diese Forderung entschieden
zurück.

Trotz des Desasters propagieren Banken und Versicherungskonzerne
munter weiter die Notwendigkeit der "Privatvorsorge", sind doch die
dabei zu verdienenden Gebühren enorm. Kein Wunder auch, dass das
Vertrauen in die gesetzliche Altersvorsorge sinkt, investiert doch
die Versicherungswirtschaft seit Jahren Millionen in das
Schlechtreden des Systems.

Nur das staatliche System garantiert nachhaltig sichere Pensionen,
die solidarisch dem Leistungsvermögen einer Volkswirtschaft
entsprechen. Die enormen Risiken auf den Kapitalmärkten ist das
Hauptargument der Arbeiterkammer gegen eine Verlagerung der
Alterssicherung auf Privatversicherungen.

"Private Pensionen sind keine Alternative zum staatlichen
Pensionssystem nach dem Umlageverfahren. Sie sind teurer und mit
hohem Risiko verbunden und taugen daher höchstens als Zusatzangebot
für eine kleine Gruppe von Beschäftigten mit hohen Einkommen",
erklärt der AK-Präsident.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel