Alles Dummköpfe? (von Claudia Grabner)
Ausgabe 20. Sep. 2011
Klagenfurt (OTS) - Von realer Politik und Parlamentsarbeit haben
sie keine Ahnung. Beim geschätzten Schuldenstand Berlins liegen sie
mit 600 Millionen von den tatsächlichen 64 Milliarden unangenehm weit
daneben. Der Spitzenkandidat wurde per Los gewählt. Und der Rest gibt
auch nicht viel mehr her, als das vage Motto "Aufmachen zum Ändern"
vermuten lässt. Und dennoch: Die Piraten-Wähler sind keine Dummköpfe
- streng nach dem IQ besehen. Besonders beliebt ist die Partei bei
jungen Männern mit relativ hohem Bildungsstand. Überdurchschnittlich
viele haben Abitur. Was uns das sagt? Der Politikfrust muss
zwischenzeitlich ein abnormer sein. Angespeist von etablierten
Parteien, denen man allensamt die desaströse Kombination von
Unfähigkeit und Abzockertum vorhält, nimmt der Wähler in Scharen
Reißaus. Zweistellig schätzen denn auch Politologen das Potenzial für
eine neue Partei. Für eine ernst zu nehmende Partei. In Österreich
rumorte es ja schon kräftig: Vielleicht schickt sich eine
Wirtschaftselite an, eine Art "neue ÖVP" zu gründen ...














