- 19.09.2011, 11:22:08
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Kalliauer fordert für die Beschäftigten einen gerechten Anteil am Wohlstandszuwachs
Linz (OTS) - Bereits 2012 droht die wirtschaftliche Erholung zu
Ende zu gehen. Die schwache Kaufkraft der Menschen mit Lohn- und
Gehaltseinkommen ist eine wesentliche Ursache dafür. AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer präsentierte heute neueste Daten zur aktuellen
Einkommensentwicklung.
"Nachhaltiges Wachstum braucht eine kaufkräftige Konsumnachfrage,
produktive Investitionen und öffentliche Impulse. Das kann nur
gelingen, wenn die Löhne und Gehälter wieder den Produktivitäts- und
Preissteigerungen entsprechend steigen", sagt der Präsident.
68,5 Prozent der in Österreich erarbeiteten Wertschöpfung werden
2011 als Lohn und Gehalt an die Arbeitnehmer/-innen fließen. Somit
hat sich - mitten in der wirtschaftlichen Erholung seit der
Überwindung des Krisenjahrs 2009 - die Lohnquote um mehr als einen
Prozentpunkt verringert. Im gleichen Ausmaß ist der Gewinn- und
Vermögenseinkommensanteil gestiegen. Ein Prozentpunkt weniger beim
Lohnanteil bedeutet heuer rund 2,2 Milliarden Euro weniger für die
Arbeitnehmer/-innen.
Obwohl Erwerbstätige im Schnitt immer produktiver werden, bleibt
der Lohnzuwachs schon seit Jahren zurück. 2012 werden Beschäftigte
durchschnittlich um rund 24 Prozent mehr Werte schaffen als 1994.
Doch ihre dafür gezahlten Löhne oder Gehälter sind real - nach Abzug
der Inflation - brutto nur etwa fünf Prozent höher, weil der Großteil
des Produktivitätszuwachses in Gewinn- und Besitzeinkommen fließt.
Und netto ist ein heutiges Durchschnittseinkommen real sogar etwas
niedriger als vor zwei Jahrzehnten!
Rund 1940 Euro brutto betrug 2010 laut noch vorläufigen Daten das
"mittlere" Monatseinkommen oberösterreichischer Arbeitnehmer/-innen.
Je die Hälfte der 509.600 Beschäftigten verdiente weniger bzw. mehr
als diesen Medianwert. Im Vergleich zu 2009 ist das mittlere Lohn-
bzw. Gehaltseinkommen nominell nur um 1,2 Prozent angestiegen. Männer
verdienten im Monat etwa 2350 Euro, Frauen aber nur 1400 Euro bzw. 40
Prozent weniger.
2011 werden die Preise gegenüber dem Vorjahr um mehr als drei
Prozent steigen. Noch teurer werden Güter des täglichen Bedarfs.
Allein in den letzten knapp sechs Jahren haben sich die Preise für
den Tages- und Wocheneinkauf um 18 bzw. 21 Prozent erhöht. Haushalte
mit nur geringem Budget müssen für Essen, Wohnen und Energie deutlich
mehr als die Hälfte ihres Geldes ausgeben. Das finanziell am besten
ausgestattete Zehntel der Haushalte braucht von seinem
vergleichsweise höheren Budget hingegen nur etwa ein Viertel für das
Leben.
"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben produktiv
gearbeitet. Sie haben sich kräftige reale Lohn- und
Gehaltssteigerungen verdient!", sagt Kalliauer. "Zur Korrektur der
verteilungspolitischen Schieflage brauchen wir auch einen deutlich
niedrigeren Einstiegssteuersatz bei der Lohnsteuer und eine
Vermögensteuer auf hohe Privatvermögen - z.B. ab einer Million Euro -
sowie eine Börsenumsatzsteuer bis zur Einführung einer EU-weiten
Finanztransaktionssteuer."
Die AK- Broschüre "Gerechter Anteil am Wohlstandszuwachs durch
kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen" enthält weitere Details zum
Thema. Download: http://www.arbeiterkammer.com/positionen.htm
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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