- 20.09.2011, 09:27:51
- /
- OTS0037 OTW0037
VIER PFOTEN: Pleite-Griechen bauten mit unseren Steuergeldern illegale Hühnerbatterien
EU-Millionen missbräuchlich in Käfige investiert, die ab 2012 verboten sind
Wien (OTS) - Laut Recherchen der internationalen
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat Zouras, der größte
Eierproduzent Griechenlands, zwischen 2000 und 2006 insgesamt 9,8
Millionen Euro in Käfigbatterien investiert, die ab 2012 EU-weit
verboten sind. Davon kamen 6,86 Millionen Euro aus EU-Mitteln! Der
Handel mit Eiern aus illegaler Käfighaltung ist ab 1.1.2012 EU-weit
verboten.
"Angesichts des griechischen Schuldensumpfs ist es ungeheuerlich,
dass EU-Gelder derart verpulvert wurden! Das ist nicht nur ein
Missbrauch unserer Steuergelder sondern auch ein Schlag ins Gesicht
der Landwirte in den Ländern, die rechtzeitig auf gesetzeskonforme
Alternativsysteme umgestellt haben", sagt Johanna Stadler,
Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Ab 2012 sind in der EU zwar immer
noch modifizierte 'Alibi-Käfige' erlaubt, aber die Griechen haben
unser Geld sogar für illegale Uralt-Käfige verschwendet. Die
österreichischen Landwirte waren gut beraten, rechtzeitig auf
käfigfreie Haltungsformen umzustellen. Denn auch die neuen Käfige mit
sinnlosem Schnickschnack sind unpraktikabel und tierquälerisch und
daher eine Fehlinvestition."
650.000 Hennen vegetieren bei Zouras derzeit in sechs Stallungen
vor sich hin - in qualvoller Enge zusammengepfercht. Sie sind zu
Legemaschinen degradiert, mit einer festgelegten Leistungserwartung
von rund 300 Eiern pro Huhn pro Jahr (insgesamt etwa 200 Millionen
Eier). Diese Tierqual-Eier findet man in ganz Griechenland. In vielen
Fällen fehlt auf der Packung die vorgeschriebene Deklaration des
Haltungssystems. Nur anhand des Stempels auf dem Ei kann man die
Käfig-Eier identifizieren, z.B. durch den Aufdruck 3 EL 71001, wobei
"3" für Käfighaltung steht. Technisch gesehen dauert es rund vier
Monate, um eine Stallung gemäß der neuen Gesetzgebung umzubauen. Da
es sich um sechs Stallungen handelt, würde Zouras rund zwei Jahre
brauchen, um komplett umzustellen. Doch Zouras hat noch nicht einmal
mit dem Umbau einer einzigen Halle begonnen. Den Betrieb einfach so
weiterzuführen wie bisher, ist für Zouras jedoch ab Jänner keine
Option mehr. VIER PFOTEN ruft die griechischen Behörden auf,
verstärkt Kontrollen durchzuführen und alle Legebatterien bis Ende
2011 zu schließen. "Wenn nicht jeder Betrieb wenigstens die ohnehin
unzureichenden EU-Vorgaben erfüllt, werden wir die EU-Kommission
auffordern, direkt nach der Silvesterparty einzuschreiten", fügt
Stadler hinzu.
Aber es ist nicht nur der Betrieb Zouras, der die EU-Regelung
nicht einhalten wird. Über 4,5 Millionen Hennen werden in
Griechenland noch in konventionellen Käfigbatterien gehalten. Sie
machen damit rund 90% der gesamten Bestände aus, und das obwohl die
Einführung des EU-weiten Käfigverbots seit 1999 feststeht. Die
EU-Kommission hat das Verbot in der Richtlinie 74/EC/1999 festgelegt.
Europäische Landwirte hatten also 12 Jahre Zeit für die
entsprechenden Umstellungen. "Griechenland ist seit 1981 Mitglied der
EU, es gibt also keine Ausrede. Wir haben auch ein Rechtsgutachten
vorliegen, das bestätigt, dass alle Betriebe mit konventionellen
Käfigbatterien schließen müssen. Das sollte den griechischen Behörden
eine Warnung sein und ein Grund zu großer Besorgnis für die
EU-Kommission", sagt Stadler.
VIER PFOTEN hat sich schriftlich an alle EU-Mitgliedsstaaten
gewandt und nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen für das
Verbot der konventionellen Legebatterien gefragt. Einige Staaten
haben inzwischen geantwortet und es stellt sich heraus, dass die
Staaten, die der Regelung fristgemäß nachkommen werden, besorgt sind,
dass es zu Wettbewerbsverzerrungen mit Ländern kommen wird, die das
Verbot missachten. Kürzlich hat VIER PFOTEN bereits einen Betrieb in
Rumänien entlarvt, der EU-Gelder in das ab Jänner illegale
Haltungssystem gesteckt hat. Und Eier aus z.B. polnischen oder
slowakischen Legebatterien werden von VIER PFOTEN-Mitarbeitern immer
wieder auch bei uns entdeckt, da sie durch den Eierstempel zugeordnet
werden können.
Druckfähige Fotos bzw. sendefähiges Videomaterial von alten und
auch neuen Käfigen steht auf Anfrage honorarfrei zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Anita Hauser
Tel.: 0664 848 55 65
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VPF






