- 15.09.2011, 13:15:31
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Betroffene von Gewalt in Städtischen Heimen: Wien beschließt weitere Mittel
Wien (OTS) - Insgesamt 319 Opfer meldeten sich beim Weissen Ring,
der mit der Koordination der Hilfeleistungen für Betroffene von
Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt beauftragt ist.
2010 standen dafür Mittel in Höhe von insgesamt 2 Millionen Euro zur
Verfügung. Der Gemeindesratsausschuss für Bildung, Jugend,
Information und Sport beschloss heute, am 15. September 2011, Mittel
für 2011 in Höhe von 3,8 Millionen Euro.
Das Wiener Gremium hat bisher 231 Fälle behandelt und über
finanzielle bzw. sonstige Leistungen entschieden, die über das rasch
und unbürokratisch verfügbare Basisangebot von 10 Stunden
Psychotherapie und 1 Stunde anwaltliche Beratung hinausgehen. 148
Opfer nehmen bereits psychologische Betreuung oder Therapien in
Anspruch, insgesamt 173 Personen wurden bisher finanzielle Leistungen
zugesprochen.
"Den meisten Opfern geht es um die Anerkennung des erlittenen
Unrechts", erklärt Hon.Prof. Dr. Udo Jesionek, Präsident des Weissen
Ringes: "Aus den Gesprächen mit Betroffenen wissen wir, dass diese
Initiative der Stadt Wien für sie äußerst wichtig ist." In keinem
Fall sei das Erlittene in Zahlen umzumünzen, so Jesionek. Dennoch
seien auch die finanziellen Zuwendungen ein Zeichen für die
Anerkennung des Opferstatus, das Betroffene bei der Bewältigung ihrer
Leidensgeschichte unterstützt werden.
Historische Aufarbeitung läuft
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Reinhard
Sieder, Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
an der Universität Wien, läuft derzeit die wissenschaftliche
Aufarbeitung von Gewalt in städtischen Kinderheimen. Ziel ist es,
jene Erziehungskonzepte, Organisationsstrukturen und alltäglichen
Praktiken bis zur Heimreform 2000 zu analysieren, die wiederholt
Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen ermöglichten. Die
Forschungsergebnisse werden im Frühjahr 2012 vorliegen.
Rückfragehinweis:
Erika Bettstein Weisser Ring Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 0699 134 34 021 E-Mail: [email protected] Edith Rudy Mediensprecherin Stadtrat Christian Oxonitsch Tel.: +43 676 8118 81440 mailto:[email protected] www.wien.gv.at/rk/
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