- 15.09.2011, 14:31:55
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Inflation hat Lohn- und Gehaltszuwächse aufgefressen
AKNÖ-Haneder: Weiteres Schwinden der Kaufkraft verhindern
Wien (OTS/AKNÖ) - 3,4 Prozent - um so viel ist das Leben in den
vergangenen zwölf Monaten teurer geworden. Das hat die Statistik
Austria vor kurzem veröffentlicht. Bei der Niederösterreichischen
Arbeiterkammer ruft das Besorgnis hervor: Schon jetzt sei klar, dass
die Inflation die eigentlich guten Lohn- und Gehaltszuwächse vom
Vorjahr mehr als wettgemacht habe. "Die Menschen können sich immer
weniger leisten", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. Angesichts der
bevorstehenden Herbstlohnrunden fordert er, dass einem weiteren
Absinken der Kaufkraft entgegengesteuert werden müsse.
Die Geldbörsel der niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen werden
immer leerer. Die Inflation blieb im August unverändert hoch. "Die
Preise sind in den vergangenen zwölf Monaten um 3,4 Prozent
gestiegen, das ist ein Prozentpunkt mehr als die Herbstlohnrunden im
vergangenen Jahr den ArbeitnehmerInnen gebracht haben", rechnet
AKNÖ-Expertin Claudia Tschernutter vor. "Man braucht nicht einmal
eine ausführliche Einkommensstatistik um zu erkennen, dass die
Reallöhne gesunken sind." Am meisten spüren das nach Auskunft der
Expertin Menschen mit geringem Einkommen. "Je weniger man verdient,
desto größer ist der Anteil des Einkommens, den man für das Essen,
Strom oder Reinigungsmittel ausgibt. Diese Güter und Dienstleistungen
sind sogar um 7 Prozent teurer geworden."
Diese Entwicklung hat nicht nur eine soziale Dimension, sagt
Tschernutter. "Schon im Jahr 2010 ist die Kaufkraft in Österreich
leicht gesunken, heuer wird das sogar deutlich der Fall sein. Das tut
auch allen Unternehmen weh, die nicht exportieren können -und jenen,
die darauf angewiesen sind, ihre Produkte hier zu verkaufen, weil die
Exportmärkte etwa wegen der Sparpakete in anderen EU-Staaten
weggebrochen sind." Eine Negativspirale, die die Konjunktur abwürgen
könnte, wenn sie nicht bald gestoppt wird.
Haneder: "Inflation muss abgegolten werden"
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert mit Blick auf die
bevorstehenden Herbstlohnrunden, dass den ArbeitnehmerInnen die
Inflation abgegolten werden muss. Es sei "nicht einzusehen, dass die
ArbeitnehmerInnen noch einmal draufzahlen müssen: Zuerst durch
Jobangst und Sparpakete, jetzt durch höhere Preise. Und das obwohl
sie heute genau genommen noch mehr leisten als im Vorjahr,
schließlich ist ja auch die Produktivität am Arbeitsplatz gestiegen."
Dieses Mehr an Leistung müsse ein Mehr an Kaufkraft für die Menschen
bringen. "Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sondern auch
der wirtschaftlichen und politischen Vernunft. Die Kaufkraft weiter
abwürgen heißt, die Konjunktur zu gefährden. Und die Menschen noch
einmal draufzahlen zu lassen während gleichzeitig die Vermögen der
Reichen auch in diesem Land immer größer werden, gefährdet den
sozialen Zusammenhalt in diesem Land. Das kann niemand wollen."
Rückfragehinweis:
AKNÖ-Wirtschaftspolitik, Georg Mayer
01/58883 - 1601
Aktuelle Informationen finden Sie auch auf noe.arbeiterkammer.at/presse
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