• 15.09.2011, 09:50:34
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Schwere Rückkehr nach dem Urlaub / Burnout und Depression bei Männern

Bad Säckingen (ots) - Gerade nach einer Auszeit wird vielen
Arbeitnehmern ihre Erschöpfung erst so richtig bewusst. Burnout und
Depressionen machen sich oft gerade dann bemerkbar.

Seinen Sommerurlaub verbringt Abteilungsleiter Jochen F. jedes Jahr
auf die gleiche Weise: Drei Wochen zieht er sich mit Familie in eine
Berghütte zurück, um abzuschalten - mit Wanderungen, gemütlichen
Kochaktionen und langen Leseabenden. Wie dringend er diese Auszeit
benötigt, wird ihm Jahr für Jahr aufs Neue bewusst: Als leitender
Angestellter hat Jochen F. einen anstrengenden Job, indem
Multitasking ebenso zum Alltag gehört wie Geschäftsreisen und
ständige Erreichbarkeit. Diesmal hatte er die Stresspause besonders
nötig: Zur üblichen Belastung waren auch noch eine chronische
Erkrankung seiner Frau und Schulprobleme seines älteren Sohnes
dazugekommen.

Doch die Erholung bleibt aus, das Gefühl des Angespanntseins weicht
nur wenig. Als der Hüttenaufenthalt dem Ende entgegengeht, beginnt
Jochen F. vielmehr Veränderungen an sich wahrzunehmen: Nachts wacht
er immer wieder auf und liegt lange wach, tagsüber fühlt er sich
nervös und zittrig, leidet unter Kopfschmerzen und Verspannungen.
Beim Einladen des Gepäcks am letzten Tag erleidet er schließlich
einen Schwächeanfall mit starkem Herzklopfen. Der Arzt bestätigte
ihm, was er längst ahnt: nicht körperliche Gründe, sondern chronische
Überlastung ist für die Beschwerden mit verantwortlich.

Dass Jochen F. ausgerechnet nach dem Urlaub "schlappmachte" ist nicht
ungewöhnlich: "Gerade in einer Phase der Entspannung wird vielen
Menschen ihre starke Erschöpfung, ihr Energieverlust und ihre
Daueranspannung erst so richtig bewusst. Insbesondere Männer
empfinden das dann als ,Burnout', als Gefühl des Ausgebranntseins
ohne Perspektive", erklärt PD Dr. med. Michael Berner, Chefarzt der
Bad Säckinger Rhein-Jura Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und
Psychotherapie. Ebenso wie bei Jochen F. sind oft mehrere Faktoren,
etwa die doppelte Belastungssituation in Beruf und Familie, der
Auslöser. Da eine Rückkehr ins Arbeitsleben unausweichlich erscheint,
würden Gedanken an die Überforderung jedoch konsequent verdrängt -
mit der Folge, dass es vor allem in der Zeit wenige Wochen nach
Arbeitsbeginn zu einem zu einem Zusammenbruch, dem Gefühl des
"Burnout" kommen könne, sagt der Psychiater und Psychotherapeut.

Eine Diagnose im medizinischen Sinne beinhaltet der Begriff "Burnout"
jedoch nicht. Vielmehr beschreibe er den durch die Doppelbelastung
hervorgerufenen Eindruck, von zwei Seiten zu brennen - und dabei
auszubrennen, so Dr. Michael Berner. Die langfristigen Folgen sind
ein Gefühl von Erschöpfung, Leere und Kraftlosigkeit, das nicht
selten in einer Depression mündet und eine längere Krankschreibung
nötig macht.

Wichtig ist dann zunächst einmal das Unterbrechen der krank machenden
Mechanismen und das Schaffen von Distanz zu den Situationen, die
diese Stressreaktion auslösen. Die weitere medikamentöse und
psychotherapeutische Therapie, insbesondere der depressiven
Symptomatik sollte dann passgenau auf den individuellen Fall
zugeschnitten werden, wie Chefarzt Dr. Berner erklärt. In der von ihm
geleiteten Rhein-Jura-Klinik (www.rhein-jura-klinik.de) reichen die
Angebote von Einzel- und Gruppengesprächen über Bewegungs-
Achtsamkeits- und Entspannungstherapie bis hin zum individuellen
therapeutischen Boxen zur Spannungsregulation. Auch Musik und
künstlerische Arbeit könnten heilsam wirken. "Jeder Patient muss für
sich wieder den Zugang zu seinen natürlichen Kraftquellen finden,
achtsamer mit sich umgehen lernen, um so seine Stresstoleranz im
Alltag zu stärken", sagt Dr. Michael Berner. Denn nur so sei eine
Rückkehr ins Arbeitsleben möglich, ohne dass es erneut zu
Erschöpfungszuständen komme.

Rückfragehinweis:

Rhein-Jura Klinik
Sabine Pirnay-Kromer
Schneckenhalde 13
79713 Bad Säckingen
Tel.: + 49 (0) 7761 / 5600 0
Fax: + 49 (0) 7761 / 5600 105
Email: s.pirnay@rhein-jura-de
www.rhein-jura-klinik.de

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