• 15.09.2011, 12:20:56
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AK zur August-Inflation: Preistreiberei endlich stoppen!

Wien (OTS) - "Die Preistreiberei geht für die Konsumenten weiter,
auch wenn die Teuerungsrate um 0,1 Prozentpunkte gesunken ist", sagt
AK Präsident Herbert Tumpel zur Inflation von 3,4 Prozent im August.
"Einen wesentlichen Anteil an den extrem hohen Preisen haben die
weltweit enorm angestiegen Spekulationen auf Öl und Nahrungsmittel."
Die Spekulanten verdienen sich eine goldene Nase. Die Konsumenten
zahlen die Zeche mit überhöhten Preisen, und die Menschen in den
armen Ländern mit Hunger. Außerdem ist der Preisauftrieb eine Gefahr
für den Konjunkturaufschwung, weil dadurch die Realeinkommen sinken
werden. "Wohnen, Essen, Energie - den Kosten entkommt niemand", so
Tumpel. "Die Preistreiberei muss gestoppt werden. Die Regierung muss
endlich handeln."

Nahezu ein Viertel der Gesamtinflation geht auf die
Preissteigerungen der Mineralöl-produkte zurück. Besonders stark
gestiegen gegenüber dem Vorjahr sind die Dieselprei-se und zwar um
19,4 Prozent, Eurosuper wurde um 15 Prozent teurer. Bei den
Nah-rungsmitteln verteuerte sich vor allem Kristallzucker (plus 35,3
Prozent), Bohnenkaffee (plus fast 30 Prozent), Weizenmehl (plus 16,2
Prozent) sowie Öle und Fette (plus fast zwölf Prozent). Auch Wohnen
wurde teurer: Die Mieten stiegen gegenüber 2010 um 3,5 Prozent.

"Der Kampf gegen die Preissteigerungen bei Sprit und Lebensmittel
ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit", sagt Tumpel. Er
verlangt:
+ Spekulationen unterbinden: Die Regierung muss sich auf EU-Ebene für
Maßnahmen gegen Spekulationen auf den Rohstoffmärken, insbesondere
auf dem Ölmarkt, einset-zen.
+ Der Wirtschaftsminister muss im Wettbewerbsgesetz endlich die
gesetzlichen Rah-menbedingungen für ein Wettbewerbsmonitoring
schaffen.
+ Sprit-Preisbildung untersuchen: Die EU-Kommission muss die
Preisbildung beim Rohöl und Sprit prüfen. Die AK hat die EU schon
wiederholt aufgefordert, den europäischen Mineralölmarkt zu
untersuchen.
+ Die Bundeswettbewerbsbehörde muss auch den österreichischen
Treibstoffmarkt ge-nau unter die Lupe nehmen. In Deutschland ist das
durch das deutsche Bundeskartellamt bereits passiert. Das Ergebnis:
Die Marktmacht fünf großer Multis zieht ein höheres Preisniveau nach
sich - die Marktstruktur ist auch in Österreich so.
+ Preissteigerungen kontrollieren: Steigen bei uns
Grundnahrungsmittelpreise, muss der Wirtschaftsminister prüfen
lassen, ob es für die Preissteigerungen rechtfertigende Gründe gibt
und ob sie stärker als in vergleichbaren Nachbarländern ausfallen.
Das heißt, ob es einen "Österreich-Aufschlag" gibt.
+ Die Bundeswettbewerbsbehörde hat zu prüfen, ob die Agrana ihre
marktbeherrschende Stellung durch überzogene Zucker-Preiserhöhungen
missbraucht.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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